Von Zombirken und Zombuchen

Es hat damit begonnen, dass mich jemand auf dieses unsterbliche Filmwerk hingewiesen hat:
http://www.imdb.com/title/tt2784512/?ref_=nv_sr_1
und ging mit der Frage weiter, was wohl mit einem Baum passiert, der von einem Zombiber angenagt wird. Wird der dann zum Zombaum? Der Rest… nun ja, war irgendwie naheliegend. Ahem. Völlig naheliegend.

SZENE 1 – WALD – NACHT

Eine Horde Zombäume. Auf den ersten Blick sind sie kaum von normalen Bäumen zu unterschieden, doch auf den zweiten sind die Zeichen untrüglich: ausgebleichte Blätter, blutrotes Harz, besonders übler Borkenkäferbefall. (Ob es sich dabei um untote Borkenkäfer handelt, das ist zur Zeit Gegenstand einer heißen Expertendebatte. Niemand will eine Wiederholung des Zomblattlaus-Debakels von ’09, es will aber auch niemand eine Massenpanik auslösen, nur, weil ein paar stinknormale Borkenkäfer einmal schlecht drauf sind.)

Auftritt KEVINIA (19) und CHANTAL (18) und wandern den einsamen Waldweg entlang. Obwohl es mitten in der Nacht ist – und Mitte Oktober – sind sie nur mit Bikinis bekleidet.

KEVINIA: „Scheiß Textilienallergie.“
CHANTAL: „Jupp.“

Ein unheilvolles Rauschen geht durch das Laub der Zombäume: sie haben ihre Beute gewittert! Sofort versuchen einige Zombirken und Zombuchen, sich auf die jungen Frauen zu stürzen. Sie wollen sich an ihrem Fleisch laben, an ihren Eingeweiden, an ihren Hirnen. (Vor allem an den Hirnen. Sie verfügen zwar selbst über keine, mangels zentralen Nervensystems, haben aber gehört, dass die Dinger ganz toll sind und dass man sie unbedingt einmal probiert haben muss.)
Chantal und Kevinia ahnen nicht, in welcher Gefahr sie schweben.

CHANTAL: „Dass die Pharmaindustrie da einfach nichts findet! Ich meine, gegen Heuschnupfen gibt’s ja auch was, und gegen Lactoseunverträglichkeit . Warum nicht gegen Textilienallergie?“
KEVINIA: „Ist halt ein Binnenmarkt, bei dem das Kosten/Nutzen-Verhältnis zwischen den zu erwartenden Ausgaben für Forschung, Tests und Zulassung in keinem auch nur ansatzweise zufriedenstellenden Verhältnis zu den zu erwartenden Einnahmen stehen.“

Eine der Zombirken setzt zum tödlichen Sprung an, jede Faser ihres untoten Seins auf Tod und Vernichtung strebend. Sekunden nur noch, bis unerbittliche Äste in das zarte Jungfernfleisch bohren, bis Chantal und Kevinias Schreie durch den Wald hallen werden wie ein ausgesprochen billiger Soundeffekt. Sekunden nur noch, bis-

EINE ZOMBIRKE (Gedankenstimme): „FUCK! Wurzeln! Fuck, fuck, fuck!“

So sehr sich die Bäume auch bemühen, sie können sich keinen Zentimeter rühren. Einzig eine besonders enthusiastische Zombuche bringt ein winziges Ästerascheln zusammen, und das ist vermutlich auch nur der Wind. Chantal und Kevinia entfernen sich immer weiter.

CHANTAL: „Stimmt schon. Zusätzlich zur Gewinnmarge muss man natürlich bedenken, dass mit großer wahrscheinlichkeit auch die Bikini-lobby -“
KEVINIA: „Und die B-Film-Industrie!“
CHANTAL: „Exakt. Dass also die Bikini-lobby und die B-Film-Industrie Druck auf die Pharmafirmen ausübt. Wenn man dann noch einkalkuliert….“

Ihre Stimmen verhallen in der Ferne, zurück bleiben nur eine Gruppe schwer frustrierter Zombäume.

EINE ZOMBIRKE (Gedankenstimme): „Fuck.“

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Eine Antwort zu Von Zombirken und Zombuchen

  1. Leonardo schreibt:

    An dieser Stelle würde ich als Regisseur eine Traumsequenz einfügen, die in Antonionischen Bildern (etwas verschlüsselt) die erotischen Zomträume der Zombäume zeigt.

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