Muffinduck


(Abb. 1.1. Kirsch-Kokos-Mascarponemuffins schauen skeptisch drein)

Nachdem ich neulich wieder einmal gotteslästerlich fluchend kiloweise Ruß und Kohle von der Geburtstagstorte einer Freundin geschabt habe, weil mein alter Gasherd genau eine Temperaturstufe kennt (Fegefeuer Plus), hab ich aufgeben und in einen kleinen Tischbackofen investiert (bzw. einen Unter-Tischbackofen, in meinem Fall.) Das Ding funktioniert wunderbar und ich komme endlich dazu, die ganzen komplizierteren Rezepte auszuprobieren, die in diesem Vorhöllenverschnitt von Gasherd eine sofortige Transmutation zum Kohlebrikett durchgemacht hätten.

Das Problem mit der Backerei ist nur, dass mich hauptsächlich der alchimistische Akt selbst interessiert, nicht das Ergebnis. Ich steh auf das Aufs-Gramm-Genau-Abwägen, Verschiedene-Rezepte-Vergleichen, Mit-heißen-Gegenständen-Hantieren. Auf die fast atavistische Vergnügungen von Teigkneten und Vanilleschoten-Aufschlitzen. Auf das Gefühl von Zucker und Butter zwischen den Fingern, den Geruch frisch geraspelter Zitronenschale, auf den Hitzeschwall, der einem beim Öffnen der Ofentür entgegenschlägt. Auf eine perverse Art und Weise weiß ich sogar die kleinen Verbrennungen an Händen und Unterarmen zu schätzen, die man sich zuzieht, wenn man nicht aufpasst*. Dass bei dem ganzen Manöver aber beispielsweise ein Berg Kirsch-Kokos-Mascarponemuffins herauskommt, ist ein interessanter Nebeneffekt, keineswegs aber Ziel der Übung.
Zumal sogar die Hälfte des Rezepts immer noch einen ziemlich großen Berg Muffins ergibt, es sich aber bei yours truly um eine ziemlich kleine Sarah handelt. Wenn ich nicht zufällig über einen Co-Autoren mit erstaumlichem Muffin-Füllvermögen verfügen würde, stünde ich ziemlich schnell vor einem ernsthaften logistischen Problem.


(Abb. 1.2. In die Freiheit entlassener Kirsch-Kokos-Mascarponemuffin in seinem natürlichem Habitat, der ungezähmten Wildnis des Co-Autoren-Schreibtisches)

Heute allerdings gab es auch noch andere Abnehmer, was zu folgendem Dialog führte…

Jacob: „Ich nehm mir noch einen, ja?“
Ich: „No na ned, zum anschauen werd ich sie hingestellt haben. Aber ein paar musst übrig lassen.“
Jacob: „Wozu?“
Ich: „Ich geh nachher mit den Enten Picknicken in den Stadtpark.“
Jacob schaut mich, als hätte ich im Plauderton das Abschlachten eines ganzen Kindergartens vorgeschlagen.
Jacob: „Du willst die den Enten geben!?“
Ich: „Klar.“
Jacob: „WIESO?“
Ich: „Weil sich die auch drüber freuen.“
Jacob überlegt, ob der Zeitpunkt gekommen ist, an dem er seine Co-Autorin in die geschlossene Anstalt einweisen lassen muss – und mir dämmert das Missverständnis.
Ich: „Du weißt schon, dass ich von Petra, Eva, Claudia und mir rede**, oder?“
Jacob: „Ach, DIE Enten!“

Sprichts erleichtert und nimmt sich noch einen Muffin.

*Ich misstraue grundsätzlich einer jeden Tätigkeit, bei der man sich nicht wehtun kann. Sie hat offensichtlich etwas zu verbergen.

** bzw. .Mother Duck, Second Duck in Command, Missing In Action Duck und Recon Duck. Ihr kennt die Geschichte.

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Eine Antwort zu Muffinduck

  1. frl. e schreibt:

    sonst musst du mal ein paar muffins zu den netten damen von der blutspendezentrale tragen! denen wollt ich auch mal wieder cookies bringen, auch wenn ich wl. nie spenden darf^^

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