Vom Wiener Blut, die Dritte

Also, gerade mit der Blutspendezentrale telefoniert, die recht begeistert von der Sache waren – anscheinend haben sich zumindest die zwei Leute, mit denen ich geredet hab, selber schon über die Plakate aufgeregt und außerdem werden gegen Sommerende immer die Blutkonserven knapp.

Damit es zu möglichst wenig Wartezeiten kommt, gehen wir über den Tag verteilt. Die Blutspendezentrale in der

Wiedner Hauptstrasse 32
1040 Wien

hat von 08:00 bis 20:00 offen, ihr geht einfach hin, wann ihr Zeit habt, und gebt als Kennwort „Mein Wiener Blut für einen Fremden“ an. Nicht nur, dass die euch dann eine Nadel in den Arm stecken und euer Blut nehmen, sie führen auch eine Stricherlliste für uns, damit wir am Ende des Tages wissen, wieviele Leute wirklich gekommen sind. Und sie geben euch ein kleines Beweisstück, dass ihr wirklich da wart.

Mit diesem Beweisstück könnt ihr bei Schönwetter dann ab 17:00 in den Stadtpark kommen, dort sitzt ich mit zwei Blech Marillenkuchen am Teich und die ersten, die auftauchen und spenden waren, kriegen was davon ab.*

Wichtig: bitte einen Ausweis (Führerschein, Pass, so etwas in die richtung) mitbringen und  vor dem Spenden genügend essen, dann ist der Blutzucker oben und ihr habt viel weniger Probleme.

Hier ist noch eine Checkliste, wer überhaupt spenden darf, damit ihr euch im Zweifelsfalle den Weg erspart:

http://www.roteskreuz.at/blutspende/informationen-zur-blutspende/wer-darf-blutspenden/

Idealst wäre es, wenn ihr jemanden dabei hättet, der Fotos von euch mit der Nadel im Arm macht und ihr mir die schicken könnt. Von wegen Beweismaterial und so.

*Okay, ich gebe  zu, was politische Spenden angeht ein bisserl mikrig, aber … hey, es ist Marillenkuchen. Wer wird sich da beschweren?

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12 Antworten zu Vom Wiener Blut, die Dritte

  1. irene schreibt:

    “ Großbritannien: Personen, die sich zwischen 1980 und 1996 insgesamt mehr als 6 Monate in Großbritannien aufgehalten haben bzw. sich dort einer Operation oder Transfusion unterzogehen haben, unterliegen einem permanenten Ausschluss. “

    was hab ich da nicht mitbekommen? ^^

  2. irene schreibt:

    uiuiuiui … mein BMI lässt mich fast nicht blut spenden gehn oO
    vl sollt ich noch ein kilo oder zwei zunehmen… nur um sicher zu gehn … außerdem hab ich dann noch eine ausrede mehr fettiges zeugs zu essen *hehe*

  3. sillysilentium schreibt:

    Kommst vorbei, ich koch dir was. 🙂

  4. frl. e schreibt:

    großbritannien würd mich auch interessieren ^^ ansonsten sollt im großen und ganzen alles passen.wobei bei den vielen tabletten die ich dieses jahr schon geschluckt hab muss ich noch nachrechnen ob eh nix dabei war in dem zeitraum…lol .. sarah, i hoff du hast a paar fittere freunde ^^

  5. Brigitte schreibt:

    Die Liste ist schon ein wenig erschreckend:

    Ausschlüsse:
    Einmaliges HIV-Risiko-Verhalten: nach dem Ereignis 4 Monate.
    <- sehr vernünftig. Wenn ohne Kondom, dann gefährlich. Haben wir in der Schule so gelernt.

    Homosexuelle Männer: Männer, die Sex mit Männern hatten, werden von der Blutspende aufgrund eines signifikant höheren HIV-Infektionsrisikos ausgeschlossen. Grund dieses Ausschlusses ist das verbleibende Restrisiko bei der Diagnostik, das trotz modernster PCR-Testung nicht ausgeschlossen werden kann. Somit werden selbst homosexuelle Männer, die geschützten Verkehr praktizieren, von der Blutspende ausgeschlossen, weil das Kondom keinen 100%igen Schutz vor Ansteckung bietet.
    <- Bitte was? Dann können aber echt nurmehr Jungfrauen beiderlei Geschlechts und Lesben, die nachgewiesener Weise niemals was mit bisexuellen Damen hatten spenden gehen…

    Und, in dieser Argumentationslinie meiner Meinung nach der Gipfel:

    Piercing, Ohrlochstechen: wenn außerhalb medizinischer Einrichtungen erfolgt: 4 Monate aussetzen.
    <- die meisten Ärzte benutzen zum Piercen immer noch keine Venflonkanülen, sondern Ohrlochpistolen. Das ist abgesehen von der Gewebeschädigung (das betreffende Fleisch wird nicht geschnitten, sondern zur Seite geschoben und gequetscht) ein Gesundheitsrisiko, das nicht zu unterschätzen ist, da man die Dinger NICHT STERILISIEREN KANN! Insofern ist man, was HIV- und Hepatitisinfektionen angeht, in jedem vernünftigen Piercingstudio sicherer als beim Onkel Doktor. Und Sepsis ist nie auszuschließen, da die Pflege der Wunde nunmal Eigenverantwortung ist.

    Pfoa ey. Manchmal könnt ich mich echt aufregen.

  6. Brigitte schreibt:

    Schön allerdings die Geschichte der ersten Bluttransfusion:

    Wann und wo gab es die erste Bluttransfusion?
    Der Legende nach 1492 in Rom. Die damalige Idee: Warum sollte nicht mittels des Blutes das Leben, die Jugend von einem zum anderen übertragen werden können? Man transfundierte also das Blut von drei zehnjährigen gesunden Knaben dem greisen Papst Innozenz VIII in die welken Venen. Das Ergebnis dieser ersten blutigen „Frischzellen-Verjüngungskur“: Zuerst starben die drei Knaben und unmittelbar darauf der Papst.

  7. sillysilentium schreibt:

    Von der Geschichte hab ich auch schon mal gehört – die hat eindeutig was. Irgendwo steckt da DERMASSEN ein Alter-Priester-Knaben-Witz drinnen, dass es schon fast wehtut.

  8. Jürgen schreibt:

    Bin leider seeehr weit weg vom Stadtpark, ab morgen sogar ein paar tausend Kilometer. Schade, vor allem der BMI ließe viiiiel Blutspenden zu.
    Bezüglich GB … ich tippe auf BSE. War ein ziemlich seltsames Gefühl damals (1996), als wir im Flugzeug der British Airways Rindfleisch serviert bekommen haben.

  9. sillysilentium schreibt:

    Cool- wohin geht’s leicht?

  10. razorback schreibt:

    Ich bewundere Dich über alle Maßen für die Aktion!

    Ich sitze leider auch etwas zu entfernt, aber ich biete an, wenn ich denn komme um Dein Sofa warmzuliegen eine Portion echten Preussenbluts zu spenden. Mit dem hübschen Vorteil, dass ich Rheinländer bin, das bedeutet, dass – wenn Blut überhaupt Volk, Rasse und Nation hat – in meinem garantiert ein paar Promille von allen Ethnien rumdümpeln, die je in Europa gewandert sind. Die sind nämlich alle hier durchgekommen…

    Wäre auch mal eine interessante Frage an den Herrn Strache: War Wien nicht bis neulich Hauptstadt eines Vielvölkerstaates???

    Die Sache mit den ausgeschlossenen homosexuellen Männern finde ich auch strange. Vielleicht bin ich ja nicht repräsentativ, aber unter meinen 4 besten Freunden befinden sich ein homosexueller und ein bis vor einigen Jahren SEHR promiskurer heterosexueller Mann. Wenn ich da tippen müßte… ich würde das Risiko anders einschätzen. 😉

  11. sillysilentium schreibt:

    Ja, das mit dem Vielvölkerstaat hat ihm irgendwie niemand gesteckt. Ich warte ja nur drauf, dass ihr nächster Slogan in die Richtung „Strache und die coole Bande // bewahrt dich vor der Rassenschande“ ist oder so. Was in einem echt den Wunsch weckt, den nächstbesten Asylanten abzuschleppen, einfach nur aus Prinzip.

    Und japp, das mit den Schwulen ist hochgradig seltsam – wenn ich raten müsste, würd ich sagen, dass die Burschen diese Zulassungskriterien das letzte Mal irgendwann vor zwanzig Jahren überarbeitet haben oder so.
    Grad nen netten Artikel dafür gefunden: http://www.thinkoutsideyourbox.net/?p=13408
    (In dem, seh ich grad, sogar der Julian Wiehl zitiert wird, seines Zeichens ein hochgradig lieber Mensch. Cool.)

  12. razorback schreibt:

    Die in dem Artikel zitierte Frage ist ja noch kranker als gedacht… Wenn ich ich nicht Spenden wollte, würde ich folgenden schreiben: „Ich verstehe mich als heterosexuell, neige aber dazu, meinen männlichen Freunde (homo- und heterosexuell) situationsbedingt körperliche Freundschaftsbekundungen zukommen zu lassen (Umarmung, Händedruck, Berührung etc.). Gilt das als Sex?“

    Und heterosexuelle Frauen sollten vielleicht schreiben: „Da ich eine heterosexuelle Frau bin hätte ich ALS MANN Sex mit einem Mann gehabt.“

    Und für homosexuelle Männer: „Ich hatte Sex mit einem Mann, fühlte mich in dem Moment aber als Kakadu. Darf ich also spenden?“

    Leider fällt mir kein Satz für homosexuelle Frauen ein. Vorschläge?

    Geh ‚mer Bürokraten verwirren im Park… 😀

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