Politisches Grummelgrumpf

Damit die Laune allerdings nicht zu gut wird… das grausliche Fekterlein muss natürlich immer noch grauslicher werden. Und ÖVP und SPÖ dackeln brav mit, offensichtlich in der erklärten Absicht, nie wieder auch nur in ansätzen wählbar zu sein.

http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/636297/Neues-Fremdenpaket_Fekter-ist-herzlos-und-hirnlos?_vl_backlink=%2Fhome%2Findex.do

Mein Favorit: „Zurückgewiesen wurde von der Ministerin Kritik daran, dass Betroffene nun Deutschkenntnisse bereits im Heimatland erwerben sollen. Man könne bereits überall weltweit Deutsch lernen, wenn man einen Internetzugang hat, so die Ministerin.“

Das hat mein kleines Brüderchen gerade mit dem schönen Satz: „De Oide is sooo wach“ kommentiert, womit mit ‚wach‘ keineswegs die hochdeutsche Bedeutung ‚wach und geistig rege‘ impliziert ist, sondern der Oberösterreichische Umgangssprachenterminus für ‚vollkommen und rettungslos hirnherweicht‘. Klar, wenn ich grad irgendwo in mitten in einem Bürgerkrieg sitze, meine halbe Familie vor meinen Augen erschossen worden ist und ich außer Landes muss, um meine Haut zu retten – dann werd ich als allererstes auf dem Weg kurz in einem Internetcafé Pause machen, genüsslich einen Chai Latte schlürfen und ein bisserl Deutsch lernen.

Ernsthaft: De Oide is so wach.

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Politisches Grummelgrumpf

  1. razorback schreibt:

    Schweinebande. Aber Eure Regierung hat auch echt Pech. Hat die denn keinen Minister mit Höhenflug, mit dessen gefälschter Doktorarbeit man mal eben von den größeren Sauereien ablenken kann?

    Aber – vielleicht könnte man das der Frau Fekter mal sagen – Österreich ist gar nicht soooooooooooo voll. Wir haben hier in NRW zum Beispiel, bei nicht mal der Hälfte der Fläche, mehr als doppelt so viele Einwohner wie ihr. Und es lebt sich gar nicht so schlecht hier, noch treten wir uns nicht gegenseitig auf die Füße, wir haben sogar ziemlich leere Gegenden. Da geht noch was, Österreich! Und mehr Einwohner haben eine Menge Vorteile. Denkt nur an Cordoba. Mit ein paar sportlichen Einwanderern könnte Eure Nationalelf der unseren vielleicht sogar wieder auf Augenhöhe begegnen. Das ist doch ein Argument, dass bestimmt sogar die FPÖ versteht.

    Was ein anderes Argument betrifft – das zieht nicht so richtig. Ich bin nicht ganz sicher und zeitlich wahrscheinlich nicht ganz auf der Höhe, aber was die im Ausland zu erwerbenden Sprachkenntnisse betrifft, so bezieht sich das auf EINWANDERER (insb. nachziehende Ehegatten). Und unsere Politiker haben da auch nie auf das Internet verwiesen, sondern auf Goethe Institute und Deutsche Botschaften. Um nicht falsch verstanden zu werden – das ist auch eine verdammte Arroganz. Aber keine verdammte beschissene Arroganz.

    Flüchtlinge hingegen haben, egal welche Sprachkenntnisse sie haben, das verfassungsmäßige Recht, Asyl zu beantragen. Da gibt es nur dieses klitzekleine Problem – wenn sie aus einem sicheren Drittland kommen, hätte der Asylantrag natürlich dort gestellt werden müssen. Wer also direkt aus dem Folterkeller – möglichst mit Zertifikat des Folterknechts, dass er auch wirklich gefoltert hat – einen Non-Stop-Flug nach Frankfurt nimmt, darf aber SELBSTVERSTÄNDLICH sofort Asyl beantragen, egal, in welcher Sprache.

    Wer aber auf dem Landweg kommt… tja, leider…
    Aber dafür versprechen wir, dass wir ganz doll mit den Italienern und Griechen schimpfen, wenn sie die Standards, die wir in Flüchtlingslagern hätten, wenn wir denn welche hätten, in ihren realen Flüchtlingslagern nicht einhalten. Also… wir nehmen ihnen natürlich keine Flüchtlinge ab, hahaha, woher denn. Wir haben genug mit den Massen von Non-Stop-Fliegern zu tun. Aber wir empören uns echt ganz ganz doll.

    Wir benehmen uns allesamt wie der französische Adel, sagen wir, 1785. Sollen sie doch ins Internet gehen. Sollen sie doch direkt fliegen. Sollen sie doch Kuchen essen. Und mit etwas Pech enden wir auch so.

  2. razorback schreibt:

    Da fällt mir ein – vielleicht sollte jemand den Italienern und Maltesern mal empfehlen, den libyschen Jetpiloten, die keine Lust haben, ihre eigenen Leute zu bombardieren und daher lieber fliehen, eine Luftbetankung anzubieten und dann den Weg über die Alpen zu weisen. Da würde man aber hierzulande schön doof gucken. Denn das wären ja – Direktflüge, muhahahahaha! 😀

  3. Sarah Wassermair schreibt:

    „Wir haben genug mit den Massen von Non-Stop-Fliegern zu tun. Aber wir empören uns echt ganz ganz doll.“

    Ich hab dir die Geschichte erzählt, wie ich einmal ein paar Texte für ein EU-Lehrbuch geschrieben hab… und dann das gesamte Kapitel „Flucht und Asyl“ gestrichen wurde, mit der wörtlichen Begründung „Flucht und Asyl sind keine EU-relevanten Themen.“
    Nope, das ist so ein kleines lokales Problem, dass die Italiener da haben.

  4. Sarah Wassermair schreibt:

    Was im Übrigen den Unterschied zwischten Asylant und Einwanderer angeht… dear, du gehst immer noch von einem halbwegs zivilisierten Land aus und nicht Österreich. Bei uns ist auch jemand mit einem Rücken voll Folternarben schnell mal ein verlogener Wirtschaftsflüchtling.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.