Der Dunkle Fürst und das Fräulein Niedermaier – Teil 14

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Am Ende der Woche schickten die Dorfbewohner einen Suchtrupp in die Feste. Er setzte sich aus demselben Komitee zusammen, das normalerweise für den Wütenden Mob Mit Fackeln™ zuständig war, dieses Mal kamen sie allerdings unbewaffnet und mit Apfelkuchen.

Gute Schreckensherrscher waren schwer zu bekommen und Salamacian war ein Spitzenexemplar. Er hielt beispielsweise zwischen den einzelnen Zombieinvasionen strikt die Ruhezeiten ein, terrorisierte das Dorf niemals während der Ernte und hatte so viele Jahrtausende angehäufte Familienschätze gebunkert, dass er gar nicht auf die Idee kam, Steuern zu kassieren. Im Gegenteil, die Dorfältesten hegten schon länger den Verdacht, dass die ‚anonyme‘ Spende zum Bau des neuen Kindergartens in Wahrheit von ihm gekommen war – Salamacian hatte zwar versucht, diskret zu sein, aber es gab gewisse Hinweise.
Die Tatsache, dass der Geldbeutel von einem Rachedämon des dritten Höllenkreises überbracht worden war und noch leicht rauchte, war einer davon. Ja, zugegeben, von Zeit zu Zeit ließ er einen von ihnen in Flammen aufgehen – aber höchstens alle paar Jahre und meistens niemand, den sie all zu bitter vermissten. Der letzte war beispielsweise der Bäcker des Ortes gewesen, der nicht nur grundsätzlich seine Gewichte fälschte, sondern auch seine Tochter grün und blau schlug. Wenn Salamacian ihn nicht in einem Tobsuchtsanfall in einer Aschehäufchen verwandelt hätte, hätten das Dorf die Sache früher oder später ohnehin selbst in die Hand nehmen müssen.

Mit einem Wort: die geknechtete Bevölkerung war ihrem Dunkeln Fürsten äußert zugetan und wenn sie länger als ein paar Tage kein Lebenszeichen aus der Feste des Erstaunlich Dauerhaften Unheils bekamen – ein paar Untote, die rastlos durch die Landschaft strichen, beispielsweise, oder gigantische Tentakel , die plötzlich durch die Wolkendecke brachen – dann machten sie sich Sorgen.

Sie fanden ihn schließlich, indem sie der Spur aus Taschentüchern folgten, die überall in den Gängen verstreut lagen. Die führte sie in das Schlafgemach, wo sie mit einem zitternden Deckenberg konfrontiert wurden, unter dem nur schemenhaft die Umrisse ihres Dunklen Lordes zu erkennen waren. Das Gebilde erschauderte immer wieder unter jämmerlichstem Niesen und Röcheln.

„Uhm“, sagte der Anführer des Suchtrupps, ein freundlicher Herr um die Neunzig: „Eure Finstere Hoheit?“

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10 Antworten zu Der Dunkle Fürst und das Fräulein Niedermaier – Teil 14

  1. Mountfright schreibt:

    Hat dies auf schreckenbergschreibt rebloggt und kommentierte:
    Was mag mit Salamacian passiert sein? Ist er krank? Aber er war doch gar nicht in Ischgl…

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