Von Tastaturen und Reis

Seit kurzer Zeit habe ich mich ja mit dem Gedanken getragen, mir endlich eine externe Tastatur für den Laptop zu besorgen, auf dass die Sitzhaltung des Schreiberlings gerader werden möge und die Tippselei angenehmer.

„Hm“, sage ich also neulich zu Jacob: „Ich trage mich mit dem Gedanken, mir eine externe Tastatur für den Laptop besorgen, auf dass die Sitzhaltung des-“

„Himmelherrgott!“, schreit der Groll gequält auf: „Du redest seit DREI JAHREN davon!“

Okay. Vielleicht doch nicht seit ‚kurzer Zeit‘.

„Naja“, sage ich: „ich mach’s jetzt dann eh.“

Er: „Das sagst du auch seit drei Jahren.“

Ich: „Irgendwas kommt immer dazwischen. Aber diesmal… oder vielleicht nächste Woche, da könnte ich doch…hm… Wo waren wir? Übrigens, hübsche Tastatur hast du da. Darf ich die mal ausprobieren? Ich trage mich nämlich mit dem Gedanken…“
Jacob lässt ermattet die Stirn auf seine Tischplatte sinken, seufzt das Seufzen eines gequälten Co-Autoren und murmelt etwas, das verdächtig nach: „Aber es ist lebensfähig, es IST lebensfähig, immer dran denken, es ist lebensfähig…“ klingt.

Am nächsten Morgen kommt er mit einer Saturn-Einkaufstasche und dem Satz: „Du schuldest mir Geld“ ins Büro. Und wahrlich, ich schulde ihm, denn die Einkaufstasche enthält die neue große Liebe meines Lebens: zwei Apple-Tastaturen, eine für’s Büro und eine für zu Hause. Auf den Dingern schreibt es sich so famos, dass das Tippseln zu einem wahrlich sinnlichen Vergnügen wird. Am Ende eines Wortes bin ich jedes Mal enttäuscht, bis mir mit entrückender Beglückung einfällt, dass ich ja gleich noch ein Wort anhängen kann und einfach Weitertippen.
Und das Geräusch! Genau SO muss eine Tastatur Klack-klack-klack machen! Wer einmal mit solchem Klack-klack-klack geschrieben hat, wird nie wieder in seinem Leben mit einem anderen Klack-klack-klack zufrieden sein und sich ewigklich nach DIESEM Klack-klack-klack zurücksehenen.
Und ja, die Sitzhaltung ist jetzt auch besser.

Abgesehen von meiner neuen Be-Tastaturung gibt es zu berichten, dass heute Abend die drei Damen Ladinigg, Linzer und Hartl zum Gastmahl geladen sind, weil wir Fotos von der Japan-Reise auszutauschen haben. Sollte ich kapieren, wie man hier Bilder hochlädt, dann bekommt ihr vielleicht sogar welche davon zu Gesicht.
Dem Thema des Abends entsprechend wird Japanisch gekocht. Folglich wanderte vorgestern eine sehr verwirrte Sarah durch den Asialaden in der Zieglergasse, spähte auf Dosenetiketten mit mysteriösen Schriftzeichen und betete, dass nichts in ihrem Einkaufskorb es darauf abgesehen hatte, ihre Gäste zu meucheln.

Momentan schauts aber nicht danach aus. Das Rezept für die Lappensuppe* habe ich sicherheitshalber vor ein paar Tagen schon einmal ausprobiert** und die gefüllten Reisbällchen – Onigiri – sind erstaunlich einfach zu machen, wenn man den Trick dabei heraus hat. Der Trick besteht größtenteils daraus, sie NICHT mit Dingen zu füllen, die Tentakel haben.
Zum Nachtisch gibts dann noch ein Trockenobst-Kompott. Nicht direkt japanisch, aber es gab so etwas in einem Hotel in Yokohama zum Frühstück, also gilt es trotzdem als Reiseerinnerung.

* enthält weder Wischmob noch Putztuch, dafür aber Nudeln und ein Stück frittierter Tofu, der definitiv wie ein Lappen aussieht. Ich bin aber ziemlich sicher, dass das Gericht auf Japanisch einen würdevolleren Namen hat.

**NIEMALS ein Rezept zum ersten Mal ausprobieren, wenn man Gäste eingeladen hat. Glaubt mir, ich spreche aus Erfahrung und Curry. Bitterem Curry.

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