Nation, wir müssen reden

Okay, Leute, ich hab ein Angebot für euch.

Ich will nicht lügen – die Trump-Nummer hat mich diese Woche ziemlich durch den Wolf gedreht und ich hab mehr in einer Woche über Politik geheult als das ganze letzte Jahr davor. Nur, ich kann an Amerika nichts ändern, genau so wenig, wie ich Erdogan am Kragen packen und schütteln kann, oder Assad eines auf die Mütze geben. WAS ich tun kann, ist meinen kleinen Teil dazu beizutragen, dass wir in diesem Land hier nicht auch noch rechter rutschen. Dass wir am 4. (also, noch einmal) einen Bundespräsidenten wählen, der nicht für diesen ganzen Wahnsinn steht – sondern einen, der begriffen hat, dass wir als Menschheit alle im selben Boot sitzen.

Ich hab viel gegrübelt, WAS ich sinnvolles machen kann, und bin zum Schluss gekommen – den einen Vorteil, den ich hab, ist meine große Klappe. Also werd ich mit Leuten reden, was das Zeug hält – und würd euch bitten, dasselbe zu tun. Und zu diesem Zweck würd ich untertänigst ein wenig Hilfe anbieten, wenn ihr wollt. Dazu gleich bei Punkt 2.

Aaaalso, der Sarah-Hat-Die-Schnauze-Voll-Masterplan bis zum 4. Dezember sieht wie folgt aus…

Schritt 1: Ins Gespräch kommen
Okay, das Problem fängt schon ein wenig damit an, dass ich von zu Hause aus arbeite und mich ansonsten fast nur in fast durchgehend linken Umfeldern bewege. Mit Leuten außerhalb meines Kreises ins Gespräch zu kommen ist also schon mal nicht ganz einfach. Zumal ich (schockierend, ich weiß) trotz meiner großen Klappe im realen Leben oft saumäßig schüchtern bin und mir schwer tue, einfach jemanden auf der Straße anzureden.
Ich werd versuchen, das zu überwinden – aber um den Prozess ein wenig zu kickstarten, hab ich mir vorgestern schon mal ein Set von Vdb-Buttonsbestellt. (There you go: http://www.fanderbellen.at)
Ich werd mir zwar wie ein glorioser Honk vorkommen, die auf Mantel und Handtaschen zu tragen, aber wenn’s mir nur zwei Diskussionen in der U-Bahn einbringt, dann ist es das wert.

Hauptziel sind hier nicht eingefleischte Hoferfans – die werden wir vermutlich genau so wenig überzeugen können wie sie uns. Viel wichtiger sind die Unentschlossenen. Der Arbeitskollege, die keinen der beiden Kanditaten besonders mag und glaubt, dass sie eh ziemlich potato-potahto sind. Die Tante Herta, die findet, dass der Hofer ein fescher Bursch und sich nie genauer mit seinen politischen Ansichten auseinandergesetzt hat. Das sind die, mit denen wir reden sollten.

Schritt 2: Vorbereitet sein

Ihr habt vielleicht bemerkt, dass ich in den letzten Tagen schon ein paar Umfragen auf fb veranstaltet habe. Es wird so viel davon geredet, dass man die “Ängste der Rechts-Wähler ernst nehmen muss“. Okay, mach ich das. Ich möchte in den nächsten Wochen herausfinden, was genau das jetzt für Ängste sind – und wie man sie den Leuten nehmen kann. Ich will wissen, welche Pro-Hofer-Argumente kursieren, welche Anti-Van-der-Bellen-Gründe… und was man darauf vielleicht sagen kann, um seinen Gesprächspartner irgendwie zu erreichen.

Ziel ist nicht, dem Gegenüber zu beweisen, dass er deppert ist – sondern im besten Fall zu ihm durchzudringen. Und wenn nicht zu ihm, dann vielleicht zu einem der fünf Leute, die schweigend herumstehen und sich ihren Teil denken.

Schritt 3. Mit euch teilen

Ich bin nur eine Frau mit einer Klappe – hab aber den Verdacht, dass ich nicht die einzige sein werd, die sich in der kommenden Zeit den Mund fusselig reden wird. Und dass für euch die oben erwähnte Recherche daher vielleicht in der Diskussion mit Verwandten, Freunden, Kollegen und wildfremden Eichhörnchenfütterern im Stadtpark ebenfalls nützlich sein wird.

Also werde also versuchen, hier in den folgenden Wochen typische Pro-Hofer oder Anti-Vdb-Argumente aufzugreifen, auf ihren Wahrheitsgehalt abzuklopfen und Vorschläge für Gegenargumente zu machen. Am liebsten wäre mir das als kollaborative Angelegenheit – Feedback, Ergänzungsvorschläge und Quellen sind MEHR als willkommen! Und was die Erfahrungsberichte aus euren eigenen Gesprächen mit Hofer-Wählern angeht – please, keep them coming!

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2 Antworten zu Nation, wir müssen reden

  1. Mountfright schreibt:

    Guter Plan, viel Erfolg. Und noch eine Umarmung, diesmal aus der Ferne. B-)

  2. Pingback: WAHL-VERBAL-WERKZEUGKASTEN NR. 1 | Der Guppy war's und nicht die Lerche

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