Von Spitzendeckchen und Humboldt

Gestern im Votiv-Kino die Premiere von Spitzendeckchen gehabt. Erstaunlich gut besucht – wir haben ihn double-feature-mäßig gemeinsam mit einem anderen Filmakademiekurzfilm gezeigt und da dann doch zweimal hintereinander den großen Saal vollbekommen.
Der Film ist im großen und Ganzen sehr hübsch geworden, wenn ich das so sagen darf. Vor allem die Ausststattung hat, wie schon mehrmals erwähnt, für die profunde, abartige Grauslichkeit dieser Wohnung auf ewig mein Herz gewonnen, und der Alte-Dame-fällt-aus-dem-Fenster-Stunt am Anfang ist einfach nur schön. (Vor allem, weil besagte alte Dame den Dreh unbeschadet überlebt hat, weil an ihrer statt ein mit Kopftuch und Rock gewandeter Stuntman gehupft ist. Guter Mann.)

Was das Buch angeht: es geht nicht immer alles auf, wie ich es geplant hatte, ein paar Mal war ich zu verliebt in seltsame Sätze und einen Emotionsbogen würd ich mittlerweile ganz anders bauen. Aber das ist Lernkurve. Dafür gabs Lacher an den richtigen Stellen, und sogar ein paar von meinen erklärten Lieblings-Lachern. Das sind die, die mit einem kleinen Japsen beginnen oder enden, als wäre der Lachende gerade von sich selbst entsetzt, dass er über SO ETWAS amüsiert ist. Mit Abstand meine favorisierte Publikumsreaktion. *

Heute Vormittag haben der Groll und ich mit einer Rechercheexpedition ins tiefe Niederösterreich verbracht, ein höchst gefahrvolles und abenteuerliches Unternehmen, vergleichbar etwa mit den Reisen Amundsens und Humboldts. Also, halt, wenn Amundsen den Großteil des Tages damit verbracht hätte, in einem Café in der Sonne zu sitzen, die Aussicht zu genießen, Darjeeling mit Milch zu süffeln und Dinge wie „Ja, unser Leben ist schon hart“ zu sagen.

*Nein, ich lüge. Meine mit Abstand favorisierte Publikumsreaktion war damals bei einem der Dachsberg-Musicals, als auf der Bühne der Held mit knapper Not dem sicheren Gemeucheltwerden entronnen ist und aus dem Zuschauerraum ein tiefempfundener „GOTTSEIDANK!“-Stoßseuzfer von einem Dreijährigen kam. Da war ich endlos entzückt.

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3 Antworten zu Von Spitzendeckchen und Humboldt

  1. Sarah Wassermair schreibt:

    Sobald ich die DVD hab, schick ich sie dir. 🙂

  2. CR^3 schreibt:

    Ich habe gestern den Film gesehen und war begeistert. Die Präsentation begann mit einem Bühnenstück. Ausgezeichnete junge Schauspieler haben das Stück mit sprachlichem Witz und bester Mimik gelesen und Kopfkino vom Feinsten erzeugt. Danach gabs den Film. Einfach herrlich. Die Wohung in allen Details ausgestattet – weit kitschiger als bei meiner verstorbenen Schwiegermutter – und die Maske zum Schreien komisch. Ich musste (!!!) den Film heute nochmal anschauen und habe ihn glücklicherweise hier gefunden. Ihr müsst ihn unbedingt sehen!

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