Von einer ungefundenen Vorlesung

Weil ich schon Beschwerden bekommen hab: nein, ich verfalle nicht an den Wochenenden in eine plötzliche Schockstarre oder entwickle eine mysteriöse Samstag-Sonntag-Computerallergie. Ich schreib nur deshalb weniger, weil ich da momentan meistens in Oberösterreich bei meinen Eltern bin, und das Haus dort über die langsamste Internetverbindung Mitteleuropas verfügt.

Heute hatte ich einen Tag von phänomenaler Sinnlosigkeit – ich hab eigentlich vorgehabt, eine Thewi-Vorlesung zu besuchen, weil das eines von den ganz wenigen Dingen ist, dir mir zur Vollendung* meines Studiums noch fehlt. Das Blöde war nur, dass ich zuerst einen viel zu späten Zug erwischt hab und dann nicht in der Lage war, den Vorlesungssaal zu finden. Nachdem ich etwa anderthalb Stunden in der Hofburg und Umgebung herumgeirrt bin, habe ich mir drei Dinge eingestanden:

a) vielleicht habe ich mir doch den falschen Lageplan im Internet ausgedruckt
b) ich habe keine Ahnung, was Theaterwissenschaftler in ihrem Studium alles leisten müssen, aber wenn es nur in Ansätzen so kompliziert ist wie das FINDEN des Studiums, dann müssen es die cleversten Menschen von überhaupt und sowieso sein.
c) die Vorlesung hat eh schon seit zehn Minuten angefangen, da kann ich’s für heute auch bleiben lassen und stattdessen daheim endlich mal meine e-mails abarbeiten.

Und nachdem es heut sowieso kein besonders produktiver Tag mehr wird, kann ich mich jetzt auch ruhig eine halbe Stunde mit einem Buch und einer Tasse Tee auf die Couch pflanzen. Danach brech ich dann zu meinem kleinen Bruder auf, um mich dort auf SEINE Couch zu pflanzen – er leistet mir beim Janus-Anschauen Gesellschaft, damit ich nicht völlig neurotisch werde und mir bis zum zweiten Akt eingeredet hab, dass jeder einzelne Zuschauer österreichweit gerade vor seinem Fernseher eingeschlafen ist. Was natürlich passieren kann, aber das wär irgendwie schad, weil sie dann allesamt schnarchenderweise einen Cliffhanger verpassen würden, auf den ich eigentlich recht stolz bin.

*im Sinne von: danach ist es aus. Nicht im Sinne von: dann ist es es ein vollendetes Studium von vollkommener Perfektion, quasi das platonische Ideal des Akademischen. Das wär dann doch ein bisschen viel verlangt.

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3 Antworten zu Von einer ungefundenen Vorlesung

  1. Pat Lind schreibt:

    beste: wir sind alles andere als eingeschlafen! und generell würden wir uns über deine anwesenheit auch freuen, falls dein bruder mal keinen bock mehr hat 🙂

  2. Sarah Wassermair schreibt:

    ad a) Das freut sehr!
    ad b) Gut zu wissen. In dem Moment, wo mich das Brüderlein raushaut, hock ich bei euch auf der Couch! 😀 (Aber im Ernst – abgesehen von Janus hab ich euch zwei eh schon zu lang nicht gesehen – nicht mal Lust, irgendwann auf ein Abendessen vorbeizuschauen? Diesmal bin ich wieder mit kochen dran.)

  3. Pat Lind schreibt:

    jederzeit! bist du? keine ahnung. tut nichts zur sache 🙂 – wir müssen uns sehen. punkt.terminvorschläge werden dankend entgegengenommen!

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