Hellmouth in Vienna

So… meine Küche ist ein ziemlich düsterer Ort. Nicht, weil dort so tragische Dinge passieren würden und die Teedosen traurige Balladen singen, sondern einfach, weil das einzige Fenster in einen kleinen Lichthof hinaus geht, der wenig bringt, vor allem aber kaum Licht.

Dort Pflanzen zu ziehen ist also eine Ding der Unmöglichkeit, es sei denn, ich will mir irgendwelche Tiefseegewächse ziehen, die irgendwo im Marianengraben um einen Vulkanschlot herumwuchern. (Und da hätt ich dann ganz andere Probleme.) Weil mich aber ein Raum ohne Pflanzen nervös macht – ich hab gerne Leben um mich – hab ich mir neulich eine möglichst stormsparende LED-Pflanzenlampe und eine Zeitschaltur besorgt und mich auf der Stelle an die Züchtung eines privaten Küchendschungels gemacht.

Das Ding mit diesen Pflanzenlampen ist, dass sie unter anderem Energie sparen, in dem sie NUR die von Grünzeug gustierten Längenwellen produzieren, also rot und Blau. Und nachdem das für das menschliche Augen jetzt weniger ästhetisch ist, hab ich die Zeitschaltuhr auf 2:30-10:00 eingestellt, wenn ich eh kaum in der Küche bin.

Wirklich problematisch wird das erst, wenn man in der ersten Nacht nach der Installation um drei Uhr morgens schlaftrunken zur Toilette tappt und aus der Küche einen dämonisch purpurfarbenen Schein fallen sieht. Denn dann kann es passieren, dass man im Traumdusel nur eine einzige Erklärung für dieses Phänomen findet und die ist nicht schön.

Und so, liebe Freunde, kommt es, dass ich gestern für fast fünf Sekunden fix davon überzeugt war, dass sich offenbar hinter meinem Teeregal ein Portal zur Hölle geöffnet hat.

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Eine Antwort zu Hellmouth in Vienna

  1. Eli schreibt:

    Haha, habe gestern über Buffy & the Hellmouth mit meinem Zweit-Drehbuchling diskutiert, und wie amateurhaft das Böse doch ist. Küche. Tztztz.

    Aber ernsthaft, ich würde „Monstera deliciosa“ anpflanzen, die Blätter könnten dich zwar umbringen (wenn du sie zu essen versuchst), aber der Name „Swiss Cheese Plant“ ist klingt lecker. Die sollte sich trotz wenig Licht halten können. Ich hab‘ Ableger.

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