Von Sucherei und (oh unsägliches Wunder) Tee

Die Wohnungssucherei amüsiert mich, weil ich dabei ein paar interessante Dingsigkeiten über mein eigenes Frustrationsverhalten gelernt hab. Also, im Wissen, dass ich mich jetzt vage lächerlich mache, weil ich grad mal eine Woche lang am werkeln bin und es außerdem ohnehin ein ziemliches Luxuxproblem ist: eine Kurze abhandlung über Sarah und den Frust.

Ich hab nie behauptet, dass ich ein geduldiger Mensch bin. Wahrlich, es gibt Eintagsfliegen, die im Vergleich zu mir wahre Paragone der Langmut sind, Heilige der Großen Warterei. Normalerweise, wenn ich mit einem Problem konfrontiert werde, prügle ich so lange darauf ein, bis einer von uns beiden wimmernd in einer Eckeliegt. Ich hab kein Problem damit, wenn die Problemlösung selbst dann länger dauert – sonst wär ich ja schwerlich in der Lage, jahrelang an einem Drehbuchprojekt zu basteln. Aber ich will kontinuierlich dran arbeiten können, wobei die einzige Grenze meine eigene kognitive und/oder körperliche Belastbarkeit ist.
Was ich auf den Tod NICHT ausstehen kann, ist, wenn mir extern Pausen aufgezwungen werden und ich zu einem gewissen Zeitpunkt nichts weiter daran machen KANN. Weil ich beispielsweise nach einer Woche jede einzelne Wohnungsanzeige Wiens kenne und und darauf warten muss, dass sich von außen was tut – im konkreten Fall, dass neue Anzeigen auftauchen oder sich einer meiner Informanten rührt. Egal, wie finster ich den Laptop anstarre, egal, wie gründlich ich mich in die historischen Hintergründe des zweiten Bezirk einlese… dadurch geht’s einfach nicht schneller. Aus unerfindlichen Gründen ist das Universum nicht der Meinung, dass ich dem Immobilienmarkt Wiens meinen Willen durch reine Sturheit aufzwingen kann. Und während ich das auf einer rein intellektuellen Basis absolut einsehe… nur gibts den anderen Teil von meinem Hirn, der fest davon überzeugt ist, dass irgendwo mitten im zweiten Bezirk die idealste aller idealen Wohnungen wie ein Schwammerl aus dem Boden schießen muss, wenn ich nur noch einmal einen genauen Blick auf die Entstehungsgeschichte der U2 oder die Leopoldstadt-Bevölkerungsstatistik im 1800 werfe.
(Und außerdem enthalten die Anzeigen alle viel zu viele Rufezeichen und davon bekomm ich Interpunktationsmigräne und Gewaltphantasien. Zum Thema überschüssige Rufezeichen hab ich einen ziemlich
fundamentalistischen Zugang.)

Morgen früh verkriechen sich im übrigen der Groll und yours truly wieder für ein paar Tage in die Steiermark, um dieses Mal hoffentlich auch die überarbeitungen für die Fälle 4. und 5. fertig zu bekommen. Bin grad am Packen und bin nicht sicher, ob es nicht vage bedenklich sind, dass sich in meinem Koffer Kleidungsstücke und Tee so ziemlich genau die Waage halten.

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