Von Arbeitsteilung und Socken

In jedem Team ist es entscheidend, die Arbeit richtig aufzuteilen. Einer sollte bei der Recherche beispielsweise auf das große Ganze achten, der andere auf die kleinen, aber essentiellen, Details.

Ich halte Jacob heute morgen einen kleinen Vortrag über das menschliche Hirn und bekomme dabei ein bisserl glasige Augen vor Begeisterung darüber, was für seltsame Dinge die Evolution hervorgebracht hat. Wahrscheinlich bin ich an der einen oder anderen stelle auch auf- und abgehüpft oder habe wild mit den Händen gewedelt, um irgendetwas zu demonstrieren. Ist ja auch wirklich eine grandios groteske Sache, das mit dem Hirn und so. Jacob hat mittlerweile gelernt, mein Gebrabbel stoisch zu ertragen, die paar Drehbuchrelevanten Infos herauszufischen und in der Zwischenzeit darauf zu achten, dass ich mir während des Vortrags nicht weh tue. Mitten bei einer begeisterten Tirade über psychogene Todesfälle in der Kolonialzeit hebt er die Hand.

Jacob: „Du hast was vergessen.“

Ich halte verdutzt inne, runzle die Stirn.

Sarah: „Und zwar?“
Jacob: „Socken.“

Ich folge seinem Blick zu meinen nackten Füßen, die grad eventuell wirklich ein winziges, völlig vernachlässigbares bisschen blau werden, finde das auch wirklich interessant, aber in diesem Moment fällt mir ein, worüber ich ja gerade eigentlich geredet habe.

Sarah: „Wie dem auch sei. Das mit den psychogenen Todesfällen ist nämlich hochgradigst faszinierend, weil…“
Jacob: „Du wirst krank.“
Sarah: „… es gibt da diese Überlieferung aus der Kolonialzeit in Australien…“
Jacob: „Sarah – SOCKEN!“

Wichtig bei der Arbeitsteilung ist auch, dass man den Beitrag des jeweils anderen zu respektieren weiß. Also wandere ich davon, immer noch geistesabwesen über seltsame tote Australier murmelnd, und suche meine Socken.

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2 Antworten zu Von Arbeitsteilung und Socken

  1. Razorback schreibt:

    Spendiere dem Mann bitte bei nächster Gelegenheit mal ein Glas Whisky. Single Malt, keine Blendscheiße, Ardbeg, Laphroaig, Oban, irgendwas gutes. Ich zahle, wenn wir uns wiedersehen.

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