Die Welt ist grad irgendwie allgemein fragwürdig, aber ich hab heute zum ersten Mal selber Pho gemacht und bin jetzt vage Nudelsuppenselbstzufrieden. Dachte, ihr solltet das wissen.

Weitermachen.

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Von Brüdern und Bäumen

Okay, ich muss vermutlich niemandem erklären, wie’s mir mit diesem Wahlergebnis geht. Alles sieht nach einer verschärften Neuauflage von Schwarz*-Blau aus, die Grünen sind draußen, ich bin allgemein pissig. Mein einziger Trost ist, dass die Burschen nicht gemeinsam die zweidrittelmehrheit gekriegt haben und jetzt an der Verfassung herumschrauben dürfen, was theoretisch möglich gewesen wäre. Insgesamt aber: kein überragend guter Abend. Ich bin trotzdem stolz auf meinen Bruder, der gearbeitet hat wie ein Vieh und in Aschach ein unter den Umständen überdurchschnittliches Ergebnis eingefahren hat. Hat er gut gemacht. Plus, unsere Oma war total glücklich, weil sie jetzt ein Wahlplakat mit dem Enkerl drauf daheim aufhängen kann. Is ja auch was.

Anyhow: hab überlegt, ob ich das nächste schreiben soll, weil’s so prätentiös klingt. Aber wir können in diesen Tagen echt jede Stimmungsaufhellung brauchen, die wir kriegen können – und wenn’s mir hilft, dann vielleicht auch jemandem von euch. Ich hab mir im letzten Jahr ein kleines Ritual angewöhnt. Jedes Mal, wenn wieder irgendwo eine neue Idiotie passiert, die mich niederdrückt, wenn die Welt wieder ein bisschen dunkler wird und ich mich machtlos fühle – dann geh ich auf eine von den folgenden Websiten und pflanz einen Baum.

http://www.edenprojects.org
https://www.weforest.org/
http://www.purprojet.com

Sagt einiges über den Zustand der Welt, dass ich mittlerweile einen recht formidablen kleinen Wald zusammen hab. Aber ich werd davon ruhiger, und irgendwo steht dann ein Baum mehr. Kann nicht so eine schlechte Sache sein.

*oder türkis, whatever

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Schamlose Wahlwerbung

Ich weiß ja, dass ich angesichts der Nationalratskanditatur meines Bruders ungefähr so objektiv bin wie… etwas sehr un-objektives, das mir grad nicht einfällt… aber auf jeden Fall: erfreulicherweise muss man mir nicht einfach blind vertrauen, wenn ich behaupte, er ist ein grader Lackl. Man kann sich den Burschen auch selber anschauen.

Hier das dritte Video der Reihe, über seine Standpunkte zu Flucht und Asyl:

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Von Pflanzenfreunden

Es begab sich also, dass Sarah und Mother Duck wieder einmal in Schönbrunn spazieren gingen. Tun wir im Herbst gerne, letztes Licht vor dem Winter tanken und so. Und nachdem wir schon da waren, konnten wir natürlich auch mal schnell ins Palmenhaus gehen, wo ich traditionellerweise glucksende und quitschende Geräusche über diversen Farnen mache und meine beste Freundin mir skeptisch zusieht. (Der Fairness halber, sie versucht gerade, ihre Liebe zu Zimmerpflanzen zu entwickeln. Sätze wie „Aber ich mag es nicht, wenn sie zu viel wachsen!“ verweisen allerdings immer noch auf eine gewisse Zurückhaltung ihrerseits.)

Wir sind also nach geglückter Pflanzen-Beglucksung wieder auf dem Weg hinaus, als wir an einem kleinen Wald Ficus Benjamins vorbeikommen. Und an all diesen wunderschönen Ficussen… sind Preisschilder. Und zwar für ein paar lächerliche Euro, einen Preis, um den man solche wunderbaren Dinger NIE kriegt. Anscheinend verkaufen die dort hin und wieder den Überschuss aus ihren Gewächshäusern ab, oder Ficusse entstehen spontan aus leerer Luft und sie müssen sie loswerden, oder… ich weiß nicht, was du diesem baumigen Preiswunder geführt hat, es war mir auch in dem Moment komplett ideal.


Abb. 1.1. Unscharfe, aber äußerst glückliche Sarah

„Die Frage ist“, sage ich also, während ich um die Ficusse herumschleiche: „Ob ich den nach Hause kriege…“
Mother Duck zieht die Augenbrauen hoch. Sie kennt mich lang genug, um zu wissen, dass das kein OB ist, sondern nur ein WIE. Car To Go fiel aus, weil wir das Teil niemals untergebracht hätten. Taxi aus dem selben Grund – plus, das hätte die wundersamkeit des Preiswunders gedämpft, wenn ich zwar nur 15 für den Baum zahle, dann aber 30 für den Heimtransport.

Abb. 1.2. Mother „Ich bin größer als du, also trage ich“ Duck, in heroischer Baumtragmission

Fünfzen Minuten und einiges Geschleppe (hauptsächlich von MD) später stehen wir also in der Ubahn und versuchen, mein gigantisches Gebüsch während der Fahrt am umkippen zu hindern – als ich plötzlich durch die Blätter ein entzücktes Stimmchen höre: „EIN NEUER FREUND!“

Ich spähe um meinen halben Urwald herum und da steht ein kleiner Bub, der in den Händen ebenfalls eine Topfpflanze trägt. Eine winzig kleine halt. Und der spontan in diesem Moment beschlossen hat, dass meine Pflanze und seine Pflanze ganz offensichtlich Freunde sind und total glücklich, sich kennenzulernen. Eine sehr valide Theorie, also hab ich sie bestätigt. Begleitet wird der Kleine von drei Erwachsenen und einem etwas älteren Mädchen mit Brille, sechs oder sieben vielleicht. Entweder die Schwester oder Freundin des Kleinen, die ihm begeistert beipflichtet.

Beide Grünzeugse werden also ausgiebig bewundert und verglichen, er erzählt mir, dass er seine gerade erst neu bekommen hat und dass sie vielleicht „Weißi“ heißt, weil die Blätter so hell sind. Meine könnte ja Pflanzi heißen, oder Grüni. Wir einigen uns schließlich, ob ihrer Herkunft aus Schönbrunn, auf „Franz Joseph“. Da ihn der Ficus eindeutig fasziniert, breche ich für ihn einen kleinen Ast ab, damit er ihn ins Wasser stellen kann.

Ich: „Vielleicht bekommt er ja Wurzeln und du kannst ihn anpflanzen.“
Bub: „Oh ja! Und wenn ich groß bin, dann ist die Pflanze auch so groß wie deine! Und ich nehme ihn auf einem Rollwagerl mit in die Arbeit! Und dann stell ich ihn vor den Computer und der Baum macht meine Arbeit! Und alle Zweige tippen ganz schnell auf der Tastatur und ich muss gar nicht mehr arbeiten!“
Ich: „ERSTKLASSIGER Vorschlag.“

Es folgt noch weitere hortikulturelle Diskussionen, ausführliche Analyse der Unterschiede zwischen den Blättern seiner und meiner Pflanze und auch noch ein paar Überlegungen, ob man vielleicht die Äste von meinem Ficus für ein Windrad verwenden kann. Echte Expertengespräche, also. Als sie Aussteigen, erklärt mir der kleine mit großem Ernst: „In der U-Bahn trifft man immer so viele neue Freunde!“ Das Mädchen mit Brille fällt mir plötzlich um den Hals und drückt mich. Und dann ziehen sie davon, immer noch fröhlich über Zimmerpflanzen plaudernd. Danach muss ich mich kurz gegen eine Wand lehnen, weil ich vor lauter Süß kurz vorm Zuckerschock bin und vermutlich sonst zusammenrbeche

Zusammenfassend hab ich also heute Nachmittag:
– frische Luft bekommen
– einen gigantischen Ficus für einen Spottpreis erworben
– hab Mother Duck hingebungsvoll beim Ficustransport fluchen hören
– bin spontan von einem kleinen Kind umarmt worden.

Mit einem Wort, ich bin’s zufrieden mit der Welt.

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Von den Gefahren des Recyceling

a) Papiermüll hinuntertragen.
b) In Container werfen
c) Feststellen, dass eine Plastikverpackung in den Papiermüll gerutscht ist
d) versuchen, sie herauszufischen
e) feststellen, dass man von mangelnd hühnenhaftem Körperbau für dieses Unternehmen ist
f) versuchen, Plastikverpackung mit einem großen Kuvert etwas nach oben zu schieben
g) versuchen, mit meinem Schlüsselbund und einem alten Klebenstreifen eine Plastikverpackungs-Angel zu bauen
h) erfolglos sein
i) noch weiter strecken im Versuch, an das Plastikteil zu gelangen
j) Containerdeckel dabei loslassen
k) Von Containerdeckel eines aufs Hinterhaupt kriegen, vornüberditschen, gegen Containerkante
l) nach oben gehen, Eis für anschwellende Lippe besorgen
m) beschließen, dass Recyceling echt nur was für die ganz Harten ist
n) Autsch.

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Eichhörnchenfeeling

So zwischendurch wieder mal eine Kochbuchempfehlung – hab mir vor ein paar Wochen ‚All Under Heaven: Recipes from the 35 Chuisines of China“ von Carolyn Phillips besorgt und bisher war alles, was ich daraus ausprobiert hab, großartig und wiederholungswürdig.
Hab heute den Abend damit verbracht, pointiert NICHT an den siebzig Sachen zu schreiben, an denen ich eigentlich grad schreiben sollte, und stattdessen große Mengen an Jiaozi zusammenzufalten (fleischig mit Schweineschulter/Ingwer/Koriander-Füllung, vegetarisch Kürbis/Pilz/Ei). Und jetzt hab ich einen Berg Teigtaschen in der Tiefkühltruhe und den dräuenden Verdacht, dass sich Eichhörnchen mit befriedigend großem Haselnussvorräten exakt genau so fühlen muss wie ich jetzt.

Die sind da an was dran, die Viecher.

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Knödel

Razor für zehn Tage zum Plotten in Wien zu Besuch gehabt. Leider nur Drehbuch-plotten und nicht Putsch- oder Weltherrschaftsplotten, aber jeder fängt mal klein an. Und nachdem ich ihn morgen leider Gottes wieder in einen Flieger setzten muss, sind wir heute Abend zur brav-geplottet-Belohnung ins Rebhuhn Esse gegangen, ein ganz hervorragendes Lokal mit österreichischer Küche bei mir ums Eck.

Am Rückweg dann glückliches sinnieren über Knödel, wie man das so tut.

Ich: „Knödel sind eines von den Dingern, die sich mir entziehen, kochmäßig.“
Er: „?“
Ich: „Die zerfallen mir immer im Topf zu Gatsch. Ich kann machen, was ich will, ich krieg keine ordentlichen Knödel hin. Es ist ein Fluch.“
Er: „Naja, du könntest sie fertig in so Kochtüten kaufen.“
Ich: „Ja, aber ich will sie selber können. Was, wenn ich nach der Apokalypse die letzte Überlebende bin, nur mit einer Tüte Knödelbrot.“
Er: „Ja. Das ist natürlich … ja.“
Ich: „Gut, ich hätt dann ganz andere Probleme. Aber zumindest Knödel.“
Er: „So gesehen – ja.“

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