Von Donau, Zombies und vielen, vielen Fassungen

Bin vor dem Wetter nach Oberösterreich geflüchtet – immerhin gibt es hier sehr, sehr dicke Mauern und eine Donau, die zwar nicht blau, aber zumindest kalt ist. Wenn man durchschwimmt, muss man zwar damit rechnen, dass einen auf den letzten Metern auf der anderen Seite neunundneunzigjährige Touristen anfeuern, aber diese kleinen Würdelosigkeiten sind immer noch besser als ein Hitzschlag. Ganz abgesehen davon, dass es um die Jahreszeit aus rein olofaktorischer Sicht eine kluge Sache ist, so weit wie möglich von Wien und seinen Öffis entfernt zu sein – beziehungsweise von den Fahrgästen, die Körperhygiene für einen obskuren neuzeitlichen Kult halten und die bei dem Wetter geruchlich so gut wie nicht von etwas zu unterscheiden sind, dass vor zwei Wochen zum Sterben unter ein Bahngleis gekrochen ist. (Wenn dann die Zombieapokalypse ausbricht, dann sind wir alle dran, weil wir die Viecher aus Gewohnheit mit normalen Fahrgästen verwechseln und viel zu spät mit den Kopfschüssen beginnen.)

Hier in Oberösterreich riecht es allerdings vor allem nach frischem Gras und Himbeeren und Donauwasser und warmem Katzenfell – damit kann ich eindeutig leben. Und weil heute Sonntag ist und ich mir in letzter Zeit vorgenommen hab, an den Wochenenden nur Dingsis zu schreiben, auf die grad niemand wartet, hab ich mir wieder mal eines meiner ältesten Projekte vorgenommen. Das ist ein Buch, dass ich seit meinem 19 Lebensjahr ungefähr einmal im Jahr herauskrame, skeptisch anschaue, ein zwei bis drei neue Fassungen schreibe, und dann wieder in der Schublade verschwinden lasse. Der gängige Witz zu dem Thema ist momentan, dass ich eines Tages im Altersheim durch die Gänge hüpfen werde, das Skript schwenken und brüllen: „JETZT weiß ich, wie der zweite Akt geht!“ Und dann werd ich einen Herzinfarkt haben und umplumpsen, bevor ich jemandem verraten kann, was jetzt wirklich im zweiten Akt los sein sollte. Aber bis dahin ist es hoffentlich noch ein paar Fassungen hin.

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