Von Lippenstift und Fischen

Gestern mit der Familie im Musical in Dachsberg gewesen, was allerdings im Vorfeld doch erhöhrte Anforderungen meine Nerven gestellt hat. Die innig geliebte Frau Mutter ist ja schon normalerweise als Beifahrerin ein wenig anstrengend, aber…

Mutter: „Weiter recht! Nicht so viel! Nicht so weit unten! Rot! Siehst du nicht, wie rot das ist?“
Ich: „NATÜRLICH IST ER ROT! ES IST EIN GOTTVERDAMMTER LIPPENSTIFT!“
Mutter: „Brauchst dich nicht aufregen. Ich will ja nur helfen.“
Ich: „Mütterlein, das ist höchst liebenswürdig, aber in den vergangen fünf Minuten hattest du hilfreiche Anmerkungen zu meinem Lippenstift, meinem Rock, meinen Stiefeln, meinem Pullover UND meiner Unterwäsche!“
Mutter: „Aber hübsche Ohrringe sind das.“
Ich: „…“

Das Musical dagegen war eine höchst erfreuliche Angelegenheit. Dachsberg ist das Gymnasium, wo ich vor langer, langer Zeit*zur Schule gegangen bin. Die haben dort einen musischen Zweig, der jährlich mit ziemlich gigantischem Aufwand ein Musical oder Theaterstück auf die Bühne bringt.
Dieses Jahr spielen sie eine Adaption von ‚Findet Nemo‘, die allein schon deshalb hochgradig sehenswert ist, weil mein kleines Brüdcherchen einen Hammerhai** und eine Schildkröte singt. Ganz abgesehen davon, dass die Musik vom Duo Flora und Jürgen Geißelbrecht stammt, den Komponisten meines Vertrauens, die sich an dieser Stelle bitte ausdrücklich gebauchpinselt fühlen mögen.

http://www.dachsberg.at/d_sub.php?m=B&i=110204nC&s=9_0

Und obwohl es eine reine Laienproduktion ist, finden sich jedes Mal wieder im Cast ein oder zwei Naturtalente mit wirklich guter Stimme und/oder Schauspielbegabung, quasi roh und ungeschliffen und grad drum so ausgesprochen erfreulich anzuschauen. Außerdem hab ich gestern zum ersten Mal erlebt, dass das Bühnenbild selbst einen Szenenapplaus bekommt, und zwar noch, bevor auch nur der erste Schauspieler die Bühne betreten hat – es ist schon erstaunlich, was für ein grandioses Korallenriff man bauen kann, wenn man haufenweise Schüler zur legalisierten Kinderarbeit zur Verfügung hat. Falls jemand von euch also gerade aus unerfindlichen Gründen in Oberösterreich fest sitzt und absolut nicht weiß, was er/sie/es mit seiner Zeit anfangen soll, der könnt sich definitiv schlimmeres antun.***

*damals, als, um ein willkürliches Beispiel zu nennen, meine Mutter noch ein nennenswertes Mittspracherecht bei meinem Schuhwerk hatte

** Mütterlein ist es bis zur Premiere nicht aufgefallen, dass eine gewisse Textzeile ihr gewidmet ist: „Hallo, mein Namer ist Hammer/die Blutlust, die hab ich von Mama!“
Und nein, ich habe natürlich mit dem Libretto in keinster Weise zu keinem Moment irgendetwas zu tun gehabt. Und auch nicht an anderer Stelle noch einen kleinen goscherten Kommentar über das Väterlein in einem Lied eingebaut. Würd ich niemals machen.

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Von Lippenstift und Fischen

  1. frl. e schreibt:

    cool sag mir wenn du nochmal hingehst! und mir fehlt das *** 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.