Die nächtliche Sehnsucht nach den Felidae

*seufz* Ich weiß, dass ich in Wien keine Katzen halten kann – zum einen will ich keine Katze zum Wohnungsdasein verdonnern, zum anderen bin ich einfach zu viel verreist. Ich hab mich damit abgefunden und bitte halt stattdessen gelegentlich meine Mutter, dass sie meinem Kater in OÖ das Handy reicht, auf dass ich ihn zumindest Schnurren hören kann.

Aber es gibt halt dann diese einsamen Abende, an denen man allein mit einem Gläschen Wein vor dem Computer sitzt und ganz fürchterlich gern etwas Weiches, Warmes, Schnurriges hätte, dass einem Gesellschaft leistet.

Das sind dann die Abende, an denen ich mich dabei ertappe, die Homepages von Main-Coon-Züchtern anzuschmachten. (Ich meine – größer und schnurriger wirds kaum mehr als bei einer Rasse, bei der ein Kater locker mal acht Kilo auf die Waage bringt.) Und immer dann, wenn ich anfange, mir zu überlegen, dass ich ja vielleicht doch irgendwo im Vorzimmer ein Katzenklo aufstellen könnt… dann weiß ich genau, dass es jetzt ganz dringend Zeit wird, ins Bett zu gehen. Sonst komm ich noch auf blöde Ideen.

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8 Antworten zu Die nächtliche Sehnsucht nach den Felidae

  1. Mountfright schreibt:

    Ich versuche gerade verzweifelt, ein Argument gegen Maine Coons zu finden, aber mir fällt keins ein… Doch, Moment: Socke, der Maine Coon-Mix von Sy. und St., hat immer in die Schuhe seiner Familie gepinkelt, nachdem El. geboren war. Hm… vielleicht nicht perfekt, aber das einzige Argument, das ich kenne.

    Und wenn Du beginnst, Dir Katzen anzuschaffen, könnte es natürlich passieren, dass Du anfängst, ihnen die Namen der am Manhattan-Projekt beteiligten Wissenschaftler zu geben, bis auf Zazzels, weil Zazzels so zazzy ist. Es gibt da einen berühmten Präzendenzfall…

  2. Maria Valencia schreibt:

    Das Gefühl kenn ich zu gut. Ich hatte durchaus auch in meiner 32 m2-Einzimmerwohnung Ideen von katzen- und wohnungsbewohnergerechter Katzenhaltung. Überaus miese Ideen, muss ich dazusagen. Und dann hab ich mir meinen leider allzu kurzlebigen Hamster gekauft. Verzweiflung wegen Katzenmangel halt.

    Oh, und ich hab noch einen Zusatz von wegen und bizarren Träumen für dich: letztens bin ich völlig entnervt aufgewacht, weil ich eine sich endlos anfühlende Diskussion mit einem EU-Politiker darüber hatte, dass, nein, slowakisch und slowenisch *nicht* das gleiche sind, und abgesehen davon, niemand ein Eutermuseum braucht. Aber das wollte alles nicht in seinen dicken Politikerkopf. Nicht sehr entspannend das ganze.

  3. Sarah Wassermair schreibt:

    @ razor: Die Familie M hatte eine Main Coon? Echt? Muss ich sie mal ausfragen – ich mit meiner Vorliebe für besonders große, besonders fellbündelige Kater hab, no na ned, schon längeren einen schweren Schmachtet auf die Rasse. ( And, fyi, Zazzels IS zazzy!)

    @Maria: Ich leide mit dir auf der andere-Haustiere-weil-Katze-nicht-möglich-Front. Ich liebäugle ja selber schon länger mit Ratten, aber auch bei denen ist halt das Zu-oft-verreist-Problen eklatant.

    Bezüglich Traum: Weißt du, was das wirklich schlimme ist? Ich vermute, dass genau diese geträumte Diskussion irgendwo in der Europäischen Union tatsächlich genau jetzt im Moment von Beamtenschädeln geführt wird. Geht fast nicht anders.

  4. Mountfright schreibt:

    Ja, Socke war eine halbe Main Coon, mit sehr vielen Main Coon Eigenschaften. In der Familie einer Freundin einer meiner Töchter gibt es auch zwei so riesen Felltiere, ich bin nur nicht sicher, ob es Main Coon oder Norwegische Waldkatzen sind. Kann ich in Erfahrung bringen. Eigentlich eignen die sich alle ganz gut zur Wohnungshaltung, weil es meist sehr entspannte Tiere sind, die von sich aus gar keinen Sinn darin sehen, raus zu gehen und irgendwen zu jagen, wenn man es drinnen warm, kuschelig und mit Vollpension haben kann. Klar, wenn ich rein genetisch „draußen“ mit Maine oder Norwegen im Winter verbinde…
    Allerdings pendelst Du ja auch des Öfteren zwischen Wien und OÖ, und ich weiß nicht, ob eine Main Coon diesen unsteten Lebenswandel gutheißen würde.

    Kennst Du nicht die Geschichte, wie ich Socke einmal umsiedeln musste, weil S & S auf Hochzeitsreise waren? 😀

  5. Sarah Wassermair schreibt:

    Ja, das Pendeln ist das Hauptproblem – entweder das arme Vieh im Zug mitschleppen oder tagelang alleine lassen, beides keine Option. Aber ich sags dir – sollt ich jemals zu einem weniger wanderlustigen Lebensstil finden, dann dauerts keine fünf Minuten, bevor ich mit offener Geldtasche beim Züchter der größten, wolligsten Main Coons steh, die ich nur finden kann.

    Und nein – die Hochzeitsreisenstory kenn ich nicht. Klingt aber vielversprechend! 😀

  6. Mountfright schreibt:

    Die geht so:

    Dir ist ja bekannt, dass auch ich als junger Mensch Besitz einer Katze war. Die war auch nur zur Hälfte Katze, dazu jeweils ein Viertel Diva und Handgranate. Sie kehrte ihren Zorn fast nie gegen ihren Lieblingssklaven, sie behandelte mich gut, versorgte mich sogar stets mit den für sie ungenießbaren Innereien ihrer Beute, die ich undankbar verschmähte. Was sie aber überhaupt gar nicht mochte war Autofahren, weswegen ich sie auch normalerweise nicht dazu nötigte. Aber manchmal muss man eben doch zum Tierarzt. Blöderweise wusste sie genau was es bedeutete, wenn ich sie in ihren Katzenkorb verfrachten wollte, denn es gab nur einen Grund aus dem ich so etwas tat: Ich wollte sie zum Tierarzt bringen. Mit dem AUTO!!!

    Sie hat mir jedes Mal einen verdammt guten Kampf geliefert. Ich habe zwar stets gewonnen (schließlich ging es ja um der Herrin Wohlbefinden) aber ohne blutige Kratzer ging das nie ab. Für mich bedeutete also das Verfrachten einer Katze in ein Katzenbehältnis vor allem: Schmerzen und Liebesentzug.

    Nun heirateten also S. und S., und da die weibliche S. mich als Katzenfreund und insbesondere auch Sockefreund kannte bat sie mich, den Kater einige Tage zu versorgen und ihn dann zu einem Kollegen zu bringen, bei dem er schon öfter gewesen war, der aber früher nicht konnte. Ich sagte selbstverständlich zu. Die Konsequenz des Ganzen ging mir erst sehr spät auf:

    Ich würde Socke in seine Katzenbox stecken müssen. Meine Katze war ein zartes, kleines Geschöpf gewesen. Socke war ein halber Main Coon. Der Katzenkorb meiner Katze hatte eine sehr große Öffnung gehabt. Der Einstieg der Katzenbox war eher klein. Ich stellte mich also darauf ein, einen schlecht gelaunten Bengalischen Tiger in eine Flasche zu verfrachten und staffierte mich entsprechend aus: Dickes, gestepptes Hemd, Jeans, Stiefel, Arbeitshandschuhe. Auf einen Gesichtsschutz verzichtete ich – aber ich habe darüber nachgedacht.

    So angetan betrat ich also den Kampfplatz, stellte die Box auf den Boden und sprach zu der Bestie:

    „Socke, da musst Du jetzt leider rein.“

    Und Socke schlenderte aufreizend entspannt zu der Box, kletterte hinein, drehte sich um und sah mich an. Dass er nicht sagte: „Schließe er nun die Box und bringe mich in meine Urlaubsfrische, Knecht.“, war noch alles. Und ich stand da, in meiner Rüstung, und kam mir reichlich dämlich vor. 😀

  7. Mother Duck schreibt:

    Ich hab ja jetzt aufgehört mit meinem Kater zu telefonieren, nachdem er dann immer ganz panisch in mein Zimmer läuft und anfängt mich zu suchen.
    Aber als erste Maßnahme gegen akuten Katzenmangel geh ich immer ins Katzenkaffee, die haben ersten zwei ganz entzückende Main Coons (die sich auch, hin und wieder dazu herab lassen dass sie gekuschelt werden 😉 und richtig guten grünen Tee.
    Ich nehm dich sehr gerne mit. =)

  8. Sarah Wassermair schreibt:

    @Eva: bitte! Bin ich sofort dabei! (Nach dem Schießen, so als Gegenprogramm?)

    @Razor: hinreißend! Ja, wie sie mit den Körben und Tierarzt umgehen, das ist echt von Katze zu Katze ein anderes Universum. Ich hab damals mit Cleopatra (das war die wunderschöne Schildpatt, die ich vor Rhea hatte) im Wartezimmer immer Aufsehen erregt, weil ich völlig ohne Korb aufgetaucht bin und die Katze einfach im Arm trug. Ob da zehn riesige Hunde waren und drohende Arztgefahr, das war der kompett egal – die hat sich einfach auf meinem Schoß eingerollt und hat gepennt. Die war schon dermaßen entspannt, dass es schon eine fast absichtliche Provokation den Hunden gegenüber war, so quasi: „Ihr könnt mich alle sowas von, Burschen“.
    Wenn ich diesselbe Korbfrei-Im-Wartezimmer-Nummer mit meinem geliebten Feigling Ramses probieren würd, müsst ich mich schon vorher um Hauttransplantation und bereitstehende Blutkonserven kümmern.

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