WAHL-VERBAL-WERKZEUGKASTEN Nr. 7

„Brexit, Öxit und alles drum herum“

Nach dem Brexit-Votum in Großbritannien und der entsprechenden Stimmung in Österreich (nämlich, dass wir alle gesehen haben, was für ein fundamentaler Blödsinn das wäre), haben FPÖ und allen voran Hofer kurz Kreide gefressen und behauptet, dass sie das natürlich niemals wollen würden. EU-Austritt, sie doch nicht.

STANDPUNKT DER KANDIDATEN

a) Dazu ganz klar: doch, wollen sie. EU-Kritik und Raus-aus-der-EU sind blaue Themen und Kampflinien von Anfang an. Und Hofer fängt ja in den Diskussionen JETZT schon an, da die Linie wieder aufzuweichen und von Bedingungen zu reden, unter denen der Austritt sehr wohl eine super Idee sein könnte.

Machen wir uns da nichts vor: wenn unsere blauen Freunderl an die Macht kommen (und das wird mit einem Hofer-Sieg wahrscheinlicher, siehe zk Nr 4), stehen die Chancen sehr gut, dass sie versuchen, uns im britischen Stil aus der EU-zu katapultieren. Ganz einfach. Und Herr Hofer wird milde lächelnd zusehen und mit dem Kopf nicken.

b) Van der Bellen ist da das genaue Gegenteil. Der redet nicht gegen den Austritt, weil es grad Mode ist – sondern aus tiefer Überzeugung. Der Mann ist ein sehr kluger, durchdacht handelnder Wirtschaftsökonom, der genau weiß, welche Folgen der Öxit für unser Land haben würde.
Mehr noch: was die EU uns alles bringt.
Er war im übrigen einer der Befürworter der ersten Stunde, als es bei den Grünen noch strikt dagegen waren – weil der Mann eben aus Überzegungen heraus handelt, nicht aus Parteilinie.

FOLGEN EINES ÖXIT

Für viele Leute ist die EU so ein großes abstraktes Ding, das dauernd Geld will und Bananenkrümmungen reguliert. Es ist wichtig, den Leuten klar zu machen: wir haben auch einen ziemlichen Haufen von der Union. Und das zu verlieren wäre verdammt bitter.

a) Fangen wir mit dem einfachsten an: Frieden. Frieden ist eine großartige Sache, ich bin ein riesiger Fan vom akuten Mangel von fremden Panzern in unseren Straßen und die EU ist vor allem das: ein Friedensprojekt. Und zwar eines der erfolgreichsten in der Geschichte, auch, wenn das bei den ganzen Bananenkrümmungsdiskussionen manchmal untergeht. Aber nichts wird uns auf Dauer so viel Sicherheit und Frieden bringen wie eine starke, eng zusammenarbeitende Europäische Union.

b) Mit der Wahl von Trump in Amerika ist die Lage in der Welt so unsicher wie lange nicht mehr. Russland, China und Amerika – alle drei auf ihre eigene Art unberechenbar. Da braucht es eine starke Stimme der Vernunft, ein starkes Europa. Ist das WIRKLICH die Zeit, in der ein kleines Land einen auf Alleingang machen sollten, die Europäische Union UND uns selbst schwächen? Österreich als kleiner Fleck auf der Landkarte hat nicht viel zu melden – als Teil eines starken Ganzen schon viel mehr.

Und wenn die großen Politischen Dinge nicht greifen, dann vielleicht etwas kleineres, Handfesteres:

c) Wie wär es mit leistbaren regionalen Lebensmitteln? Sehr viele der österreichischen Bauern überleben nur dank EU-Subventionen, ohne die hätten sie ein ernsthaftes Problem. Dazu kommt, dass unsere Bauern die österreichische Landschaft erhalten, durch die die FPÖ so gerne werbewirksam stapft. Diese ganzen grünen Wiesen und Wälder, an denen wir alle so hängen? Die bleiben nicht von alleine so.

d) Arbeitsplätze? Laut WKÖ würden wir mit dem Öxit mindestens 150.000 Arbeitsplätze in zehn Jahren verlieren.
Schließlich hängt jeder zweite Job in Österreich vom Export ab, dazu kommt dann noch der Tourismus – und davon, wie internationale Konzerne unter den erschwerten Bedingungen abwandern würden, wollen wir gar nicht anfangen.
Die Britische Regierung hat heute zum ersten Mal zugegeben, dass der Brexit dem Wirtschaftswachstum in GB schadet – und dabei sind sie noch nicht mal draußen.

e) Am meisten betroffen vom Brexit werden die Jungen sein – weil er ihnen endlos viele Chancen verbaut. Wer Kinder hat, der solle bitte bedenken, wie viele Perspektiven die momentan in der EU haben: sie können überall in Europa studieren, eine Ausbildung machen, Arbeiten, sich niederlassen. Wollen wir ihnen wirklich all diese Freiheit und diese Möglichkeiten wegnehmen? Nicht wirklich, oder?

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