Von Beschützern

Heute verlink ich mal den Tobsuchtsanfall eines anderen – Razor hat ein paar sehr präzise Dinge über das Männerbild geschrieben, das hinter „Die wollen UNSERE Frauen!“ steht, und einen äußerst dummen Artikel in der Zeit auseinandergenommen.

Leset hier und erfreut euch: https://schreckenbergschreibt.com/2018/10/16/schreckenberglebt-jammernde-maenner-teil-1/

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Zombie

Neulich geträumt, dass mich ein Zombie beißt und ich drum zombiefiziere. Und plötzlich dachte ich: „Warte mal, du Mistkerl! Du hast einen schweren taktischen Fehler gemacht!“ und hab den ersten Zombie zurückgebissen.

Bin weder sicher, ob ihn dass dann Zombie zum Quadrat macht – und was das über meine Persönlichkeit sagt. Vermutlich was Seltsames.

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Von Privilegien

Hab grade einen kleinen Artikel drüber gelesen, wie die Einsparungen der Regierung es Leuten erschweren, die auf’s AMS angewiesen sind. Der Tenor unserer geliebten Türkisen war ja immer schon: sollen die halt was hakeln für ihr Geld. Hätten Sie halt studiert, hätten sie jetzt bessere Jobchancen. Hätten sie bessere Arbeitsmoral, hätten sie jetzt einen Job. Hätten sie halt…

Und ich könnt kotzen von dieser Privilegiendenke. Von dieser Annahme, dass jeder, der armutsbedroht ist, halt härter hätte arbeiten sollen – und das sich die Gutverdiener des Landes das eben auch hart erarbeitet haben, ganz alleine, ohne Hilfe, und es halt jetzt überhaupt nicht einzusehen ist, warum sie im Sinne des Sozialstaates andere stützen sollen.

Ich verdiene gut. Für eine freiberufliche Künstlerin sogar (abhängig von Jahr und Auftragslage, natürlich) ziemlich gut. Und ich hab an jedem Drehbuch hart gearbeitet. Ich hab dafür jahrelang studiert. Bin davor mit 18 auf der Filmak aufgenommen worden, was eher die Ausnahme ist. Ich hab mir meinen Erfolg voll selbst erarbeitet, ohne ein einziges Privileg, eine einzige Hilfestellung. Also natürlich mit der kleinen Ausnahme, dass ich…

… gesund geboren wurde, ohne irgendwelche körperlichen oder geistigen Behinderungen; meine Geburt war ein Not-Kaiserschnitt, also verdanke ich es zudem den Ärzten unseres Gesundheitswesens, dass ich sie überhaupt überlebt und außerdem keine späteren Folgen davongetragen habe, wie z.B. durch Sauerstoffmangel verursachte Spastiken, die mir das Drehbuchschreiben schwer machen würden

… ich in einem liebevollen und gewaltfreien Elternhaus aufgewachsen bin, ich mich als Kind also auf meine Phantasiewelten konzentrieren konnte und nicht darauf, mich vor Papa unterm Bett zu verstecken, wenn er besoffen nach Hause kommt. Erfahrungen mit Gewalt in der Jugend verändern das Gehirn dauerhaft, können z.B. die Stressresistenz reduzieren und es einem im späteren Leben und (weils hier darum geht) Berufsleben ziemlich erschweren.

… meine Eltern Ärzte sind, die sich für alle drei Kinder eine hervorragende private Schulbildung leisten konnten, inklusive sonstiger Förderangebote wie Sommerakademien zu literarischen Themen

…ich eine weiße Frau der Mittelschicht ohne Migrationshintergrund bin, also noch nie im Leben jemand meine Fähigkeiten wegen meinem Kopftuch oder Nachnamen hinterfragt hat; es mir noch nie wegen meiner Aussehen schwer gemacht wurde, eine Wohnung zu finden; ich ohne die geringsten Probleme in einem sicheren, wohlhabenden Land leben kann, weil ich eh ‚hergehöre‘, was auch immer das heißen soll

…. meine Eltern es sich leisten konnten, mich im Studium jahrelang durchzufüttern und meine Miete zu zahlen. Ich konnte mich also ganz darauf konzentrieren, an meiner Karriere zu arbeiten und viele, viele, groteske Mengen an Stunden mit meinem Co-Autoren in einem Kämmcherchen zu hocken und immer wildere Serienideen zu entwerfen – anstatt bei McDonalds an der Kasse zu stehen. Ich konnte einfach so lange vor mich hinwerkeln, bis irgendetwas aufgegangen ist, völlig unbeschwert vom Zwang, mich bis dahin irgendwie um meinen Lebenserhalt kümmern zu missen

… ich habe niemanden, um den ich mich kümmern muss. Keine Kinder, keine von mir abhängigen kleinen Geschwister, niemanden. Ich kann den ganzen Tag vor mich hinbröddeln und Worte tipseln und muss maximal mal aufstehen, um die Guppys zu füttern. Meinen Wordcount zu erreichen wäre zum Beispiel als alleinerziehende Mutter absolut unmöglich.

Und das sind jetzt nur die Privilegien, die mir so ad hoc einfallen. Ich wette, da sind noch etliche mehr, die ich nicht mal am Schirm habe. Und keines davon ist eines, auf das ich irgendeinen Einfluss gehabt hätte. Die waren einfach da.
Um es ganz klar zu sagen: Ich hab nicht härter gearbeitet, war nicht klüger, war nicht moralisch ‚besser‘ als eine Frau mit ähnlicher Veranlagung zum Geschichtenerzählen, die jetzt aber vielleicht grad beim AMS sitzt. Die keinen einzigen dieser Vorteile hatte, die um alles so viel mehr kämpfen musste als ich. Die ihr Durchbruchs-Drehbuch nie schreiben konnte, weil sie in der Zeit stattdessen ihren kleinen Bruder durch die Schule gebracht hat, mit einem Nebenjob im Supermarkt, während sie versucht hat, irgendwie noch das Abitur nachzuholen. Deren Hände nicht mehr so schnell tippen wie meine, weil da Narben sind, die ich nicht habe. Und die jetzt im Moment eben Hilfe braucht, weil sie nicht mein Glück hatte.

Und diese türkisen Weichbirnen erklären uns, dass sie die Hilfe nicht verdient. Dass sie, im Gegensatz zu mir, der das Leben immer mit Vehemenz den Weg geebnet hat, kein Recht hat auf diese Hilfe. Auf noch eine Chance. Weil, Leistung muss sich wieder lohnen.

Am Arsch.

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Aquarien-Update

Die Hitzewelle war ja insgesamt eher unerfreulich – sei es für Bauern, ältere und gebrechliche Menschen oder einfach nur Sarahs, die die Hitze hassen – aber noch jemand hat drunter gelitten: die Aquarien. Nicht nur meines, sondern, wenn man dem Aquarienfachhändler meines Vertrauens glauben kann, so ziemlich ALLE.

So ein Becken ist ein diffiziles, ineinander verschränktes Ökosystem – das innerhalb von bestimmten Parametern funktioniert. Im Fall von meinem ist es auf die Wohlfühltemperatur bestimmter Amazonasarten eingestellt – vor allem auf meine Geliebten Guppies – und bewegt sich zwischen 24 und 26 Grad. Wenn nun aber die Temperaturen konstant und über Wochen weit darüber liegen, dann wärmt sich auch das Wasser auf, nützliche Bakterien sterben, Algenwuchs nimmt überhand… und plötzlich kippt das System. Dann steigt der Nitrit-Spiegel im Wasser, was für die Fische etwa so ist, als hätten sie eine chronische Rauchgasvergiftung. Nicht gesund. Gegenmaßnahmen haben wenig gefruchtet: Ich war bei Höchstzeiten der Hitzewelle bei mehreren 50%-Wasserwechsel in der Woche und hatte einen kleinen Ventilator über dem Becken laufen, aber ohne nennenswerten Erfolg.

Endergebnis sind viele tote Fische und sehr, sehr, SEHR viele Algen im Becken. Hab die letzten drei Tage neben dem Chutney-Kochen vor allem mit dem Beckenputzen verbracht, um so viele der Algen wie möglich zu erledigen. Und hab jetzt eben noch einmal über siebzig Euro für zwanzig hungrige Garnelen hingelegt, die mir im Kampf gegen die Algen als Verstärkung dienen sollen. Mit ein bisschen Glück sollte sich das Becken danach (auch mit den sinkenden Temperaturen) wieder fangen und ich kann in ein, zwei Wochen neue Fische holen.

Ich weiß, im Kontext der großen Klimakatastrophe ist ein gekipptes Becken, echt nicht viel, aber… es ist frustrierend. Sehr, sehr frustrierend. Und ich mochte meine Guppys.

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Zwetschgenröster

Einen Besuch am Bauernmarkt am Karmeliterplatz später und die chutney-Situation ist endgültig eskaliert. In der Küche türmen sich die Gläschen, und dabei hab ich weder mit dem Auberginen-Knoblauch-Chutney noch mit dem Kürbis überhaupt erst angefangen.
Momentan sitz ich aber am Boden der Küche und löffle ein Schüsselchen Zwetgschengröster. Der wird nicht eingekocht, sondern steht jetzt in einem großen Tupperwarecontainer im Kühlschrank, um die nächste Woche als Frühstück zu dienen.

Ich mag Zwetgschengröster, seiner zwetschgigen Köstlichkeit wegen, aber auch wegen der Erinnerung an meine erste Begegnung mit dem Gericht. Ich war vielleicht drei Jahre alt und meine Familie ist in den Urlaub geflogen. Ich saß neben meinem Vater, durfte aus dem Fenster schauen und fand das alles irre aufregend. Es gab (lang vor den Zeiten der Billigflüge und dem Packerl Soletti am Flug) Mittagessen, und zum Nachtisch kleine dreieckige Töpfchen mit Zwetschgenröster. Hatte ich vorher noch nicht und war so begeistert davon, dass mein Vater die Stewardess fragte, ob ich eventuell noch eins haben dürfte.
Die Dame brachte also ein ganzes Tablett mit dreieckigen Gebinden und der Plan war wohl, dass ich mir EINES davon nehme. Ich allerdings, im enthusiasmus meiner drei Jahre, hatte gerade eine neue Famosität entdeckt, die die Welt zu bieten hatte und war nicht willens, da halbe Sachen zu machen – also hab ich mit meinen kleinen Ärmchen das ganze Tablett abgeräumt und war die Zwetschgenrösterkönigin des Planeten. Also, zumindest so lange, bis die Erwachsenen mir Einhalt geboten haben, auf der Prämisse, dass es a) alle anderen vermutlich traurig gewesen wären, wenn sie keinen Zwetgschgenröster mehr bekommen hätten und b) es vermutlich etwas ungesund für ein Kleinkind ist, ihr Eigengewicht in Kompott zu futtern.

Ich denke gerne daran zurück, weil dieses Kind so absolut schambefreit war, was Essen angeht. Das war noch Jahre vor Übergewicht und Esstörungen, vor dem Jahr, das ich von 800 Kalorien am Tag gelebt hab. Lang vor der Zeit, in der es mir absolut unmöglich war, vor Fremden zu Essen (was mir heute manchmal noch schwer fällt).
Diese Kleine Sarah fand Zwetschegenröster toll und das war Grund genug, das auch die ganze Welt wissen zu lassen. Und während mir definitiv kotzübel geworden wäre, hätte man mich meine ganze Beute behalten lassen – die Kleine war schon auf der Richtigen Spur. Das ist enthusiastische Unbeschwertheit, die schamloser Begeisterung für alles, was die Welt zu bieten hat, die ich mir langsam wieder erarbeiten will. Und wenn ich euch erklär, wie geil der Zwetschgenröster in meinem Kühlschrank ist – dann ist das ein Teil davon.

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Chutney

Der kleine Bruder hat mir gerade am Bahnhof eine Zwetschgenlieferung aus OÖ übergeben, was heißt, dass ich jetzt

a) acht Kilo Zwetschgen
und
b) morgen einen freien Tag habe, was völlig logischerweise in

c) sehr, sehr viel Chutney resultieren wird.
Noch radikaler wird die Chutneysituation dadurch, dass meine präferierte Gemüsegreißlerin endlich aus dem Urlaub zurück ist und ich in einem Anfall größter Gier heute noch weitere zwei Kilo Zwetschgen, drei Kilo Zwiebeln, zwei Kilo Paprika und ein paar andere Kleinigkeiten erworben habe. Was ich subtil andeuten will: KINDER, MORGEN WIRDS WAS GEBEN. UND ZWAR CHUTNEY.

Wollja.

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Familienurlaub in der Normandie – also, ab morgen dann, heute noch Zwischenstop in Trier, wo ich:

a) sehr fasziniert vom Spielzeugmuseum und seiner erstaunlichen Sammlung an eindeutig dämonenbesessenen Puppen war
b) in tiefer Faszination über den inhärenten Widerspruch eines nach Karl Marx benannten Modehauses verbleibe
c) mich seit Tagen immer wieder auf’s neue drauf aufrege, dass unsere Außenministerin Putin zu ihrer Hochzeit einlädt und sich einen Kosakenchor schenken lässt, weil turteln mit Autokraten immer eine geile Idee ist

Also, letzteres hat wenig mit Trier zu tun, würd ich überall machen, weil ich ein Fan unserer Demokratie bin und so, passiert nur halt zufällig grad in Trier. Aber wenigstens ist das Essen gut.

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