Auf einen Kater

Mein letzter Eintrag war wütend, und das bin ich immer noch. Fulminant, glorios, allumfassend angepisst auf die ganze Welt, um genau zu sein. Aber das Schlomo war eine zu außergewöhnliche Katze, als dass das Zorn sein Nachruf sein könnte. Das würde einer Kreatur wie ihm einfach nicht gerecht werden.

Also habe ich mir stattdessen gerade in der Stille der Nacht ein Glas Whisky eingeschenkt und in seinem Namen erhoben. Ich hatte schon viele kluge Katzen und viele, die genau zu wissen schienen, was Menschen um sie herum gerade denken. Aber Schlomo war der erste, der sich intensiv darum bemüht hat, uns sein Denken verständlich zu machen. Der uns mitgeteilt hat: „Schau, das habe ich mir überlegt. Schau, das habe ich gelernt. Schau, schau, ich bringe es dir bei.“
Ich hatte immer schon eine überdurchschnittlich Hohe Meinung vor der Intelligenz nicht-menschlicher Personen, aber dieser kleine Kerl mit den sanften Pfoten und dem Gewitterwolkenpelz hat mich einen ganz neuen Respekt gelehrt. Die Welt ist noch ein wenig reicher, tiefer, faszinierender geworden, weil ich die Ehre hatte, ihn zu kennen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s