Der Krieg der Frauen

Leses grad „Why We Hurt – the natural history of pain“ von Frank T. Vertosick, eine großartige Abhandlung über Schmerz, sowohl aus neurologischer als auch aus kulturanthropologischer Sicht. Wer hätt gedacht, dass man Bandscheibenvorfälle spannend machen kann?

Am faszinierendsten ist aber das Kapitel über Geburt, die für menschliche Frauen bekanntlich um ein ganzes Eck schmerzhafter und gefährlicher ist als für so gut wie jedes andere Tier auf dem Planeten* -vor der Ankunft der modernen Medizin waren drei von hundert Geburten für die Mutter tödlich. Das ist der Preis dafür, dass unsere Hirne immer größer geworden sind, die weiblichen Hüften aber nur eine gewisse Breite erreichen können, bevor der aufrechte Gang unmöglich wird.

So weit, so bekannt. Was mich aber so gerührt hat, war dieses kleine Faktum:

„While reading about birth customs, I was most impressed by one practiced by the Aztecs of ancient Mexico. An Aztec woman who died in labor was buried with full military honors as a war hero and her family granted a Pensions. The Aztecs saw birth als ‚the woman’s war‘ and, having seen it myself many times, I agree.“

Ich mein, grundsätzlich hatten die Azteken schon ein Rad ab, mit der ganzen Menschen-das-noch-schlagende-Herz-aus-dem-Leib-schneiden-Nummer und der dauernden Leute-aus-Nachbarstämme-entführen-damit-man-neue-Opfer-hat-und-die-Götter-nicht-angepisst-sind-Kiste. Aber in diesem einen Fall… da waren sie irgendwie profund sympathisch.

*eine Ausnahme stellt da vielleicht die weibliche Tüpfelhyäne dar. Aber das ist eine andere Geschichte

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