Grummelgrumpf und Ananas

Ich und das Konzept ‚Mittagsschläfchen‘ sind einfach nicht füreinander geschaffen. Nach 24 Jahren müsst man meinen, dass ich das kapiert hab. Nicht nur wach ich grundsätzlich durchgefroren auf, sondern auch viel zu spät, Wecker, Telefonanrufe und Atombomben ignorierend. Abgesehen davon, dass nichts den Biorythmus so ums Eck bringt wie ein ungeplanter sechs-Stunden-Mittagsschlaf, ist da diese eigentümliche Wehmut. „Wo ist der Tag hin? War da nicht grad noch ein Tag. Ein hübscher, sonniger Tag, mit nur leichten Gebrauchsspuren? Was hätt ich mit dem noch alles anfangen können! Wohin, oh Welt, WOHIN?“

Die andere Hälfte meines Momentanen Grummelgrrrmpfs kommt daher, dass wir grad drei Versionen von einem Drehbuch geschrieben haben – um DANN das Problem im Grundkonzept zu erkennen, dass uns bisher immer den Spannungsbogen im zweiten Akt versaut hat. Was heißt, dass wir das ganze Ding noch einmal komplett neu aufsetzen und durchplotten müssen… eine Erkenntnis, der man sich nach mehreren Wochen Arbeit recht ungern stellt. Die Versuchung ist dann immer fast überwältigend, einfach das vorhandene Buch ein wenig zu flicken, da und dort ein Pflaster draufzukleben und zu hoffen, dass es niemand merkt. Aber da steht dann der Berufsethos vor der Tür, zwirbelt seinen Schnurrbart* und weist darauf hin, dass ich mich jetzt besser SOFORT wieder an die Arbeit mache, sonst werde ich kiehlgeholt. Woraufhin ICH ihn darauf hinweise, dass er mich gar nicht kiehlholen kann, weil wir mitten in Wien sind und es weit und breit keine Piratenschiffe gibt, woraufhin ER wieder sagt, ich soll nicht blöd mit meinen imaginären Mitbewohnern streiten, sondern schreiben.

Woraufhin ich ihm Recht gebe, mir eine Tasse Thymiantee und einen indonesischen Ananaskeks** aus der Küche hole und wieder mit Anlauf gegen den Text renne.

*ja, mein Berufsethos hat einen Schnurrbart. Einen großen, buschigen Kaiser-Franz-Joseph-Schnurrbart.

**Aus „Field Guide to Cookies: How to Identify and Bake Virtually Every Cookie Imaginable“ von Anita Chu. Hab neulich für einen Werwolf-Spieleabend ein Blech gebacken. Da es bei dem Spiel hauptsächlich um Lügen, Betrügen und gnadenlose Manipulation geht, kann es nie schaden, seine Gegner zuerst mit süßer Backware in Sicherheit zu wiegen.

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4 Antworten zu Grummelgrumpf und Ananas

  1. Mountfright schreibt:

    Remember FFF? Wir wollten doch Fragen die mit „W“ anfangen nicht mehr stellen. 😉

  2. Camilla schreibt:

    du spielst werwolf? ich bin süchtig danach…

  3. Sarah Wassermair schreibt:

    Gut zu wissen – ich versuch schon länger in oö mal eine Runde zusammenzubringen. Da komm ich dann auf dich zu. 😀

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