Von Pagung, Schnitzler und Marmelade

Wie üblich ein ausgesprochen seriöser Tag im Büro.

Jacob: „… da setzten wir die Info mit den Tabletten, dann kommt er drauf, dass seine Frau ihn betrügt und dann nach dem zweiten Plotpoint…. PA-GUNG!“
Jacob wedelt vor begeisterung wild mit den Armen und merkt dann erst, dass ich ziemlich ratlos dreinschaue.
Ich: „…?“
Jacob: „Ähm… ja. Pagung eben.“
Ich: „Pagung?“
Jacob: „Du sprichst es fallsch aus. Paggg-gggung!“
Ich: „Packung?“
Jacob: „Paggg-gggung!“
Ich: „Paggggggggung?“
Jacob: „Geht so.“
Ich: „Und was IST Paggggung?“
Jacob: „Irgendwas nach dem zweiten Plotpoint halt.“
Ich: „Du meinst, in Zukunft plotten wir ‚Plotpoint I – Mittelwendepunkt – Plotpoint II – Pagggung!‘ ?“
Jacob: „Ich würd sogar sagen: Plotpoint I – Mittelwendepunkt – Plotpoint II – Pagggung!- und dann noch Krschhhh-Puff!“
Ich: „Dann beantrage ich aber in Hinkunft ein Tschingbäääng! statt dem Mittelwendepunkt. Der Synchronität wegen.“
Jacob: „Antrag angenommen. PAGUNG!“

Wie gesagt, sehr seriös und konzentriert. Es wäre ja auch nicht so, als hätten wir zwischendrin immer wieder mal eine Partie Go gespielt. Oder fasziniert herausgefunden, dass der Vormieter offenbar so geschickt eine Stromleitung angebohrt hat, dass jedes Mal das Licht ausgeht, wenn wir einen Zettel an eine bestimmte Pinnwand hängen. Oder uns einen fürchterlichen Ohrwurm eingefangen und dauernd abwechselnd damit angefangen, „Baby, schneid die Melone an!“ zu singen. Und das Psychoduell um die Zwetschgenmarmelade hat natürlich auch niemals stattgefunden.

Außerdem hat Jacob mir heut aus Schnitzlers Reigen vorgelesen und mir ist beim Zuhören fast der Tee kalt geworden. Zum einen, weil Schnitzler = Figurenpsychologiegott, zum anderen auch, weil beim gnä Herr Co-Autor die qualitativ hochwertigen Schauspielergene ziemlich durchschlagen. (Und das sag ich hier nur, weil er meines Wissens diesen blog nicht liest – man muss das co-autörliche Ego ja nicht noch künstlich aufplustern.) Habe auf jeden Fall prompt beschlossen, dass das in Hinkunft das Eröffnungsritual jedes Schreibtages zu sein hat.

Und da wir eben so seriös, nüchtern und konzentriert arbeiten, kommen wir recht stetig voran. Die mittlerweile insgesamt fünf riesigen Pinnwände füllen sich immer mehr mit Zettelchen, am Donnerstag dann Termin mit der Redakteurin. Mal schauen, wieviele von den Zettelchen das überleben…

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2 Antworten zu Von Pagung, Schnitzler und Marmelade

  1. Brigitte schreibt:

    Pagung mit Pa-Go? Da wundert die Melone nur wenig.

  2. Sarah Wassermair schreibt:

    Mich wundert ja schon gar nichts mehr.

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