Hab heut im Übrigen noch was Wichtiges gelernt heute.

Wenn man seinen Eltern erzählt hat, dass die Brüder den Nachmittag über da sein werden, um mit schweren Möbeln zu helfen – dann sollte man seine Mutter nicht ein paar Stunden später mit einer Recherchefrage anrufen und das Gespräch unvermittelt mit: „Du, kannst du mir vielleicht sagen, woran man ein schweres Schädeltrauma erkennt….“ beginnen.

Just saying.

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Von Brüder und Scones

Sitze im Wintergarten, trinke Tee und warte auf meine Brüder. Mehrere meiner Küchenschränke müssen aus mysteriösen Gründen (die ich später erläutern werde, wenn ich die ganze Mär erzählen kann, aber sie ist toll) in den Keller. Nachdem ich allerdings neulich bei einem schlampigen Uppercut* mein rechtes Handgelenk beleidigt hab und vorhin schon am Schneiden von BUTTER gescheitert bin**, deuchte es mich klug, nicht unbedingt einen Tag lang schwere Holzplatten durch die Gegend zu schleppen.

Wie ein überaus erfreulicher Zufall es aber so will, verfüge ich nun jedoch über zwei äußerst gut gebaute Brüder mit hilfsbereitem Gemüt, eine familiäre Anschaffung, die ich jedem nur wärmstens ans Herz legen kann. Nachdem ich sie dann gleich nur herumkommandieren und nichts selber zur Schlepperei beitragen kann, stehen jetzt in der Küche wengistens frische Blaubeerscones und Hühnchen-Curry-Mango-Sandwiches, auf dass sie wenigstens wohl gefüttert das Werk verrichten mögen.

*und sei leise, Razor, ich bleib immer noch dabei: ICH hab den Fehler gemacht und falsch geschlagen, der Pratzenhalter konnte exakt NICHTS dafür

**die machen sie aber auch lächerlich hart, dieser Tage

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A bissl müd

Wowza, einen ganzen Monat Schweigen hier hatte ich noch nie, glaub ich. Hat dezent was mit drei Deadlines gleichzeitig zu tun – dieses Jahr jongliere ich doch ein wenig mehr, projektmäßig, als meinen Nerven wirklich guttut. Andererseits, zu WENIGE Projekte würden mich auch stressen, mit Visionen von mir und meinem Aquarium unter einer Brücke und so, also darf ich eigentlich nicht jammern. (Ich jammer trotzdem, seien wir ehrlich, weil nichts so Wienerisch ist wie gesundes Suderantentum.)

Momentan allerdings mach ich quasi semi-Ferien – ein paar Tage in Graz mit dem geschätzten Herrn Schreckenberg, zur Criminale. Wie jedes Jahr waren wieder ein paar faszinierende Fortbildungen dabei, besonders der Vortrag über Giftpflanzen hat es mir angetan. Ihr würdet nicht GLAUBEN, womit man alles Leute um die Ecke bringen kann. Man hat danach völlig neuen Respekt für den durchschnittlichen Blumentopf, weil wahrscheinlich was tödliches drin ist.
Ganz Ruh geben kann ich natürlich trotzdem nicht- jetzt grad sitz ich im airbnb-apartement, hör draußen die Vögel zwitschern und wart auf eine Skype-Drehbuchbesprechung mit Jacob in Wien, während Razor irgendwo in der Innenstadt auf der Glauser-Gala sehr seriös dreinschaut und Krimipreise vergibt. Weil er in der Jury war, seriöseste Seriösität von allen, quasi. Hätt ich sehr gerne gesehen, aber … deadlines eben. Nach diesem Jahr gedenke ich fix, ein Nickerchen von mindestens einer Woche zu halten. Es wird das Nickerchen aller Nickerchen werden, ein Nickerchen, über das in Jahrhunderten noch die Barden singen, eines, an dem sich jedes weitere Nickerchen der Weltgeschichte messen lassen muss. Was werd ich pennen.

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Träume, wieder mal

Mein Hirn arbeitet grad wieder mal die ganze Liste der widerkehrenden Alpträume ab. Gestern war es „Plötzlich verantwortlich für ein gigantisches Aquarium voller seltsamer Fische, aber alle Pflanzen sterben und nichts will wachsen“, heute war’s der alte Klassiker „Gefangen in einem unterirdischen Labyrinth – dieses mal einer alten U-Bahn-Station – und jeder vermeindliche Ausgang führt zu noch mehr verborgenen Korridoren, jede Auskunft ist eine Lüge“.

Ich bin nicht gaaanz sicher, was mein Unterbewusstsein mir damit über die momentane Deadlinesituation sagen will, aber ich hab einen Verdacht…

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Bei uns im Treppenhaus gibt es ein bemaltes Fenster mit Blumen und Schnörkeln, aber schon lang vor meiner Zeit sind teile herausgebrochen. Jetzt soll es renoviert werden, ein kleines Schild bittet Bewohner um Mithilfe, falls sie alte Fotos oder Scherben haben.

Und ich stand heute fünf Minuten davor, von einer ganz eigenartigen Dankbarkeit erfüllt, dass es jemand wert findet, so ein kleines schönes Ding wieder heil zu machen.

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Wenn ich tagsüber laufen gehe, habe ich eine fixe Route – nachts weniger, weil die Stadt mich zu sehr anzieht, die geheimnisvollen Winkel, die im Licht der Straßenlaternen so ganz anders, so viel tiefer sind als bei Sonnenlicht. Nachts mäandere ich viel mehr, bleibe mal hier eine Weile vor einer Fassade mit tanzenden Bären stehen, atme dort tief ein, weil der Jasmin in einem Innenhof blüht. Beobachte alte Häuser, als wären es lebende Kreaturen, die sich jeden Moment im Schlaf regen können. Und gerade Wien ist so reich an seltsamen Funden, und mein Bezirk ganz besonders.

Heute war es ein Laden in einem alten Haus, durch die Schaufenster späht man in einen ein Dschungel aus Blüten, so dicht und üppig und überbordend, dass es an die Seele rührt. Und erst auf den zweiten Blick wird mir klar, dass um die Jahreszeit ganz sicher kein Flieder blüht, sicher kein Mohn, und dass jede einzelne Blüte aus Plastik und Seide ist, ein steriles Schaubild von Leben. Und dennoch bleibe ich stehen, dennoch meine ich fast, die Blumen riechen zu können, weil die Illusion so perfekt ist, zumindest jetzt in der Dunkelheit. Morgen wird es anders aussehen, aber ich werde mich auch hüten, tagsüber in die Nähe dieses Hauses zu kommen. Ich will mir den Nachtdschungel bewahren.

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Schlafparalyse, die vierte

Heute wieder mal eine von diesen reizenden Schlafparalyse-Episoden, die vierte bisher, denke ich. Die Halluzination bestand dieses Mal daraus, dass ein evil twin meines besten Freundes an meiner Bettkante saß und mit sanftem, bösartigem Ton auf mich eingeredet hat. Ich hab sein Gesicht dabei nie gesehen, weil ich den Kopf nicht drehen konnte, und hin und wieder ist er kurz verschwunden, hat geflackert wie eine Kerzenflamme. Das wirklich Fiese an der ganzen Sache find ich, dass mein Hirn dieses Mal jemand für mich durch und durch Positives (also, besagten besten Freund) gegen mich verwendet hat, was es natürlich wesentlich gruseliger macht, als wenn’s irgendeine unbekannte Geistererscheinung wäre.

Immerhin weiß ich mittlerweile auf der Stelle, was passiert. Macht das Gefühl von abgrundtiefer Bedrohung nicht wesentlich besser und ich hab mir beim Versuch, mich aus der Starre freizukämpfen, ziemlich glorios den Rücken verspannt. (Hallo, mein Freund, der Spannungskopfschmerz!) Aber immerhin gibt es einen kleinen Teil von mir, der das ganze währenddessen mit wissenschaftlichem Interesse beobachten kann und denken: „Na, immerhin is a gute Gschicht.“

Und wenn mich jetzt wer sucht – ich geh mit dem echten, nicht-flackrigen Razor ins Museum. Abend zusammen.

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