Paludariumsbau, Teil 1

Okay, wir erinnern uns an… okay, vermutlich erinnert sich niemand mehr so genau an diesen Beitrag vor ziemlich genau einem Jahr:
https://sarahwassermair.wordpress.com/2019/07/22/das-ende-einer-ara-der-beginn-einer-neuen/

Ich hab darin mein nächstes großes Bastelprojekt angekündigt, nämlich den Umbau meines geliebten Aquariums in ein Paludarium und hab optimistisch mit ‚I’ll keep you posted‘ geendet. Das war genau vier Tage, bevor das Angefangen hat, was ich zuerst für eine ’normale‘ Sehnenscheidenentzündung gehalten habe und was mich dann die nächsten neun Monate sowohl am Basteln als auch am Schreiben gehindert hat. Sobald es dann mit den Händen wieder halbwegs ging kamen zwei Monate Lockdown und damit verbunden gewisse Probleme, an einen Glasermeister zu kommen.

Jetzt aber ist es endlich so weit – die letzten paar Wochen hab ich immer daran gewerkelt, wenn ich Zeit zum Plotgrübeln gebraucht und meine Hände beschäftigen wollte, und langsam nähert sich das Ding der Vollendung. Ich dachte, es ist vielleicht auch so für den einen oder anderen ganz interessant, wenn ich – auf ein paar Posts aufgeteilt – hier den Arbeitsprozess zu dokumentieren.

Wenn’s am Ende funktioniert, dann yay, Zeugen des Triumphs. Und wenns nicht funktioniert und das ganze Ding klappernd in sich zusammenfällt… naja, dann hat zumindest irgendwer was zum Lachen, wenn’s schon nicht ich bin.


Also, so sieht das Ausgangsprodukt aus:

Schritt Nr. 1.

Man verbringe viele Stunden damit, die Frontscheibe des Aquariums mittels Stanleymesser und biblischen Flüchen zu lösen. Das dauert verdammt lang, weil das Silikon nicht der Meinung ist, dass es weichen sollte. Was ja normalerweise im Fall von Aquariumsilikon eine exzellente Sache ist und alles, nur jetzt grad: nicht.



Schritt 2.
Man besitze sehr starke Brüder, die vorbeikommen, um einem das frontscheibenlose Aquarium auf den Boden zu legen und die Frontscheibe zum Glaser zu bringen, auf dass er ein kleines Scheibchen davon abschneiden möge. Füttere danach die Brüder mit Bruscetta und Trifle, wobei der Schritt angeblich optional ist. Sollte er aber nicht sein.

Schritt 3.
Man bekomme vom Glasermeister mitgeteilt, dass die Frontscheibe beim Schneiden gesprungen ist und bestelle deswegen gleich eine ganz neue in den richtigen Ausmaßen. Gehe dabei bei der dicke des Sicherheitsglases ein bisschen sehr auf Nummer sicher und werde gefragt: „Was wollen’S da drin halten? An Haifisch?!“

Schritt 4.
Neue Frontscheibe heimholen. Silikon. Fluchen. Noch mehr Silikon. So unendlich viel Fluchen. Am Ende vier komplett versilikonierte Geschirrtücher und ein T-Shirt wegwerfen.




Schritt 5.
Man besitze nicht nur starke Brüder, sondern auch starke Freunde in Gestalt von Mother Duck und ihrem Liebsten, die vorbeikommen, um das Ding wieder an seinen angestammten Platz zu stellen. Wasser einlassen und über Nacht stehen lassen, um sicherzugehen, dass man beim Silikonieren nicht geschlampt habe und das Ding wirklich, wirklich dicht ist. Habe Alpträume zu dem Thema.

Schritt 6. Wasser wieder auslassen, dafür das Gitter installieren, das man als Gerüst für den restlichen verwenden wird. Das Zeug stammt aus der Meerwasseraquaristik und hat einen speziellen Spezialnahmen, der mir grad partout nicht einfällt.

Das kleine Gitterdreieck rechts ist der Gang, durch den dann später die Wasserrohre und Kabel der Pumpe und des Nebelmaschinchens verlegt werden. Man befestige das Gitter mit ein paar Tupfern Silikon an der Rückwand und fixiere das ganze so lange mit Gaffertape, bis die Sache trocken ist.


Okay, soweit für heute, würd ich sagen. Im nächsten Post dann: Bauschaum und Wurzeln und noch mehr Fluchen.

Oh, so viel Fluchen.

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2 Antworten zu Paludariumsbau, Teil 1

  1. Mountfright schreibt:

    Ich habe NULL Interesse, jemals selbst ein Paludarium zu bauen und kenne die ganze Geschichte bereits, teils aus eigener Anschauung, teils aus deinen anschaulichen und gestenreichen Beschreibungen. Und trotzdem lese ich das mit großem Vergnügen und bin gespannt auf die Fortsetzung. Ich prophezeie mal: Deine eigentliche Zielgruppe wird begeistert sein. 😀

  2. Flocke schreibt:

    Und da kommen dann nur Pflanzen rein? Oder auch ein paar von diesen süßen bunten supergiftigen Fröschchen?

    Neugierige Grüße,
    Flocke

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