Von Katzen und Träumen

xxxxxx Warnung: der Folgende Post ist mit großer Sicherheit nicht dazu angetan, die Stimmung zu heben. Wer für amüsante Aquariumsanekdoten, skurrile historische Fakten und politsche Bösartigkeiten hier ist, der kommt bitte nächste Woche wieder. xxxxxxx

Ich scheine momentan nicht in der Lage zu sein, mein Handy auszuschalten, bevor ich schlafen gehe – es könnt ja sonst am nächsten morgen wieder eine Nachricht auf der mailbox sein, die mir sagt, das irgendjemand gestorben ist.

Ansonsten scheint mein Hirn wieder einmal auf seinen persönlichen Klassiker zurückzufallen, mit dem es so ziemlich jedes emotionale Trauma zu verarbeiten scheint: Zombieapokalypsenträume. Ja, ja, ich weiß – langsam ist das nicht einmal noch als running gag amüsant. Und dabei interessieren mich Zombieszenarien im Wachzustand nicht einmal besonders – ich liebe die Feed-Trilogy, aber das war’s auch schon. Bei The Walking Dead bin ich nie über den Piloten hinausgekommen und auf der Liste meiner persönlichen Lieblingsmonster kommen Zombies nicht mal unter die Top zehn. Und trotzdem: gröbere emotionale Krise, Schlafenzszeit, BAMM! – Zombieapokalypsenstraum. Jedes. Einzelne. Mal.

Natürlich setzt irgendwann eine gewisse Gewöhnung ein, und mein Traum-Ich hat sich mittlerweile einfach angewöhnt, sich mit einem genervten Seufer den untoten Horden entgegenzuwerfen und sich fressen zu lassen, damit die Sache möglichst schnell erledigt ist. Also hat mein Unterbewusstsein in einem Anfall von überbordender Kreativität die Spielregeln geändert.

Ich bin für eine Klasse von Volksschülern verantwortlich. Wir haben uns in einem Klassenzimmer verschanzt, die Kinder sitzen unter ihren Pulten, weinen leise. Ich höre draußen Kampfgeräusche, schlurfende Schritte, sehe sich ruckartig Bewegende Schatten durch die Milchglasscheibe in der Tür. Vorher waren außer mir noch andere Erwachsene da, Lehrer, Aufsichtspersonen, die sich dem Mob entgegengeworfen haben – und die jetzt Teil von ihm sind. Selbstopferung ist in diesem Szenario keine Option, weil man es für die Kleinen damit nur noch schlimmer macht.
Mir ist klar, dass ich nichts tun kann, um die Kinder zu schützen – natürlich werde ich die Tür verteidigen, für die paar Sekunden, die ich einen hungrigen Mob eben aufhalten kann. Und dann werde ich mich mit leeren Augen aufrappeln und Teil der Gefahr sein. Das einzige, was ich tun kann? Dafür sorgen, dass sie schnell gehen, schmerzlos. Ich habe ein Hand voll Zyanidkapseln, vom Bildungsministerium genau für diesen Zweck ausgegeben.* Aber ich will sie jetzt noch nicht austeilen – was, wenn eines der Kinder panisch wird, die Hoffnung verliert, sie zu früh nimmt, wenn noch Rettung möglich ist? Nein. Ich muss es richtig timen, ich muss genau den richtigen Moment erwischen: hoffnungslos, aber noch genug Zeit, dass sie wirklich tot sind, bevor der Mob die Tür aufgebrochen hat, an mir vorbeigekommen ist. Ich muss…

Sehr, sehr, seeehr subtiler Substext, Hirn. „Jupp, das sind intelligente kleine Wesen, die du unbedingt beschützen willst. Aber es wird nicht funktionieren, sie sterben, egal, was du tust. Du kannst mit viel Glück noch ihre Todesart bestimmen und sie sanft gehen lassen, aber wahrscheinlich spielt’s nicht mal das.“
Ehrlich. Noch freud’scher wär’s nur noch gegangen, wenn wir alle von untoten Zigarren gefressen worden wären oder so.

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