Müde

Ich hab wieder mal diesen faszinierenden Zustand der Überarbeitung erreicht, bei dem ich in Krimiplot träume und IM TRAUM versuche, sie dramaturgisch geradezubiegen. Was ja schön und gut wäre, wenn ich dabei nicht auf wirre Traumlogik angewiesen wäre, die dauernd versucht, irgendwie noch ein Nashorn als Wendepunkt II einzubauen. Endergebnis ist, dass ich jeden zweiten Morgen komplett gestresst aufwache, weil die Geschichte absolut nicht funktioniert und dann erst langsam begreife, dass die geträumte Story keine ist, auf die es eine reale Deadline gibt.

Momentan bin ich extremst versucht, einfach für ein Jahr in ein kleines Bauernhaus irgendwo im Wald zu ziehen und Schafe zu züchten oder so. Aber vermutlich würd ich dann von gestressten Schafen träumen, wär also vermutlich auch eher suboptimal

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Zwischenstand

Bin nicht ganz sicher, ob der Monat schnell vergangen ist oder sehr, sehr langsam. Wahrscheinlich auf einer Tag-zu-Tag-Basis zu bewerten, immer abhängig vom Wetter oder ob unsere Regierung grad wieder mal was besonders Schlaues gemacht hat. Bei letzteren bin ich dann schon direkt nach dem Aufstehen müde und der Tag hat 50 Stunden. (In other news: besitze jetzt ein Falter-Abo, weniger, um den Falter zu lesen, als deswegen, weil deren Recherchen momentan die gründlichsten sind und die Regierung am meisten zu nerven scheinen. Und alles, was den Kickl stresst entspannt mich.)

Heute einer von diesen seltsamen Tagen, an denen ich zwar viel zu tun hätte, aber wenig tun kann, weil ich bei jedem Projekt auf etwas warte – Arbeitsunterlagen, Feedback, ähnliches. Hänge also stattdessen auf der Couch herum, trinke Tee und lese. Auch nicht die schlechteste Art, den Tag zu verbringen. Nachher dann vielleicht noch eine halbe stunde runter in den Innenhof, mit dem Übungsmesser herumfuchteln und Schrittarbeit üben. Man verstört ja die Nachbarn sonst nicht genug.

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Von Tee, Nudeln und der Unterwelt

Ihr werdet nie erraten, wer gestern zum Geburtstag von ihrem Vater eine ganz famose Nudelmaschine geschenkt bekommen (bin immer noch nicht sicher, woher er wusste, dass ich seit Monaten immer wieder sehnsuchtsvoll vor Kochwarenhandlungs-Schaufesnterscheiben stehe und die Dinger sehnsuchtsvoll anstarre.) Ihr werdet natürlich weiters auch niemals erraten, wer heute eine Stunde manisch grinsend und kurbelnd in der Küche gestanden hat. Und wer jetzt leicht nudelüberfressen und satt ist.

War sowieso ein schöner Tag. Ich hatte eigentlich vor, ihn aus Protest gegen’s älterwerden unter der Bettdecke zu verbringen und leise vor mich hinzugrummeln, Mother Duck wollte davon allerdings nichts hören. Also hat sie mich zuerst ins Katzenkaffe geschleppt, für Tee und Kater. Dann in die Teehandlung Haas (sooo viel Assam), danach in die Kochbuchhandlung Babettes, wo ich endlich das seit langem gesuchte Buch über die vietnamesische Küche gefunden hab.

Und nachdem eine Sarah nur dann wirklich glücklich ist, wenn sie zu Tee und Katzen auch noch düstere Geheimnisse bekommt, hat MD uns am Ende dann noch zwei Plätze in der Wiener Unterweltstour gebucht, in der es um die Keller und Kanäle Wiens geht un ddarum, was sich noch so alles unter der Stadt verbirgt. (http://www.unterwelt.at). Wir haben Standardisiertes Touristenprogramm erwartet, was wir stattdessen bekommen haben, waren drei der faszinierendsten Stunden seit langem. Wien ist… seltsam, wundersam und creepy, also alles, was ich mir so von einer Stadt wünsch.
Es gab einmal in der Tour sogar die Gelegenheit, direkt neben dem Stephansdom durch den Gully zu klettern, bis hinunter zu den Kanälen. Ihr werdet natürlich weiterhin niemals erraten, welche zwei Hände in der Tourgruppe auf der stelle hochgeschossen sind. War etwas klaustrophobisch und mehr als etwas kalt, weil ich aus beweglichkeitsgründen meinen Mantel oben lassen musste. Kam mir trotzdem sehr geil wie der dritte Mann vor, bzw. die dritte kleine Drehbuchautorin. Ganz neues feeling.

Hier eine Mother Duck beim Abstieg:

Am Schluss dann noch auf ein paar Cocktails mit MD und meinen Brüdern, dann leicht beduselt aber zufrieden mit der Welt heimgewandert. Unterm Strich: wesentlich besseres Tagesprogramm als mein Bettdeckenplan. Ich geb’s ja zu, manchmal is meine beste Freundin klüger als ich. Jetzt bin ich grad am Hausputz, weil morgen noch Razor hier aufschlägt, zwecks Drehbucharbeit und ein wenig geburtstags-nachfeiern. Ich hab gute Menschen, find ich.

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Ad Hexenjagd

Okay, eine Sache zu der ganzen Metoo-Geschichte muss ich noch loswerden: können bitte alle damit aufhören, dafür den Begriff ‚Hexenjagd‘ zu verwenden?

Ich hab erst neulich mal wieder für ein Buch den historischen Hexenwahn in Europa recherchiert, hab Seite um Seite um Seite Vernehmungsprotokolle mit den Opfern gelesen. Solche, wo man exakt den Zeitpunkt festmachen kann, wann eine ‚Hexe‘ nach tagelanger Folter angefangen hat, den Verstand zu verlieren. Berichte, wo Kinder gezwungen wurden, bei der Verbrennung ihrer Mutter zuzuschauen, bevor sie selber zum Scheiterhaufen mussten. Wo ein falsches Wort einer Bekannten wochenlange Qualen und Tod zur Folge haben konnte.

Wie wär’s, wenn wir das nicht mit ‚Männer müssen sich für sexuelle Übergriffe verantworten‘ in einen Topf hauen? Und nichtmal mit ‚und no na ned werden da in Einzelfällen Männer mit unfairen Vorwürfen konfrontiert werden, weil jede Massenbewegung an den Rändern überschwappen kann“? Ich bin relativ sicher, dass jede ‚Hexe‘ der frühen Neuzeit so eine Situation mit Kusshand gegen die ihre am Scheiterhaufen getauscht hätte.

Der Vergleich ist geschmacklos, er ist geschichtsvergessen. Und ich würd echt danken, wenn wir’s lassen könnten.

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Überwachungspaket, Unterschriftigerweise

Protest gegen das geplante Überwachungspaket unserer geschätzten Regierung:

https://action.amnesty.at/nein-zum-ueberwachungspaket

Wenn wer unterschreiben mag, ich wär verbunden. Nennt mich konservativ, aber wenn Amnesty International über alarmiert ist, dann haben sie meist Recht damit.

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Nennt mich Archimedes

Habe immer noch kein Combat Wombat, was, wenn man mich fragt, wirklich bedenklich ist.

Dafür den Tag wieder mal im Ikea verbracht, dieses Mal, um die neue Arbeitsplatte für die versehentlich renovierte Küche zu bestellen. Höhepunkt war für mich, dass die Ikeaverkäuferin mich als Irre wiedererkannt hat, die in der Woche davor ein Kastel in der erklärten Absicht gekauft hat, das Ding frankensteinmäßig umzubauen. (Schubladen, wo keine hingehören, Türen, die in die andere Richtung aufgehen, solche Späße.) Hab ihr Fotos gezeigt, sie war angemessen beeindruckt. Dann bin ich die nächsten fünf Minuten mit stolzgeschwellter Erfinderbrust herumgerannt und war fixen Überzeugung, dass Archimedes ein Lärcherlschaß ist gegen mich ist. Hat nicht lang angehalten, aber die paar Minuten Ego waren cool.

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Combat Wombat!

Wurde darauf hingewiesen – danke, Razor – dass es bis zum Ende des Pleistozäns ein Vieh namens Diprotodon gab, das mehr oder weniger ein nashorngroßes Wombat war.

Und jetzt brauch ich ganz, ganz dringend, dass mir jemand so eines klont. Ich würde es ‚Mr Flauschnäschen‘ nennen und auf ihm in die Schlacht reiten. Es wäre großartig und muss unbedingt passieren.

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