Vom Ende der Kramerei

Es ist faszinierend – von manchen Dingen weiß man einfach nicht, wie nervtötend sie waren, bis man sie los ist. Im konkreten Fall war ich an meine uralte, halb zerfallene und unendlich umständliche Stoffgeldtasche mit viel zu wenig Kartenfächern schon so gewohnt, dass ich ehrlich der Meinung war, dass Geldtaschen einfach so sein müssen. Quasi, dass unnötige Umständlichkeit und endlose Sucherei eine der unumgänglichen Eigenschaften alles Geldtaschenhaften, sozusagen das ur-geldtäschliche Wesen.
Zum Glück hab ich einen Co-Autoren, der ein bisschen cleverer ist als ich und gut im Beobachten.

VORHER:
Verkäuferin: „Haben Sie eine Kundenkarte?“
Sarah: „Ja, natürlich, Sekunde.“
(Kramkramkramkram.)
Sarah: „Wirklich, gleich, ich hab sie sofort!“
(Krame-di-krame-di-kram-kram.)
Sarah: „Da muss sie irgendwo sein, bitte,ich weiß es doch…“
(KRAM.)
Sarah: „Nein, gehen sie nicht weg! Bleiben Sie doch! So spät nach Ladenschlusszeiten ist es doch auch wieder nicht!“

NACHER:
Verkäuferin: „Haben Sie eine Kundenkarte?“
Sarah: „Natürlich.“
(Zückt die Geldtasche, die ihr ihr Co-Autor zu Weihnachten geschenkt hat, und überreicht der Verkäuferin die Karte mit einem eleganten Kratzfuß.)

Ganz abgesehen davon, dass das neue Teil so erwachsen ausschaut, dass ich mir momentan jedes Mal, wenn ich irgendwo bezahle, ganz fürchterlich seriös und ernstzunehmend vorkomme. Was, seien wir uns ehrlich, bei mir nun wirklich eher eine Seltenheit ist.

In other news: Im Postkasten lagen heute Morgen die ersten Verträge für das Große-Projekt-über-das-ich-hier-nicht-schreiben-darf, mit dem Ergebnis, dass ich langsam wirklich dran glaube, dass das ganze passiert. Bis dahin hatte ich immer noch so halb den Verdacht, dass die Heizung in unserem Büro wieder kaputt ist und Jacob und ich uns die Zusage nur als Folge einer Gasvergiftung zusammenphantasiert haben. Dem ist anscheinend nicht so, weil ich die Verträge sicherheitshalber auch noch mal am ungeheizten und damit gasfreien Gang gelesen hab: sie existieren tatsächlich.

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