Die Hunnen kommen

Ich hab ja im letzten Jahr verhältnismäßig wenig politisches gepostet, weil ich beruflich schon so im Stress war, dass ich wenigstens hier meine Nerven schonen wollte. Aber nervenschonliche Vorsätze bezüglich Nicht-so-sehr-über-die-FPÖ-aufregen verpuffen regelmäßig in der Luft, wenn man Dinge wie diesen Giftmüll liest:

http://www.ots.at/touch/presseaussendung/OTS_20121231_OTS0016

WOHOA! Klar, ein ein Vergewaltiger mit türkischem Namen ist der ultimative feuchte Traum für jeden FPÖ-Pressefuzzi. Man kann zwar lange zehren von „Unsere Arbeitsplätze werden gestohlen!“, „Unser Wiener Blut wird verunreinigt“ und „Unser Christlicher Glaube wird verhöhnt“, aber früher oder später wird’s doch fad ohne den alten Klassiker „Sie werden unsere Jungfern in ihren Betten schänden!“

(Ein Panikruf, der seit der Frühgeschichte übrigens jedes Mal laut wird, wenn irgendwo zwei ethnische Gruppen aufeinandertreffen – vermutlich gab es schon in der Ursuppe den Slogan „Diese verdammten Wimperntierchen wollen sich unsere jungfräulichen Einzeller… ähm… okay, noch nicht, aber sobald sie Sex erfunden haben, dann aber, diese Scheusale!“)

Natürlich ist das Problem hier nicht das Schänden per Se, sondern die Tatsache, dass ein Nicht-Arier sich dazu erdreistet. Mit grundsätzlicher Schändung von und Gewalt gegen Frauen hat die FPÖ bekanntlich kein Problem, höchstens, wenn das Weib die Frechheit besitzt, davor in ein Frauenhaus fliehen zu wollen: http://derstandard.at/1342139052002/Amstettner-Frauenhaus-als-Zielscheibe-fuer-die-FPOe

Ich meine, wo käme man da hin, wenn ein wackerer Arier mit seinem angetrauten Eheweib nicht mehr machen kann, wenn er will? Die hat sich ja quasi per Ringannahme zum Koitus und der gelegentlichen Watschen verpflichtet.

Und sobald de Rassenschande dabei wegfällt, ist so eine kleine Schändung sowieso nur halb so schlimm.

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4 Antworten zu Die Hunnen kommen

  1. Mountfright schreibt:

    Das wäre ja alles lustig, wenn es nicht so schrecklich und bitter wäre. Schon die Bezeichnung U-Bahn-Sex-Monster – da hat mal wieder irgendwer nicht mitbekommen wollen, dass eine Vergewaltigung etwa soviel mit Sex zu tun hat wie ein Biss in die Kehle mit einem Besuch im Restaurant.

    Zu der Betonung der (vermuteten) Nationalität sage ich mal nichts – Du hast so Recht, die Nummer ist uralt, und es geht niemals um den Schutz DER Frauen, sondern um das Besitzrecht an UNSEREN Frauen. Sonst wäre es ja egal, woher der Vergewaltiger kommt, Hauptsache, man stoppt ihn. Aber die selben Gestalten, die ihre Tür vor dem Hunnen verrammeln, der ihre Töchter stehlen will, raten Frauen der eigenen Ethnie gerne, zum Schutz vor Vergewaltigung keine Miniröcke zu tragen und negieren, dass es so etwas wie Vergewaltigung in der Ehe überhaupt gibt.

  2. Sarah Wassermair schreibt:

    „…und es geht niemals um den Schutz DER Frauen, sondern um das Besitzrecht an UNSEREN Frauen.“

    Damit fasst du die Situation ultimativ zusammen, würd ich sagen. Wo wir grad beim Thema sind – hab ich erwähnt, dass die FPÖ so nebenbei auch Attacken auf die Fristenlösung reitet und sich damit mit den rechtesten rechtskatolischen Rechtlingen von Bischöfen zusammentun? Weil ja die Gebärfähigkeit die „größte Würde der Frau“ ist und es ja wirklich unverschämt wär, wenn wir selber mitreden dürften, was in unserem Uterus so abgeht.

    • Mountfright schreibt:

      Die größte Würde der Frau, ach so… Zu was macht das eine Frau, die die Wechseljahre hinter sich hat? Oder nie gebären konnte?
      Und wo liegt eigentlich demnach meine größte Würde als Mann? Etwa in…. nee!

      Du weißt, Beste, dass wir, was Abtreibung angeht, theoretisch sehr unterschiedliche Positionen haben. Und in einer idealen Welt wären unsere Positionen wahrscheinlich auch praktisch himmelweit voneinander entfernt. Aber wir leben nicht in einer idealen Welt. Und wenn ich das richtig überschaue, ist in dieser nicht idealen Welt der Kompromiss, der die meisten überlebenden Föten und gleichzeitig die wenigsten durch stümperhafte (weil illegale) Schwangerschaftsabbrüche geschädigten Frauen garantiert eine Fristenlösung mit Beratung.

      Ich kann mich da, ehrlich gesagt, weniger über die rechten Politiker ärgern als über meine Kirche. Denn rechte Politiker werden dafür gewählt, dass sie sich für menschenverachtende Gesetze stark machen, das wollen ihre Wähler so. Sie sind also eklig, aber konsequent, man kann ihnen das kaum vorwerfen. Die Kirche jedoch sollte sich dafür einsetzen, dass die Welt ein klein wenig idealer wird, anstatt die Kleiderbügelindustrie anzukurbeln.

  3. Sarah Wassermair schreibt:

    Eben. Man kann auf einer theoretischen Ebene darüber diskutieren (was wir ja schon öfter und ausführlich gemacht haben), aber auf einer ganz praktischen heißt und dieser Welt ein Abtreibungsverbot tote Frauen. Ich sag dazu nur: Irland.

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