Ikea, alte Damen und Tentakel

Nachdem wir grad auf Redaktionsfeedaback für die letzten zwei Teile warten, hatt ich heut zum ersten Mal seit dem Umzug Zeit für einen Ikea-Trip. So lieb ich nämlich meinen Sofa-Dummy aus Karton gewonnen hab, mir war immer klar, dass er die Gäste auf Dauer nicht täuschen kann.*

Bin nach mehreren Stunden zu folgender Definition gekommen.

IKEA, das: schwedische Versuchseinrichtung, in der man sich durch genaue Beobachtung anderer Testobjekte stets aufs neue Überzeugen kann, dass man eigentlich gerne Single ist, wenn die Alternative daraus besteht, sich SO ein Sofa in die Wohnung zu stellen.

Ehrlich, wo der Typ offensichtlich nur – NUR – aus Erschöpfung und Rest-Zuneigung zu seinem nörgelnden Eheweib ein Sofa erworben hat, das es schafft, das ästhetische Empfinden jeder einzelnen Generation seit Adam und Eva zu verletzen… nun, sagen wir mal, ich bin im Hintergrund gestanden und bin fast zerflossen vor bitterem Mitgefühl.

Und ich hab wieder mal eine alte Dame zum lachen gebracht**, weil sie ihrerseits mich beobachtet hat, und zwar beim versuch, ein Wagerl zu schieben, dessen Ladung mich um ein Eck überragt hat. War eventuell nicht der würdevollste Anblick des Planeten, vielleicht auch darum, weil ich dabei Geflucht hab wie ein Seemann mit Tourette-Syndrom an einem besonders ungezogenen Tag. Aber das ist okay, solang ich damit Pensionistinnen amüsieren kann, hab ich meinen Platz in der Welt.

Und außerdem… Sofa. Sollte man nicht unterschätzen.

In other news, neulich im Hause Wassermair:

Sarah: „Oktopi sind toll! Wusstest du, dass sie 3/5 ihrer Neuronen nicht im Hirn haben, sondern im Körper verteilt? Wenn ein Arm abgetrennt wird, dann bewegt er sich nicht nur, er kann auch noch Nahrung identifizieren und versucht, sie zu einem Mund zu führen, die er gar nicht mehr hat.“
Mutter (im Ton tiefsten Mitgefühls): „Awwwwww.“
Sarah:“…“
Sarah: „…“
Sarah: „Ernsthaft? Du hast Mitleid mit einem TENTAKEL?!“
Mutter: „Aber da ist es auch arm.“

Eh. Und Arm ist es auch.

*ich hab erwogen, ihn anzumalen. Aber auch das hätt die Illusion nur geringfügig verlängert, fürchte ich.

**was heißt, dass der Tag per se nicht so schlimm gewesen sein kann. Solang ich Pensionistinnen amüsieren kann, ist alles gut.

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Eine Antwort zu Ikea, alte Damen und Tentakel

  1. Mountfright schreibt:

    Du kennst „Moon Palace“ von Paul Auster, oder? In dem die Hauptfigur sich ihre Wohnungseinrichtung aus Bücherkartons baut? Angesichts dessen, was später im Buch passiert bin ich ganz froh, dass Du vom Weg der Geschichte abweichst. 😉

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