Oh, those little acts of kindness…

Ich hab überlegt, ob ich diese Anekdote mit oder ohne Namensnennung des betreffenden Cafés erzählen soll, weil ich vorhabe, etwas Abfälliges über ihren Tee zu sagen, aber etwas sehr Vorteilhafts über ihre Kellner. Im Zweifelsfalle immer für die Diskretion.*

Der Vater und ich waren also heute gemeinsam im Kino – „Yellow Cake“, informativer, wenn auch teilweise zäh geschnittener Dokufilm über den Uranabbau – und hatten vorher noch ein wenig Zeit. Setzten uns also ins anliegende Kaffeehaus und bestellten Kaffee, respektive Tee. Vater trinkt den Kaffee aus, ich nippe ein wenig am Tee, dann wird es Zeit, uns um die Karten anzustellen. Ich lasse die noch fast volle Tasse Tee also stehen.

Im Hinausgehen bietet der Vater generös an, er könne sich auch alleine anstellen, auf dass ich noch Gelegenheit hätte, mein Heißgetränk vollständige zu konsumieren.

Ich: „Nö, danke. Hab ihn absichtlich stehen lassen.“
Vater. „Wieso?“
Ich: „Weil das Zeug wie Küchenkastenstaub schmeckt.“
Vater: „Ah. Das Leben ist hart für einen Teesnob, hm?“
Ich: „Du hast ja gar keine Ahnung…“

In diesem Moment geht hinter uns die Kaffehaustür auf und der junge Kellner kommt hinter uns hergesprintet.

Kellner: „WARTEN’S! Ich hab ihn ihnen umgefüllt!“

Er hält mir einen Pappbecher entgegen, in den er meinen Tee geschüttet hat, und lächelt stolz.

Kellner: „Sie haben so schnell gehen müssen, ich hab gedacht, ich bring ihn Ihnen. Jetzt können Sie ihn beim Warten trinken!“

Und wisst ihr was? Mit einem Mal war der Tee eigentlich gar nicht so schlecht.

*Ja, ich höre euch lachen. Aber wenn IHR ein Kaffeehaus haben würdet, würdet ihr auch nicht wollen, dass jemand herumgehtund im Internet böse Dinge über euren Tee schreibt. Was mir ja wurscht wäre, wenn der Kellner nicht so viele Gutpunkte gesammelt hätte, um dem ganzen Unternehmen Teequalitätsbeurteilungiminternet-Schonung zu erkaufen.

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3 Antworten zu Oh, those little acts of kindness…

  1. Razorback schreibt:

    Diskretion – sonst eines der höchsten aller Güter – ist hier unangebracht. Den Teeliefranten kann man wechseln, solche Kellner aber sind Diamanten. Nenn‘ ruhig den Namen des Hauses, nach der Geschichte würde ich es bedenkenlos aufsuchen (und Kaffee bestellen :-D):
    Aber btw – musst Ihr REICH sein. Ihr habt Geld für einen Kinofilm über Urangewinnung??? 😉

  2. Jürgen Geißelbrecht schreibt:

    Das war aber nicht in WIEN, oder?

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