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Day One: Ten things you want to say to ten different people right now.
Day Two: Nine things about yourself.

1. Ich hab vermutlich eine sehr leichte Form von Synästhesie, die sich bei mir bei allem äußert, was mit Sprache zu tun hat. Vokale und einzelne Wörter haben für mich Farben, bei ganzen Texten kommt oft noch eine haptische Textur dazu. Ein ‚ü‘ ist beispielsweise blaugrün, das Wort ‚Myrmidonen‘ schimmert violett wie ein frischer Bluterguss – und vor Jahren kannte ich mal ein Mädchen, das schrieb Gedichte wie lindgrünes Leinen.

2. Als kleines Kind hatte ich nämlich einmal einen Alptraum, dass die Hölle eine Parkgarage ist. Meine Mutter war auch da und ich wusste, ich hab nur ein paar Minuten Zeit, um sie rauszubringen und vor ewigem Höllenfeuer (oder Parkzetteln) zu bewahren, aber sie wollte und wollte mir einfach nicht glauben. Bis heute kann ich Parkgaragen auf den Tod nicht ausstehen.

3. Ich bin bis heute vergrämt, dass Harry Potter Eulen dermaßen in Mode gebracht hat- jetzt kann ich nämlich nicht mehr zugeben, dass Schleiereulen und Waldkäuze meine Lieblingstiere sind, ohne gleich in den Verdacht des Potterismus‘ zu kommen. Dabei hat diese Vorliebe Nüsse mit Rowling zu tun, aber sehr viel damit, dass ich einem Vieh viel abgewinnen kann, das zur selben Uhrzeit wie ich wach ist und sich seinen Lebensunterhalt mit Beobachten verdient. Ganz abgesehen davon haben Waldkäuze einfach die schönsten Augen.

4. Ich bin sehr gut darin, die Schwachpunkte von Leuten zu erahnen – vor allem aber von denen, die mir lieb und teuer sind. Wenn ich mit so jemandem streite, dann hab ich immer eine kleine Stimme im Ohr, die mir zuflüstert: „Sag das. Oder das. Damit könntest du ihn/sie komplett vernichten. Es wäre sooo einfach.“
In den meisten Fällen kann ich mich zusammenreißen. Aber eine meiner größten Ängste im Leben besteht darin, dass ich eines Tages der Versuchung nicht nicht widerstehen kann. Wenn das passiert, dann werde ich etwas Unverzeihliches sagen und dafür mit einer Freundschaft bezahlen.

5. Mit zehn wollte ich einmal unbedingt einen Schneemann fertig bauen, obwohl es schon längst dunkel war und meine Kleidung geknistert hat vor Eis. Ich hab von damals zwei kleine runde Erfrierungen, eine auf jedem Oberschenkel. Man sieht sie aber nur, wenn ich heiß bade – dann werden sie nämlich rot.

6. Ich kapiere nicht, wenn jemand mit mir flirtet. Ernsthaft, ich bin in dieser Hinsicht so profund dämlich, dass es ein eigenes Wort dafür geben sollte. Ich red hier von einem „kapiert halbernste Witze über potentielle gemeinsame Kinder nicht“-dämlich. Wenn jemand mit mir flirtet, dann werd ich wahrscheinlich denken „Hm, seltsamer Dialog – schreiben wir ihn mal auf“ und zwei Jahre später bei der Durchsicht meiner Notizen ein Aha-Erlebnis haben. (Und ja, das ist beides wirklich passiert.)

7. Ich hatte als Kind einen Plüschlöwen namens ‚Taranis‘, den ich als Kopfkissen verwendet hab. Vor ein paar Jahren hab ich ihn entsorgt und meine Mutter fand das irgendwie betrüblich – Kindheitserinnerungen und so. Ich hab ihr nie erzählt, dass ich ihn schon als Kind nur wollte, weil ich vermutet hab, dass der Besitz eines geschätzten Plüschtiers zum Standard-Kindertum gehört und mich folglich ein bisschen weniger seltsam machen würde.

8. Ich sollte wahrscheinlich keinen Whisky trinken, wenn ich solche Listen erstelle. Ernsthaft. Sonst führt das nämlich zu Geständnissen wie Punkt 9.

9. Ich mag das Lied ‚Baby, it’s cold outside‘. Schlimmer noch, ich mag es in der Version von Glee. Wenn ihr jetzt den Kontakt abbrechen wollt, dann kann ich das verstehen.

Day Three: Eight ways to win your heart.
Day Four: Seven things that cross your mind a lot.
Day Five: Six things you wish you’d never done.
Day Six: Five people who mean a lot (in no order whatsoever)
Day Seven: Four turn offs.
Day Eight: Three turn ons.
Day Nine: Two smileys that describe your life right now.
Day Ten: One confession.

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7 Antworten zu 9

  1. Brigitte schreibt:

    Im gegenteil, das es die glee- version ist, ist eigentlich die einzige entschuldigung. Ich mein, wie herzig kann man ein lied über daterape eigentlich darbieten? (ich hab mich da grad auch geoutet, oder?) außerdem bin ich gerade unglaublich gerührt über die geschichte der badeflecken. ich glaub, dass schneemänner in deiner welt bis zum erfrieren gebaut werden müssen ist mit einer der gründe warum ich dich so mag.

  2. Mountfright schreibt:

    Ich finde die Geschichte mit den Erfrierungsflecken auch großartig. Zum einen sagt sie viel über Deine Fähigkeit, ganz in etwas aufzugehen. Zum anderen klingt das, als hättest Du jetzt eine kleine, praktische Vorrichtung an den Oberschenkeln, die Dich darauf hinweist, das Du gar bist. 😉

    Ich mag „Baby it’s cold outside“ auch, ich mag es in der Dean Martin Version, und, Brigitte, es ist KEIN Lied über Daterape! Ich kann Dir genau sagen, was passiert: Sie bleibt (selbstverständlich), kuschelt sich vor dem Kamin an ihn, trinkt den Punsch, er wähnt sich am Ziel seiner Träume… und dann murmelt sie, was für ein lieber Kerl er doch sei und schläft ein.

    Doch, das gibt’s. Ein Freund von mir hat mal vier Stunden lang nächtlich Deppenspielshows ansehen müssen, weil sein Date auf seinem Schoss eingeschlafen ist. Und er konnte weder weg noch an die Fernbedienung, weil sie „so süß schlief“ und er sie nicht wecken wollte. Ein Erfolg war’s trotzdem – die beiden sind heute verheiratet und haben zwei Kinder, Sarah kennt den Freund und kann die Story nachprüfen. 😉

  3. Sarah Wassermair schreibt:

    Die Story kenn ich auch von der Quelle: der Mann hat sich Ehe und Kinder in dieser Nacht wirklich bitter, BITTER verdient.

  4. brigitte schreibt:

    ich finde einfach, die antwort auf „du, was ist denn da drin“ bezogen auf alles, was ich gerade zu mir genommen habe, sollte niemals, niemals, niemals sein „kriegst eh kein taxi mehr“
    und ein anständiger mensch hätt auf diverse ankündigungen familiärer probleme bei übernachtung hoffentlich auch andere lösungen parat als „du willst es doch auch, schatzerl“
    dein freund hätt, so sich ihm die problematik so dargestellt hätte, wahrscheinlich auch was anderes gewusst, zumal ihn das stillhalten bei platonischem beschlafenwerden trotz schlimmen fernsehprogramms (und man kann es ja dann nichteinmal ausblenden und selber schlafen, dazu ist es immer zu laut, und man fragt sich wie kann der andere bei dem scheißlärm schlafen, und man möcht ihn/ sie das eigentlich gern fragen, aner dann schläft sie/er ja so süß und so weiter und man muss das mistprogramm und die damit einhergehenden zweifel an sich, der welt und dem gewählten partner) schon in die halle der kleineren helden der liebe befördert (zusammen mit den damen und herren, die still und leise immer das geschirr mit den soßenresten abwaschen, weil sie wissen, dass es der/dem anderen davor graust, oder der heldenhaften person die sich an einem stück die ganze erste staffel game of thrones angeschaut hat um am nächsten abend vorbereitet zum date zum beginn von staffel 2 zu erscheinen)

    • Mountfright schreibt:

      ;-D Du kennst tolle Menschen, Brigitte.

      Aber zurück zum Lied: Mooooooment – „I ought to say no“? „At least I’m gonna say that I tried“? „Maybe just a cigarette more“? Da klingt entschiedene Gegenwehr aber anders. Nein, ich bleibe dabei – er will sie betrunken machen und verführen, sie will im Warmen bleiben und mag ihn eigentlich schon, und es endet damit, dass er neben ihr sitzt, bewundert, wie süß sie schnarcht und auf Befriedigung seiner fleischlichen Gelüste in der Zukunft hoffen darf.

      Allerdings muss ich sagen, dass ich Dean Martin zumindest noch einen Verführungsversuch zutraue, bevor sie wegnickt. In der Glee-Version klingt der männliche Part, als sei er total bekifft und sie noch nüchtern. Dieser Abend endet damit, dass er grinsend ins Kaminfeuer starrt und sie ihren Vater / Bruder anruft, um sich abholen zu lassen. Und am nächsten Morgen fragt er sich dann verdattert, was eigentlich passiert ist.

  5. Sarah Wassermair schreibt:

    „ich finde einfach, die antwort auf “du, was ist denn da drin” bezogen auf alles, was ich gerade zu mir genommen habe, sollte niemals, niemals, niemals sein “kriegst eh kein taxi mehr”

    Da hat die Frau Schima allerdings einen sehr guten Punkt. Ganz definitiv. Ich muss mir das Lied nochmal unter gaaanz neuen Gesichtspunkten anhören, deucht mich…

    Die GANZE erste Staffel? Das ist allerdings in der Tag ein absoluter Liebesbeweis. Ich bin angemessen beeindruckt.

  6. Pingback: schreckenbergschreibt: Die Liste der Bekenntnisse – Teil 2 | schreckenbergschreibt

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