Datenhamstern

Gestern mit ein paar Freunden von Brüderchen Jo eine interessante Diskussion über die Vorratsdatenspeicherung geführt.

Die eine Seite vertrat, grob zusammengefasst, folgenden Standtpunkt: Eigentlich kann es dem unschuldigen Bürger ziemlich wurscht sein, weil er/sie ja ohnehin nicht vorhat, das Gesetz zu brechen. Und mit diesem neuen Mittel kann der demokratische Rechtsstaat besser Bösewichte einsperren, was uns allen zu Gute kommt.

Der Rest von uns war der Meinung, dass das absolut stimmen würde, wenn wir uns noch in einem demokratischen Rechtsstaat befinden würden. Vor ein paar Jahren noch hätt ich wahrscheinlich gesagt: „Vorratsdatenspeicherung? Na, wenn ihr unbedingt meint…“
Aber spätestens seit dem Tierschützerprozess wissen, wir, dass die österreichische Definition von ‚unschuldiger Bürger‘ mittlerweile verdammt fragwürdig ist, wenn die Lobby nur groß genug ist. (Dafür gelten natürlich Entführung und Folter als ‚allgemeinverständliche Gemütsregung‘, so das Opfer die Dreistigkeit besitzt, schwarz zu sein.)
Ich bin nicht willens, einem Staat, der ganz offensichtlich nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden kann, auch nur EINE einzige weitere Kontrollmöglichkeit in die Hand zu geben.

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3 Antworten zu Datenhamstern

  1. Mountfright schreibt:

    Das mag mit meinem Interesse an Geschichte und dem dazugehörigen Studium zusammenhängen (oder mit meinem Alter, das es mir ermöglicht, die gewaltige Ebene von 40 Jahren zu überblicken 😀 ), aber ich habe die demokratischen oder auch quasidemokratischen Verhältnisse in denen wir leben nie für so selbstverständlich genommen, wie die Meisten es zu tun scheinen. Wir haben jetzt fast 67 Jahre mehr oder weniger Friede in West- und Mitteleuropa (falls sich jemand fragt, was ich mit „weniger“ meine – Stichworte Irland, Ungarn, CSSR). Das ist eine historische Ausnahme und es gibt keinerlei Garantie, dass das noch 67 Jahre so weiter geht. Von demokratischen Rechten etc. gar nicht zu sprechen. Ich mag meinem Staat und meinem System so wie es jetzt ist trauen oder nicht – aber wem ich in 10 oder 20 Jahren traue ist eine ganz andere Frage. Und Vorratsdaten können lange lagern.

  2. Sarah Wassermair schreibt:

    Wobei ich natürlich große Freude dran hätte, zuzuschauen, wie sich irgendein Beamter meinen Google-Suchverlauf zu erklären versucht…

  3. Sarah Wassermair schreibt:

    Aber abgesehen davon: ganz deiner Meinung.

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