Dekadenz und Entengepolter

Komm grad vom Polterabend des Fräuleins Claudia (aka MIA Duck), welcher da höchst unterhaltsam war, auch wenn ich ihn viel zu früh verlassen hab, weil ich morgen schreiben muss und drum nicht den halben Tag verschlafen kann.

Besonders eindrücklich war der Ausgangspunkt des Abends, nämlich die Bar LeLoft – die hat es nämlich geschaft, dass für einen kurzen kapitalistischen Moment ‚reich werden‘ in meiner Prioritätenliste einen ziemlichen Hupfer nach oben getan hat. Die Bar befindet sich nämlich im 18. Stockwerk eines Hotels und hat statt Wänden einfach eine durchgehende Glasfront. Folglich: ein 360°-Grad Blick über Wien, der einfach nur grandios ist. Dazu kommt dann noch, dass in der Getränkekarte allein die Whisky-Abteilung anderthalb Seiten einnimmt und es durchaus möglich wäre, dort einen Jahrgangs-Ardbeg um 45 Euro das Gläschen zu erwerben.*
Ich war als erste dort und ziemlich nervös, bis die anderen aufgetaucht sind – irgendwie ist die ganze Veranstaltung edel genug, dass ich dauernd darauf gewartet hat, dass jemand ‚Hochstapler!‘ schreit und man mich hochkant hinaushaut, weil solche Lokalitäten sich nicht mit niederen Schreibknechten als Kundschaft abgeben. Haben sie erfreulicherweise aber nicht getan, auch, wenn ich’s ihnen jetzt akut nicht verübelt hätte. (Es sei denn natürlich, sie hätten mich nicht nur hochkant, sondern direkt aus dem achzehnten Stock hinausgeworfen. Das hätt ich ihnen no na ned akut verübelt, höchstwahrscheinlich aber nicht chronisch.)

*also, wenn man entsprechend Budget und Dekadenz verfügen würde. Was ich jetzt akut nicht tu. Also, Dekadenz vielleicht noch eher. Stattdessen bin ich, wie üblich, beim Laphroaig** gelandet. Und bei einem sehr seltsamen grünen Cocktail, der etwa so geschmeckt hat, als hätten sich ein Mojito und ein Glas grünes Pesto hinter den Schuppen verzogen und dort ein Kind gezeugt und eisgekühlt. Seltsam, aber höchst erfreulich.

** no na ned. Laphroaig schlägt halt kaum was. Und außerdem kommt man ewig mit einem Glas aus: ein winziges Schlückchen und die nächste Viertelstunde sind deine Geschmacksnerven vollauf beschäftigt. Ich kenn zwar viele Leute, denen er zu intensiv/rauchig/jodig/sonstwasig ist, aber ehrlich jetzt: wenn ich das nicht mag, kann ich auch gleich Madeira süffeln.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.