Postmitternächtliche Überlegung zu Hunden und Katzen

Ich weiß schon, warum ich mit Hunden nicht so viel anfangen kann. Ich war gerade mit einer Freundin unterwegs, die den ihren dabeihatte, ohne Zweifel ein heißer Anwärter für den Titel ‚entzückendstes Vieh des Jahrhunderts‘. Ein etwa zwei Kilo schweres Flauschknäul, das fast nur aus Kulleraugen und Enthusiasmus besteht. Die Leute an den Nebentischen, die Kellnerin, zufällige Passanten, ich – JEDER war hingerissen, jeder wurde beim geringsten Anzeichen von interesse abgeschleckt und angewedelt. Es war ganz widerwärtig entzückend.

Für einen Moment (man ist ja ein schwacher Mensch) hab ich sogar mit dem Gedanken gespielt, wie es wohl wäre, sich selbst so ein Vieh anzuschaffen. Absolut zuverlässige Instant-Zuneigung gegen Hundefutter. Nicht so wie mein wankelmütiger Kater, bei dem es eine Ehre ist, wenn er sich dazu herablässt, überhaupt gestreichelt zu werden.

Auf der anderen Seite aber…. das Flauscheviech von Hund mag anscheinend ohnehin jeden, der nicht bei drei auf dem Baum ist. Sowas gilt eigentlich gar nicht mehr als Zuneigung, sondern höchstens als grundsätzliche Breitband-Sympathie. Wenn mein Kater dich mag, dann hat er sich ganz bewusst dafür entschieden, und sei es nur aufgrund deiner Fähigkeit als Streichler/Fütterer/Zeckenentferner oder wegen anderer, arkanerer Gründe, die Katzen so haben. Das heißt aber dann auch, dass die Katze DICH mag und nicht einfach nur das Gesamtkonzept Mensch.

Folglich: ich werd lieber von einer Katze gerade geduldet als von einem Hund innig geliebt. Das ist irgendwie echter. Und weniger schlabbrig.

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4 Antworten zu Postmitternächtliche Überlegung zu Hunden und Katzen

  1. Mountfright schreibt:

    Zwei Kilo? Das war doch kein Hund. 😀

    Und Katzen mögen uns nicht. Sie tolerieren uns und lassen uns gewähren. Bestenfalls.

    Ich will eine! Muss den allergischen Teil meiner Familie desensibilisieren lassen.

  2. Pat schreibt:

    wie kann man katzen lieber haben als hunde? katzen sind für mich das tierische pendant zu bordsteinschwalben…solang du ihnen das gibst was sie wollen kannst du alles von ihnen haben…aber wenn sie genug von dir haben hast du gefälligst das feld zu räumen…

    • Mountfright schreibt:

      Nee, Pat, so ist es eben nicht: Du kannst ihnen alles geben was sie wollen und bekommst TROTZDEM oft genug nur einen arroganten Seitenblick. Gut… dass wir Katzenfreunde das toll finden sagt vielleicht auch das eine oder andere. 😉

  3. irene schreibt:

    das kommt wohl auf die katze bzw. auf den hund drauf an.
    der hund von meinem bruder mag höchstens 5 menschen auf dieser welt, und dafür innig (ich bin eine davon *freu*). alle anderen sind „der feind“ 😀

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