Von Aquarienträumen

Ich habe diesen wiederkehrenden Traum, in der man mir ein Aquarium anvertraut. Aber nicht irgendeines, sondern ein riesiges, groß wie ein Raum, mit gemauerten Wänden und einer Sichtscheibe vorne. So wie die im Haus des Meeres beispielsweise, nur oft noch größer.

Und immer sind diese Aquarien so gut wie tot. Die Fische wirken anämisch und zwei Minuten davor, einfach mit dem bauch nach oben zu treiben. Wenn es Vegetation gibt, dann ist sie spärlich und am eingehen, oft ist der Boden aber ohnehin nur mit Dreck und Steinen bedeckt, leblos. Der Traum besteht immer nur daraus, dass ich mit jemandem das Problem bespreche. Überlege, wie ich Leben in dieses unmögliche Ding bringen kann. Welche Steine ich entfernen muss, welche Pflanzen ich wohl zum wachsen überreden könnte, welche Fische zum gedeihen bringen. Die äußeren Umstände sind in den einzelnen Träumen immer etwas unterschiedlich, das Grundgefühl bleibt aber gleich. Es der fast verzweifelte Wunsch, aus dieser Ödnis etwas lebendiges zu machen, etwas Schönes. Aber bevor mir das gelingt, bevor ich auch nur den ersten Farn pflanzen, den ersten Filter installieren kann – wache ich auf, zutiefst frustriert und mit den Bildern sterbender Fische im Kopf.

Heute nacht war der Traum ein wenig anders, und ich grüble noch immer nach, warum. Dieses Mal war das Becken zweigeteilt, mit einer klaren trennlinie in der Mitte – auf der einen Seite die übliche Ödnis, lebloser Mulm und ein paar vermodernde Pflanzenreste. Auf der anderen dagegen wucherndes Pflanzenleben, Farne und Schlingpflanzen*, die sich sanft im Wasser bewegen, prall von Leben, so grün, dass die Augen gar nicht satt werden können. Also hab ich beschlossen, einfach einen Teil der Pflanzen auf die andere, tote Seite umzusetzen, bin also ins Wasser gestiegen, abgetaucht, hab die Hände nach dem ersten Wurzelballen ausgestreckt..

… und bin aufgewacht. Das bleibt wohl immer gleich.

*beides ausschließlich von Gattungen, die nur an Land gedeihen können. Was vor allem beweist, dass meinem Unterbewusstsein botanisch echt nicht zu trauen ist.

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2 Antworten zu Von Aquarienträumen

  1. inter123netzzo schreibt:

    immerhin, eine Entwicklung. Unser aller Problem: die Ungeduld, alles soll gleich perfekt sein. Aber Leben braucht so viel Bemühen, soviel auf und ab, es ist eine Aufgabe, eine Herausforderung

  2. Alexander T. schreibt:

    Der kleine Horrorladen mit Fish and Chips *fg*

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