Was Sarah am Rockabillykonzert gelernt hat

So entschieden nun gestern Mother Duck, Second Duck in Command, mein kleiner Bruder und ich, dass uns der Sinn nach Leuten mit Irokesenfrisuren stehe, die Musik auf großen Bässen machen. Folglich fanden wir uns also in der Arena bei einer Veranstaltung wieder, die sich da „Rockabilly Attack“ nennt und die sich als sehr lehrreich erweisen sollte.

Gelernt habe ich folgende wichtige Dinge:

a. ein Duttkissen ist nichts unanständiges, sondern ein kleines Kissen, das man zum herstellen der klassischen Rockabilly-Frisur benötigt, die da aussieht, als habe man einen paralysierten Hamster in seine Stirnfransen eingewickelt.

b. es gibt Leute, denen diese Frisur steht und Frauen, denen sie nicht steht. Den Unterschied zu kennen ist essentiell. Mother Duck gehört ganz definitiv zu ersterer Sorte.

c. Männer der Wiener Rockabilly-Szene sind, so der gestrige Abend eine repräsentative Schnittmenge darstellt, nicht die größtgewachsenen Menschen des Planeten

d. Mitglieder der Familie Wassermair beiderlei Geschlechts sind immun gegen die erotischen Reize einer Burlesque-Show.
Sarah: „Uhm…“
Michi: „Genau.“
Sarah: „Ich denk die ganze Zeit nur darüber nach, womit die die Nippelbommel ankleben.“
Michi: „Darüber WILL ich gar nicht nachdenken.“
Sarah: „Küsst die grad ihren Hut!?“
Michi: „Ich glaube, der soll eine Schwalbe darstellen.“
Sarah: „Und jetzt macht sie damit… oh…oha.“
Michi: „Genau.“
Die Geschwister Wassermair tauschen an dieser Stelle einen komplett identischen Blick faszinierter Irritation.
Sarah: „Es liegt nicht nur dran, dass ich nicht lesbisch bin, oder?“
Michi: „Nope.“
Sarah: „Gut zu wissen.“

e. Linke Kampfrethorik hat einfach ein Stilproblem. Mein Beweisstück dafür ist der Aufkleber auf der Toilettentür, der eine entschlossene Frau mit Schlaghammer darstellt, auf dem „Feminismus steht“. Der Slogan darunter: „Definitionsmacht anerkennen heißt parteilich mit der Betroffenen sein“ und die Frau hat eine Sprechblase mit der Innschrift: „Täter(schüter_innen) keinen Raum geben“. Ich hab so lange auf dem Klo verbracht, in die Entschlüsselung dieser kryptischen Botschaft verdient, dass die Leute draußen wahrscheinlich gemeint haben, ich hab grad einen üblen Blasenkatharr entwickelt. Bin aber immer noch nicht ganz sicher, was es heißen soll.

f. Rockybillymusik ist eine wirklich amüsante Sache, aber unterm Strich reiche man mir stattdessen doch lieber Psychobilly, welches da ich gestern als „Rockybilly, das grad einen wirklich schlechten Tag hatte und jetzt jemand töten möchte“ definiert hab. Was soll ich sagen, ich bin ein schlichtes Gemüt und ich hab meine großen Bässe gerne mit ein bisschen Gemetzel.

g. Ich muss endlich Anfangen, mich auch an angenehmen Sommerabenden wärmer anzuziehen. Weniger, um der Kälte vorzubeugen, als um meine Freunde daran zu hindern, sich beim ersten lauen Lüftchen ihre Schals und Westen vom Leib zu reißen und mich damit zu verfolgen. Das ist zwar sehr nett, aber auf dauer ein wenig anstrengend für alle Beteiligten.

h. Sobald Michi und ich gemeinsam auf ein Konzert gehen, sieht das Schicksal sich anscheinend verpflichtet, eine gewisse Grund-Skurrilität der Veranstaltung zu gewährleisten. Wir beschweren uns nicht, sondern haben im Gegenteil beschlossen, in Hinkunft noch gezielter nach der absurden abendlichen Beschäftigung zu suchen.

i. Sowohl Enten als auch kleine Brüder sind eine absolut hervorragende Sache. Ich kann jedem die Anschaffung von gleich mehreren Exemplaren aufs allerwärmste Empfehlen.

j. Die Tätigkeiten ‚Tanzen‘ und ‚etwas in sein Notizbuch schreiben‘ sollten hintereinander ausgeführt werden, nicht gleichzeitig

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Eine Antwort zu Was Sarah am Rockabillykonzert gelernt hat

  1. Mother Duck schreibt:

    @ g: Wir mögen es halt nicht wenn essentielle Menschen frieren und Gefahr laufen krank zu werden. Da reißt man sich dann schon mal Schals und Pullover vom Leib.
    Weil Enten mit Gänsehaut – das geht halt gar nicht.

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