Von chinesischen Brüsten

MD hat dieses Wochenende dem wassermair’schen Familiendomizil in OÖ die Ehre ihres Besuchs angetan. Nicht nur waren wir sehr, sehr erwachsen und sind (gemeinsam mit meiner ebenfalls sehr, sehr erwachsenen Mutter) und in der Linzer Grottenbahn*, nein, wir hatten auch noch sonst einiges an erbaulicher Unterhaltung.

Heute beim Frühstück beispielsweise…

Mutter: „Okay, ihr müsst euch kurz was anschauen.“
Sarah: „Was?“
Mutter: „Da ist Spitzendeckchen auf einer chinesischen Seite verlinkt.“
Sarah: „Und? Spitzendeckchen ist auf einem Haufen chinesischer Seiten verlinkt.“*
Mutter: „Ja, aber das ist eine… besondere Seite.“
Sarah: „Wieso?“
Mutter: „Sonst sind da eigentlich hauptsächlich Videos von nackten Frauen, denen der Hintern versohlt wird. Und von Brüsten. Verdammt vielen Brüsten.“
MD „Eine chinesische Fetischseite? Euer Kurzfilm ist auf einer chinesischen Fetischseite verlinkt!?“
Mutter: „Schaut so aus.“
Sarah: „Oh Gott. Jetzt kann ich glücklich sterben.“
MD: „Das ist echt faszinierend.“
Sarah: „Nein, ich mein’s ernst: ich hab alles erreicht, was eine Autorin auf dieser Welt nur erreichen kann. Wenn ich heute vor ein Taxi renn, dann werd ich lächelnd verröcheln.“
MD: „Tu’s vielleicht lieber nicht. Aber vor allem würd mich interessieren, wie denen DER Film ins Konzept passt? Ich mein, grad viele Brüste hab ihr nicht drin.“
Sarah: „Nicht wirklich, nein. Und versohlte Hintern auch nicht.“
Mutter: „Vielleicht ist’s ja gar keine Fetischseite, sondern nur eine, wo zufällig viele Brüste drauf sind? Oder die Videos sind in Wirklichkeit Kunst?“
Sarah: „Du meinst, der Busen ist das Lockangebot und dann, wenn jemand unbedacht draufklickt – BAMM! FRANZÖSISCHER ARTHOUSE!“
Mutter: „Könnt ja sein. Sooo genau hab ich sie mir ja nicht angeschaut, die anderen Filme.“
Sarah: „Warum nicht!?“
Mutter: „Weil ich grad am Ordinationscomputer war und ich wollt DEN Internetverlauf nicht dem Herren erklären, der unser System wartet.“
MD: „Wieso? Sagst einfach: ‚Nicht wundern, die Seite hab ich nur angeschaut, weil da was von meiner Tochter drauf ist.“
Sarah: „Jupp. ‚Die arbeitet nämlich beim Film.'“

*Ja, es gibt Fotos von mir, Mama und Eva beim Zwergerlschnäuzen und vor dem Schneewitchen-Diorama und bei der ernsthaften Diskussion der etwas creepy Engelchen im Sterntaler-Schaubild. Aber ganz ehrlich: ich hab noch nicht entschieden, ob ich DIE veröffentlich – wer weiß, ob das nicht mal irgendwann gegen mich verwendet wird.

**Was stimmt. Irgendeine unbekannte gute Seele hat dem Film sogar chinesische Untertitel verpasst und jetzt ist das Ding auf mehreren Portalen zu finden und wird heiß diskutiert, soweit wir das per google Translator feststellen können. Anscheinend haben wir da aus Versehen irgendeinen Volksnerv getroffen oder so – ich hab nicht die geringste Ahnung, aber es amüsiert mich natürlich zutiefst.“

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2 Antworten zu Von chinesischen Brüsten

  1. Pat Lind schreibt:

    Hahah zwergerlschnäuzen…grandios. das ist unser plan für dienstag. da bin ich auf besuch bei meinen großeltern in linz 🙂

    wollten wir schon im winger…aber die machen winterpause (außer an adventfeiertagen)

    • Sarah Wassermair schreibt:

      Ihr seid nachweislich hochkultivierte Menschen von unbestreitbar hervorragendem Geschmack!

      Der Ausdruck ‚Zwergerlschnäuzen‘ stammt von meinem Vater, der mir versichert, dass der in Oberösterreich schon vielen jahren gebräuchlich ist – und zwar, wenn man einen Dummenschen zurechtweißt und ihm nahelegt, statt seiner Blödheiten dochlieber „Zwergerlschnäuzen in die Grottenbahn“ zu gehen.

      Wie man das halt so macht. 😀

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