Sodale – es ist 8:15 und ich bin hellwach, was immer noch die Vorstellung meines Körpers von einem Kater zu sein scheint. Nicht, dass ich mich beschwere, ist der handelsüblichen Variante bei weitem vorzuziehen, aber kurios find ich es trotzdem.

Gestern Abend war also die Gala des Österreichischen Filmpreises. Den Kurzfilmpreis haben wir für Spitzendeckchen zwar nicht gekriegt (keine große Überraschung an der Front), aber ich hab während der Verleihung trotzdem viel gejubelt. Weil nämlich sowohl Beste Regie, Bestes Drehbuch und Bester Film an den Herren Tabak gingen, welcher da ein ausgesprochen lieber Filmak-Jahrgangskollege von mir ist und dem ich den Preisregen gönn wie kaum einem anderen. Ganz abgesehen davon, dass wahrscheinlich noch nie zuvor jemand dermaßen stilvoll einen Preis seiner Mutter geweiht hat wie Hüseyin, aber das ist eine andere Geschichte.

Außerdem werd ich ab jetzt nie, nie wieder die Oscarverleihung im Fernsehen anschauen können ohne zu denken, dass dort irgendwo im Publikum grad ein armer Teufel sitzt, der vorhin ein Glas Wasser zuviel getrunken hat und sich mit zunehmender Verzweiflung danach sehnt, dass sie endlich, endlich zum besten Film kommen. Wobei die ganze Zeremonie gestern ohnehin lobenswert (und blasenschonend) zügig war, abgesehen von den kleinen und sehr berechtigten Intermezzi, wo diverse Leute auf der Bühne die Österreichische Regierung aufgefordert haben, vielleicht doch der Filmbranche nicht ganz den Geldhahn zuzudrehen. Weil man für eine Filmlandschaft halt so Dinge wie Filme braucht, und die wiederum lassen sich ganz schwer aus Pappmaché und alten Schnürbändern herstellen. (Das ginge wahrscheinlich auch, aber wirklich publikumstauglich wird das Ergebnis bei solchen Sachen dann halt eher selten.)

Ansonsten war’s ein sehr netter Abend, bei dem ich etliche alte Bekannte getroffen und überfranzösisch Chansontexte, die Verbindung von Kochen und Schreiben, undogmatischen Islam, dogmatischen Atheismus, Kinderopern, Erwachsenenopern, Aquarien und diverse andere Dingsigkeiten plaudern konnte. Nebenher ist dann alle zwei Minuten irgendwer vorbeigegangen, der bei mir einen akuten Flash von: „Jessas na, ist das nicht der…?!“ ausgelöst hat, was in sich schon unterhaltsam genug war.

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