Ein kleiner Hinweis zur allgemeinen Kinosicherheit

Liebe Menschen,

noch eine kleiner Hinweis, der den Kinobesuch für alle von uns viel sicherer macht. Vor allem dann, es um Männer im mittleren Alter mit ein bisserl einem Präpotenzproblem geht.

Wenn man in einem wirklich, wirklich schlecht gemachten Film wie Black Death sitzt, dann kann es schon mal passieren, dass die junge Frau im Sitz neben einem und ihr Begleiter sich hin und wieder geflüstert ihren Unmut über diverse Recherchefehler kundtun. Und auch wenn die zwei sich wirklich bemühen, dabei sehr leise zu sein, kann man sich davon ja gestört fühlen. Überhaupt kein Problem.

Die taktisch klügste Variante wäre dann, die Frau anzutippen und freundlich zu fragen, ob sie bitte die Klappe halten könne. Da ich sowieso zu schuldkomplexen neige, besteht große Chance, darauf folgende Antwort zu bekommen: „Oh, mein Gott, haben wir Sie gestört? Bitte viel-, vielmals um Vergebung, wir werden fürderhin schweigen wie besonders schweigsame Gräber! Darf ich Ihnen zur Entschuldigung eine Niere spenden?“

Der Frieden wieder hergestllt und alles ist gut. Die zweite, weniger zivilisierte Methode, ist die, den ganzen Film über nicht zu sagen, der jungen Frau aber im Hinausgehen noch nachzurufen: „Und nächstes Mal hältst du gefälligst die Klappe!“
Nun, wie gesagt, Tendenz zu Schuldkomplexen. Da bestand immer noch große Chance auf folgende Antwort: „Oh, mein Gott, haben wir Sie gestört? Bitte vielmals um Vergebung! Brauchen sie grad eine Niere?“

Wenn man aber während der Vorstellung nichts sagt, ihr dann den obigen Satz nachruft und noch hinzufügt: „Du f****** S******“, dann bin nicht einmal ich noch bereit, mich zu entschuldigen, sondern werde nur wortlos hinausgehen und höchstens ein vage schlechtes Gewissen haben. Allerhöchstens.

Ein WIRKLICHER Fehler ist es aber, vor diesem ganzen Manöver nicht darauf zu schauen, in welcher Begleitung sich die junge Frau befindet. Dann kann es einem nämlich passieren, dass man sich plötzlich einem sehr großen, sehr breitschultrigen, sehr kampfsportgestählten und vor allem sehr, sehr wütendend Mann gegenüberzusieht, der mit leiser Stimme fragt: “ Was hast du gerade gesagt?“
Und zwar in einem Tonfall, der nicht ausschließt, dass die nächsten Minuten zumindest leichte Körperverletzung beinhalten.

Anstatt einer tiefempfunden Entschuldigung und Schweigen während dem Film, die er bei einer höflichen Anfrage sicher bekommen hätte, bekam der Bursche stattdessen von Razor den Rat: „Hoff drauf, dass ich schon weg bin, wenn du aus dem Saal kommst. Hoff das wirklich.“

Ich vermute, er kauert immer in seinem Kinosessel und klammert sich an seinem Popkornsackerl fest.

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4 Antworten zu Ein kleiner Hinweis zur allgemeinen Kinosicherheit

  1. razorback schreibt:

    Was glaubst Du, dass ich gehofft habe, dass der Typ sich erst aus dem Kino wagt, wenn mein Adrenalin wieder auf einem Level ist, auf dem mein Gehirn wieder auf der Basis „21. Jahrhundert, Zivilisation, egal, was der andere sagt“ funktioniert. Denn was wäre denn die Alternative gewesen? Höchstwahrscheinlich Hausverbot im Kino und eine Anzeige für mich, heute oder spätestens demnächst schon abgeklungene Schmerzen auf der anderen Seite. Und wer so ein dämliches **************** ist wie dieser Typ, der ist vermutlich nicht mal anständig zu demütigen und einzuschüchtern, weil er, wenn er so durchs Leben geht, dauernd Drohungen und/oder Schläge kassiert.

    Wobei der Fehler in meinen Augen gar nicht war, dass er nur auf Dich (bzw. Deinen Rücken, Dir etwas ins Gesicht zu sagen war er ja zu feige) und nicht auf mich geachtet hat. Ich sehe vermutlich für Leute, die Fähigkeiten in körperlichen Auseinandersetzungen mit allgemeiner, sportlicher Erscheinung verwechseln, gar nicht besonders beeindruckend aus. Eher dick und ungefährlich. Der Fehler, und zwar der charakterliche Fehler, ist es, einem sachlich womöglich noch nachvollziehbaren Argument eine so herabsetzende, überhebliche, sexistische und widerliche Beleidigung folgen zu lassen. Warum tut man so etwas? Egal, in wessen Begleitung die beleidigte Person ist oder ob sie alleine ist, bewaffnet oder unbewaffnet. Warum muss man so etwas sagen?

    Na ja – gut, dass er sitzen geblieben ist. Gut, dass er starr auf die Leinwand geguckt hat. Gut, dass er nichts Eskalierendes mehr gesagt hat, nur ein paar weitere Dämlichkeiten. Gut für mich, gut für ihn, gut für alle Beteiligten. So ist unser aller Karma unbefleckt geblieben, und die Welt ein schönerer Ort. 🙂

    Obwohl… Karma… Ich habe heute gerade festgestellt, dass es seine Vorteile hätte, als Frosch wiedergeboren zu werden. Hm… ist Frosch unter Mensch oder darüber? Wenn es darunter ist, schaue ich in den nächsten Tagen mal, vielleicht sehe ich ihn wieder. Dann bringe ich ihn um. Hihihihihihihihi…

  2. Brigitte schreibt:

    Frosch ist über Mensch (Frosch sitzt in der Nähe von Wasser, fängt auf amüsante Art Fliegen und hat eine lustige Farbe. Mensch muss arbeiten und krankenversichert sein, lustige Farben sind bei Mensch fast immer mit Schmerzen verbunden. Noch Fragen?). Es sei denn, Frosch ist unter Mensch, dann ist Frosch Gatsch.
    Weiterführende Karmafrage: Wenn Frosch Mensch durch dauerndes Gequake beim Träumen stört, kriegt Frosch dann Karma-Minuspunkte? Wenn allerdings Mensch böse ist und von Frosch in genozidhaltigem, kätzchentretendem Schlummer gestört wird, ist das dann gut fürs froschige Karma?
    Ist mir zu kompliziert, ich bin katholisch. Erbsünde, alle böse, fertig.

  3. razorback schreibt:

    Ich bin auch katholisch, aber kann ja sein, dass die Hindus trotzdem recht haben. (Ich sage immer gerne, dass ich gläubig bin, nicht wissig, also kann ich das keinesfalls ausschließen). Wenn Frosch also über Mensch ist, habe ich gestern einen weiteren Schritt in Richtung Frosch getan, in dem ich dem Ausbruch körperlicher Argumente Imponiergehabe vorgeschaltet haben. Gut. Sillysilentium berichtete nämlich heute, wie Frösche schlafen. Das will ich auch! 😀

  4. Pingback: schreckenbergschaut: FNHF Teil 1 – Triangle | schreckenbergschreibt

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