Von Spiegeln, Quallen und der Hölle

Wie ich schon öfter erwähnt habe, ist das schöne am Freiberuflertum die Tatsache, dass ich zwar nie Zeit habe, aber mir die Zeit, die ich nicht habe, frei einteilen kann. Und zum Beispiel irgendwann im größten Stress beschließen, dass mir das alles zu doof wird, und dass ich jetzt in den Zoo gehe und mir dort die Fische anschaue.

In Schönbrunn gibt es unter anderem ein sehr schönes Quallenbecken, das vertieft in eine Wand eingelassen und von Spiegeln umgeben ist – was den Eindruck erweckt, als würde sich der Quallenschwarm bis in alle Ewigkeiten erstrecken. Wunderschön und auch ein wenig gruselig -zumindest für jemanden, die schon das zweifelhafte Vergnügen hatte, sich beim Schnorcheln inmitten eines gigantischen Schwarmes wiederzufinden.

Zwei kleine Knirpse (kaum kniehoch), die fasziniert vor dem Becken standen, fanden das auch gruselig, aber aus ganz anderen Gründen. Sie schauten fasziniert auf den Bodenspiegel, der einen einen quallengefüllten Abgrund vortäuschte, und führten folgenden Dialog.

Kind 1: „Ich hab Angst.“
Kind 2: „Wieso?“
Kind 1: „Was, wenn wir da hinunterfallen?“
Kind 2 (nach einer kurzen Denkpause, sehr ernst): „Dann fallen wir bis in die Hölle!“

Ich kann euch nicht einmal genau sagen, WARUM mich die Vorstellung so unendlich entzücit, dass man durch einen Spiegel voller Quallen bis in die Hölle fallen kann – aber sie tut es einfach.

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