Jammerjammerjammer

Es gibt wahrscheiblich übellaunigere Kreaturen als eine Sarah mit wieder mal aufflammender Sehnenscheidenentzündung, die weder schreiben noch sich prügeln kann, aber mir fallen grad echt keine ein. Und heiß is mir auch.

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Das Ende einer Ära, der Beginn einer neuen

Ausgehend davon, dass dieser Blog nach meinem Aquarium benannt ist, mag es etwas als Schock kommen, dass ich selbiges heute mit großer Aggression und einem Stanleymesser attackiert hab. Aber ehrlich, ich hatte meine Gründe, und es sollte etwas Fulminantes dabei herauskommen.

Aber der Reihe nach.

Ich hab mir selbst vor einiger Zeit eingestanden, dass ich eigentlich zu oft verreist bin für die Anzahl von Fischen und Garnelen, die ich in dem großen Becken wohnen. Ich teile meine Zeit dieser zwischen Wien, OÖ und Nordrhein-Westfahlen auf, und viel zu oft bleiben die Fische folglich in der Pflege meiner Nachbarin. Die, möchte ich anmerken, sich gemeinsam mit ihrer Enkelin ganz wunderbar um die Fische n kümmert, aber trotzdem: eine Haustierhalterin, die die Hälfte der Zeit nicht da ist, ist keine Verantwortungsvolle. Besonders eindrucksvoll hat sich das letztes Jahr im Sommer gezeigt. Gerade während der großen Hitzewelle von letztem August war ich im Ausland (in dem Fall: in der Normandie mit meiner Familie), und… naja. Die Hitze hat dazu geführt, dass das Wasser nicht mehr abkühlen konnte, das – sorgsam gepflegte – Gleichgewicht im Becken ist gekippt. Wäre ich dagewesen, hätte ich mit Wasserwechsel und ähnlichem Gegenarbeiten können. War ich aber nicht, sondern bin stattdessen zwei Wochen später zu einem Algenmeer und toten Fischen heimgekommen. War nicht schön.

Ich hab eine sehr eindeutige Meinung zu Haustierhaltern, die sich Tiere halten, um die sie sich nicht ordentlich kümmern können, und die ist vehement. Don’t. Do. That.

Also habe ich die Konsequenzen gezogen. Nach dem Sommerdesaster des letzten Jahres habe ich meinen Tierbestand nicht mehr groß aufgestockt, sondern stattdessen begonnen, andere Pläne zu machen. Der erste Schritt bestand daraus, dass ich die Garnelen und Fische, die ich noch habe, in ein kleineres Becken im Schlafzimmer übersiedelt hab. Das sieht so aus:

Nachdem es um ein vielfaches kleiner ist als das große Wohnzimmerbecken ist das Ökosystem natürlich auch empfindlicher, aber ich hoffe, dass sich das durch den sehr viel kleinen Besatz und die größere Aufmerksamkeit, die ich ihm so schenken kann, ausgleicht.

Als nächstes kam der Teil, der wirklich wehgetan hat: das große Becken auszulassen. Das war wirklich nicht so einfach – ich hab das Aquarium seit mehr als zehn Jahren in betrieb, es war damals die erste größere Anschaffung, die ich mit selbst verdientem Geld gemacht hat. Ein so altes, eingefahrenes Ökosystem auseinanderzunehmen… alter Schwede, man fühlt sich schon sehr wie ein Schüf



Nun, das sieht ein bisschen deprimierend aus, nicht wahr? Aber, verzaget nicht, ich hab große Pläne für das Becken, nur eben solche, die viele Pflanzen enthalten, und weniger Fische. Erstere, so hoffe ich, kann ich nämlich auch einfach in meiner Abwesenheit mit einem ausgeklügelten Bewässerungssystem am Leben erhalten. Der erste Schritt dazu wird sein, die vordere Glasfront abzunehmen und durch eine viel niedrigere zu ersetzen, so dass unten ein kleines Becken entsteht, ich aber freien Zugriff auf die Rückwand habe. Hie kam das Stanleymesser ins Spiel, und sehr viel Gefluche um das Silikon. Bin noch nicht ganz fertig, ich werd Bilder posten, wenn ich das endlich durchgefizzelt habe.

Und was ich dann vorhabe… nun, ich werde Bilder posten. Möglicherweise Bilder davon, wie ich mich selber aus Versehen an einer Umwälzpumpe festgeklebt habe, aber es wird so oder so lustig. I’ll keep you posted.

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Es regnet, uns ich sitze am offenen Fenster und lese, genieße das Rauschen und die Kühle. Und ein Teil von mir ist kindlich dankbar, dasss es anscheinend wieder ein absurder Hitzesommer wird, aber wenigstens keiner der Dürre. Dass wir vielleicht heuer keine Satelitenbilder von einem braunen, ausgedörrten Europa zu sehen bekommen.

Immerhin, das kann der Klimawandel – nach ein, zwei Generationen vermeintlicher Sicherheit lernen wir wieder, vor jeder neuen Jahreszeit nervös in den Himmel zu schauen und uns zu fragen, wie wohl die Ernte wird. Ein archaisches Erlebnis in dieser seltsamen, neuen Welt.

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Punkschnecke

Einer der Schnecken in meinem Aquarium rockt neuerdings eine kesse Algenfrisur – und die Versuchung, ihr einen winzigkleinen Iro zu schneiden, ist fast überwältigend.

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Ein guter Freund ist im übrigen eben jener welcher um zwei Uhr Nachts mit dir eine halbe Stunde auf einer Fahrradbrücke bei der Rossauer Lände steht, weil ihr beide zuschauen wollt, wie eine Kreuzspinne ihr Netz fertig baut.

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Von Tee, und etwas weniger Tee, und einer Zufriedenheit

Unanständiges Geständnis: ich LIEBE ausmisten. Ehrlich. Wenn ich unenspannt bin, wenn ich einen schlechten Tag hab – dann macht mich kaum was glücklicher, als mich vor ein Regal oder ein paar Kisten zu setzen und herauszufinden, was davon ich nicht mehr unbedingt brauche. Besondres praktisch ist, dass es hier im Haus ein art inoffizielles Tauschfensterbrett gibt – ein Fensterbrett im Flur, auf das jeder Zeug stellen kann, dass er nicht mehr haben will. Irgendwer nimmt es dann schon mit. Ich LIEBE dieses Fenster und hab für meinen Teil schon ein paar Zimmerpflanzen von dort mitgenommen, noch lieber aber schlepp ich Zeug hinunter.

Hab ich erwähnt, dass ich ausmisten liebe? Noch mehr als das Ausmisten liebe ich das Ausgemistet-haben, dieses frei Gefühl in der Brust, dass wirklich nur noch Zeug da ist, das man wirklich will und braucht und gern hat. Dass kein Klump mehr im Weg herumsteht und einem Platz wegnimmt und Staub sammelt.

Ich hab diese Woche zum ersten Mal seit längerem wirklich wieder etwas Luft gehabt (die nächste Projektbesprechung ist erst am Mittwoch, bis dahin erwartet niemand was von mir), also hab ich – ihr werdet es unschwer erraten – mich ein wenig mit Ausmisten entspannt.

Die letzten Tage waren die Bücherregale dran, heute aber etwas, das mich selbst verblüfft hat – und zwar mein Teeregal. Eben das Regal in meinem Küchenschrank, in dem sich über Jahre angesammelte Teedosen türmen, frein säuberlich sortiert nach aromatisierte Tees, Früchte- und Kräutertee, Grünem Tee, Oolong, Schwarzem Tee (fein) und schwarzem Tee (herb), und mit allem, was es dazwischen sonst noch gibt.

Ja, ich mag meine Teesammlung, sehr. Ich horte das Zeug wie ein besonders teeinsüchtiger kleiner Drache, wie jemand, der befürchtet, das die nächste Teeknappheit kurz bevor steht.

Aber auch, ja: ich trink das ganze Zeug nicht. Oh, ich trinke viel Tee, täglich Tassenweise und mit großem Genuss, aber der kommt fast immer aus meinen drei Alltags-Teebüchsen direkt neben dem Wasserkocher. In einer ist ein dunkler Assam, im andern entweder Milky Oolong oder Jasmintee, in der dritten irgendetwas, das mir dieser Tage gerade in die Laune passt. Momentan ein sehr köstlicher Chai, nächste Woche kann’s schon wieder was anderes sein.

Die Tees im Regal? Die stehen dort und verstauben, verlieren Farbe und Geschmack und sind irgendwann traurige Geister ihrer selbst. Und guten Tee verderben lassen ist auch irgendwie eine Schande.

Also hab ich das Regal kurzerhand aufgelöst. Jetzt steht neben den drei Alltagsbüchsen ein kleines Tablett mit ein paar ausgewählten Lieblingspezialitäten, die ich nicht oft trinke, aber die ich im Zweifelsfall nicht missen will (Genmaicha, ein guter Darjeeling, mein heißgeliebter Tuo Cha, der köstliche Grüntee, den Eva mir aus Japan mitgebracht hat…). Die dürfen dort bleiben und wohnen jetzt in meinen schönsten Teedosen, oder in denen, mit denen ich irgendeine Geschichte verbinde.

Alle anderen Tees sind entweder als zu alt/allgemein grauslich in den Müll gewandert oder stehen jetzt auf der Anrichte, damit ich sie im Lauf der nächsten paar Wochen verbrauchen und dann ihre jeweiligen Teedosen aufs Tauschfensterbrett stellen kann.

Und das fühlt sich nicht nur auf seine übliche Ausmist-Befreiungs-Art gut an, sondern auch auf eine andere. Als ich nämlich mit 23 in diese Wohnung hier gezogen bin, hätt ich mir nie träumen lassen, dass ich das mal tue. TEE REDUZIEREN! Echt jetzt. Ich hätt gelacht und drauf hingewiesen, dass man nie genug von dem Zeug haben kann, und dass jede Reduktion eine Perversion ist. Aber jetzt, mit dreißig, lächel ich mein altes selbst milde an und denk mir: Ja, aber du wirst lernen, was du am liebsten magst. Du wirst lernen, dass du einen Alltagsassam brauchst, und einen Milky Oolong, und eine Kuriosität zusätzlich. Du wirst lieber besonders frischen Tee haben, als viel davon, und du wirst froh sein um den zusätzlichen Platz für deine Kochbücher.

Und das ist jetzt wirklich keine große Selbsterkenntnis, kein riesiger Erkenne-dich-selbst-Moment. Aber… ich weiß, welchen Tee ich mag, und ich kenn mich damit ein ganz kleines bisschen mehr selbst. Und in zehn, zwanzig, dreißig Jahren werd ich mich vielleicht noch ein wenig mehr selber kennen, und die Teedosenkonfiguration wird sich wieder verändern, und irgendwie… irgendwie macht mich das ein ganz klein bisschen fröhlich.

Ich weiß auch nicht genau, warum. Ich trink jetzt auf jeden Fall mal ein Tässchen.

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Filmempfehlung für die Leute, die pervers wie ich sind und gelegentlich ganz gern das Herz herausgerissen (und am Ende wieder eingepflanzt) bekommen – „Astrid“. Wunderschöner Film über Astrid Lindgren, ihren unehichen Sohn, eine bigotte Zweit und wie das Geschichtenerzählen eine Verbindung zwischen Menschen sein kann.

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