Maybe stories are just data with a soul

Ich liebe diese Ted-Talks. Abgesehen davon, dass die deutschen Untertitel herzlich wenig mit dem Text zu tun haben, ist der hier absolut hörenswert.

http://www.ted.com/talks/lang/de/brene_brown_on_vulnerability.html?source=facebook#.UtapJRJVSBs.facebook

Das Konzept von ‚Verletzlichkeit‘ ist im übrigen eines, dass sich auch auf’s Schreiben anwenden lässt. Ich hab schon viel Zeug geschrieben, bei dem ich mich sicher gefühlt hab, die reine Gedankenspiele waren, bei denen ich nichts preisgeben musste. Diese Stories kommen manchmal besser an, manchmal schlechter, egal. Aber, die wirklich gut waren, die irgendjemanden an die Seele gerührt haben… das waren unweigerlich fast immer die, zu denen ich mich gezwungen hab. Die irgendetwas enthalten, das ich im normalen Leben sorgsam verstecke: eine heimliche Liebe oder ein hinuntergeschluckter Zorn, eine alte Verletzung, eine dunkle Phantasie, eine Erinnerung an die Einsamkeit um ein Uhr morgens in der letzten U-Bahn. Ich tarne diese Dinge dann gut, tief in den Knochen der Geschichte, eingewickelt in Lage um Lage an Metapher und Schaut-nicht-hin-ich-bin-nicht-diese-Figur … aber das ändert nichts daran, dass ich beim Schreiben dauernd das Gefühl hatte, dass ich gerade vor der ganzen Welt meine Kehle entblöße. Aber gerade diese Geschichten – die, bei denen ich glaube, dass mich danach unmöglich noch jemand mögen kann, weil ich zu viel gesagt habe, weil ich mich verraten habe… das sind genau die, mit denen ich am Ende die tiefsten Verbindungen hergestellt hab.

Ich hab ja die Theorie, dass Geschichten in Wahrheit Golems sind, aus Wörtern statt aus Lehm, aber Golems nichts desto trotz: sie haben keine eigene Seele und können nur dann leben, wenn der Autor ihnen ein kleines Stückchen von seiner eigenen gibt.

(Oder natürlich, wenn sie einen wirklich guten Witz über einen Hamster auf einem Dreirad enthalten. Aber nachdem ich keine wirklich guten Witze über Hamster auf Dreirädern kenne, bleibt mir halt nur die obige Methode.)

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