Drei Enten und dreizehn Doktoren

War gestern Abend mit Mother Duck und MIA Duck im Haydnkino, um mir das 50-Jahre-Doctor-Who-Special auf der Großen Leinwand anzuschauen. Für die, die dieses glorioseste aller gloriosen Kulturereignisse übersehen haben: das Special wurde weltweit zum exakt selben Zeitpunkt gezeigt, im Fernsehen und in diversen Kinos, und es gab vorher keine Pressescreenings, keine Previews, kein nix. Der Faktor des Exklusiven – „Wir sehen es alle gemeinsam zuerst!“ – war schon nett, aber der wirkliche Reiz bestand aus diesem wortlosen Gemeindschaftsgefühl, das geteilte Begeisterung schaffen kann.

Das Gefühl, dass man gerade gleichzeitig mit Leuten in Marokko, Großbritannien und Kuala Lumpur* über denselben Witz lacht, hat etwas unglaublich… ich hätt fast gesagt: Tröstliches. Auch der Kinosaal in Wien war hinreißend**. Fünfhundert Leute am selben Fleck, die ALLE den Timey-Wimey-Insiderwitz verstanden haben, und fünfhundert Leute, die bei ‚I don’t want to go‘ den Kontext kennen und es deshalb gemeinsam traurig fanden. Ich war noch nie in einem Kinosaal, in dem dermaßen viel gejubelt worden ist, gekreischt und ge-szenenapplaust*** worden ist.

Zum Film selber sag ich gar nicht viel, einfach drum, weil da mehr Spoilergefahr besteht als bei einer betrunkenen Nacht mit River Song. Ich mochte ja grundsätzlich die Autorenära von Russel T. Davies lieber, weil ich das Gefühl hab, dass sich Moffat manchmal ziemlich in eine Ecke schreibt und dann gleich drei Deus Ex Machinas gleichzeitig antanzen lassen muss – aber dieses Mal hat hat er wirklich überzeugt und alle Erwartungen erfüllt, die man so an ein 50-Jahre-Special haben kann.**** Was diese Serie ein ums andere Mal schafft – und wofür ihr jedes Mal gelb, grün und kiwifarben vor Neid werde – ist die Steigerung im Finale, wenn die Katastrophe unausweichlich scheint und der Doctor zu Höchstform auffährt. Obwohl ich genau weiß, dass ich da grad manipuliert werd wie nichts Schönes – ich kann doch nicht anders, als dass mir jedes Mal das Herz.

*okay, ich hab nicht gecheckt, ob es Screenings in Kuala Lumpur gab, aber ich gehe einfach mal davon aus
** Schon mal, weil er die höchste Fez-Dichte in der Geschichte Wiens jemals beinhaltet hat. Und eine Frau im Tardis-Kleid. Und ein großartiges Zehnter-Doctror-Double, von dem ich ziemlich sicher bin, dass es eine Doublin war.
*** Und natürlich ist ge-szenenapplaust ein richtiges Wort. Ich hab es grad verwendet, oder?
**** Inklusive Mein-Sonic-Screwdriver-ist-größer-Contest

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