Von Heinzelmännchen und Menüs

Ich bin wahrscheinlich die einzige Person, die regelmäßig Silvesterpartys veranstaltet, bei denen das Wohnzimmer am nächsten Morgen sauberer ist als davor. Entweder habe ich gleich mehrere Freunde mit rezessiver Heinzelmännchen-Genetik oder ich wähle einfach instinktiv die Übernachtungsgäste aus, die mein spätnächtliches gemurmeltes: „Schlaft gut… und wundert euch morgen bitte nicht, falls ihr mich nicht wachkriegt, ich bin in der Früh ein wenig schwierig.“ als Befehl übersetzen: „Volk! Steht lautlos auf, räumt die Reste des nächtlichen Gelages auf und überlasst es mir, Stunden später in einer blitzblanken Wohnung zu erwachen. Wahrlich, ich habe gesprochen!“
Der Befehl war zwar eigentlich nicht impliziert, aber das ändert nichts an der überlegenen Sauberkeit und Oh-das-ist-aber-Nett-igkeit meines Wohnzimmers. Danke, Leute!

Die Feier selber war eine recht ruhige Angelegenheit im kleinen Kreis. Also, ruhig bis zu dem Moment, in dem Mother Duck der Raketen ansichtig wurde. Eine ihrer vielen, vielen liebenswerten Eigenschaften ist ihre Begeisterung für alles, das ‚Bumm!‘ macht – mit dem Ergebnis, dass es fast nicht möglich war, die Frau nach dem Feuerwerk wieder ins Warme zu bekommen, denn: „Da kommt noch was! Da kommt sicher noch was!“

Das Menü war das Ergebnis mehrerer Telefonkonferenzen zwischen Maria und mir. Wir haben den größeren Teil des Tages in der Küche verbracht, mit Eli als willigem (und höchst fähigem) Küchensklaven. Ich sag euch, so gründlich ist bisher in der gesamten Geschichte der Nudelteige kaum ein Nudelteig geknetet worden. Ausgangspunkt war die Überlegung, dass nach der Weihnachtszeit wahrscheinlich kein Mensch mehr einen Braten sehen kann, Endergebnis waren fünf Gänge, die da folgen:

Gefüllte Brandteigkrapferl mit Steinpilzfarce und Beef Tatar
Karotten-Mango-Suppe mit Gewürzcrackern
Hausgemachte Kürbisravioli mit Salbei-Zitronenbutter
Orangen-Minz-Wackelpudding
Mandel-Honig-Eis auf zweierlei Fruchtspiegel

Und jetzt, oh Freunde, werd ich noch kurz die Aquarien putzen, die Wäsche aufhängen und die Pflanzen gießen – und dann mach ich mich auf den Weg zurück nach OÖ, weil dort ein Kater auf mich wartet. Und es ist meines Wissens nun mal gesetzlich verboten, zu viel Zeit in absoluter Katerlosigkeit zu verbringen, wenn Abhilfe doch nur eine Zugfahrt weit entfernt ist.

Möge euer 2014 ein seltsames werden, aber seltsam im allerbesten Wortsinn, mit haufenweise unerwarteten (aber erfreulichen) Überraschungen und mindestens fünfeinhalb Lachkrämpfen der Stufe 7.

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Eine Antwort zu Von Heinzelmännchen und Menüs

  1. Mountfright schreibt:

    Hier auch nochmal: Ich wünsche Dir ein bezauberndes 2014. Auf dass Du am 1.1.2015 noch glücklicher bist als jetzt. 🙂

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