Reschpekt, Madam

Habe gerade einen sehr interessanten Twitter-Thread einer Schmuckexpertin über die Broschen von Queen Elizabeth gelesen. Zum Staatsbesuch von Donald Trump hat sie anscheinend drei bestimmte getragen:

– eine war ein persönliches Geschenk der Obamas
– eines war ein Geschenk der Kanadier anlässlich eines Jubiläums
– eine war die, die Queen Mum zum Staatsbegräbis ihres Gatten getragen hat

Meine Damen und Herren, dass höchste Level von Dissing-Per-Klunker ist erreicht, besser wird’s nimmer. God save the queen.

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Von einer Szene, die jetzt geht

Bei aller Frustration momentan – ich hab grad eine Szene mit einem Heiratsantrag drin geschrieben, und mich nachher gefragt: „Hm, ich bin dödelig. Viel besser so – warum hatte ich den nicht schon in der ersten Version des Drehbuchs drinnen?“

Und dann hab ich kurz nachgedacht und mir aufgegangen: weil die erste Version von 2016 stammt und damals keine Frau einer anderen Frau einen Antrag machen KONNTE, nicht in Österreich. Jetzt aber geht das, und kleine Drehbuchlinge können’s in ihre Drehbücher schreiben und die Welt ist wenigstens in der Hinsicht ein wenig gerechter geworden. Und das hat mich dann äußerst fröhlich gemacht.

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Von Reisenden

Ich habe einen unglaublichen Respekt für Reisende. Ich mein nicht allgemein Leute, die sich in ein Flugzeug setzen und dann zwei Wochen lang irgendwo in Mali am Strand sitzen und sich Cocktails mit kleinen bunten Schirmchen servieren lassen, oder Leute wie mich selbst, die aus beruflichen Gründen oft im Zug sitzen, oder sonstirgendwie einfach nur die Defintion von ‚Größere Bewegung von A nach B‘

Ich meine einen gewissen Typ Mensch, der mit der besonderen Begabung ausgestattet ist, in andere Länder zu kommen und sie zu SEHEN. So, wie sie sind, nicht so, wie sie in Prospekten beschrieben sind. Mit ihren Problemen und ihrer Schönheit, mit den Menschen dort, allem, was die Kultur besonders macht – und alles, was sie mit der Menschheit im Großen verbindet. Sie lassen die Welt größer und enger zugleich erscheinen, und unendlich viel reicher. Anthony Bourdain war einer von diesen Begabten, denke ich, und darum war sein Tod so schmerzhaft. Weil viele von uns gespürt haben, dass die Welt etwas besonderes verloren hat, wenn er sie nicht mehr ansieht.

Ich hatte in meinem Leben das Privileg, zumindest einen von diesen reise-begabten Menschen persönlich kennenzulernen – nämlich Herrn Professor D., unser Französischprofessor am Gymnasium, und jahrelanger Klassenvorstand. Der ist zwar an meiner sprachlichen Unfähigkeit eher verzweifelt (und an unserer allgemein sehr aufmümpfigen Klasse), aber gleichzeitig hat er uns alle immer fasziniert mit seiner Art, über seine vielen Reisen zu erzählen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir aber unsere letzte Stunde mit ihm, vor der Matura. Anstatt uns groß irgendwelche Vorträge zu halten, was wir mit unserem Leben machen sollen, wie es in den letzten vier Jahren so war, was wir von der Uni zu erwarten haben, und sonstwas… hat er uns einfach nur erzählt. Und zwar von drei kleinen Begegnungen, die er auf seinen Reisen hatte: mit Marillenbauern in Pakistan, wo die Morgendämmerung so bezaubernd war, dass man versteht, warum die Griechen sie die ‚Rosenfingrige‘ nannten. Mit einem einheimischen Herren Mittelamerika, mit dem er sich ohne Worte eine Zigarre geteilt hat. Und mit einer alten Frau in Tibet, mit langem weißen Zopf, die den Dalai Lama vermisst und seine Rückkehr wohl nicht mehr erleben wird.

Es waren drei kleine Geschenke, die er er uns gemacht hat, mit diesen drei Geschichten, und es war danach sehr still im Raum. Wir haben Herrn D. nie klar machen können, wie sehr wir ihn als Lehrer schätzen (wie gesagt, sehr aufmümpfige Klasse), aber ich denke immer wieder einmal an diese letzte Stunde, zwölf Jahre später noch. Grad heute, grad bei dem, was alles weltweit alles passiert – die Welt braucht diese Art von Wanderern. Ich bin froh, dass es sie gibt.

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Von Glumanda und Formularen

Hatte vorgestern zum ersten Mal einen wirklich NÜTZTLICHEN Alptraum – nämlich, dass ich ein Sozialversicherungsformular ausfüllen muss, das hunderte Seiten lang ist und absurdeste Angaben enthält, unter anderem eine genaue Auflistung aller Pokemon, die ich in den letzten Jahren gefangen habe.

Bin dann morgens hochgefedert, weil mich das dran erinnert hat, das reale Formular abzugeben – einen Tag vor der Frist, die ich komplett verschwitzt hätte. Danke, weirder Pokemonformularalptraum.

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Von Freundlichkeiten

Okay, vor etwa einer Dreiviertelstunde war ich noch extrem grummelig. Das Wetter schwingt schon wieder um (dieses mal gen heiß), ich bin Kreislaufig darnieder und hab mich nach einigem Gesuder dazu durchgerungen, das Training ausfallen zu lassen, damit ich niemandem aus versehen ein Aug aussteche oder so. Immer ganz super für’s Körperbild, die Trainings-Ausfallerei, kann ich euch sagen. Am Drehbuch arbeiten ging aber auch nicht, weil ich so platt bin, dass ich ungefähr fünfmal denselben Satz mit „Also, ein tschechischer Geheimagent, der… also, ein Geheimagent…“ angefangen hab, bis Razor sanft drauf hingewiesen hat, dass wir auch morgen noch weitertüfteln können. Und dann bin ich noch, um meinen Grant entgültig zu vertiefen, draufgekommen, dass ich beim vorherigen Einkauf in der (sehr wunderbaren) Gemüsegreißlerei ums Eck den Käse liegen hab lassen.

Dann hat offensichtlich der neunte Bezirk (so als kollektiv-geographisches Wesen) beschlossen, dass ich dringend eine Aufmunterung dringend brauch. In der Greißlerei war das Käsestück zwar nicht mehr auffindbar, man hat aber drauf bestanden, mir ein neues zu schenken. Wieder daheim hat mir dann das kleine Nachbarkind erklärt, dass sie mich schön findet. Und kaum hatte ich die Tür hinter mir zugemacht, stand die nächste Nachbarin davor, um sich völlig überschwänglich für den (nun wirklich minimalen) Akt bedankt, dass ich ein Paket für sie angenommen hat. Alles innerhalb von ungefähr fünf Minuten, so ein kleines Mini-Feuerwerk der Freundlichkeiten.

Endergebnis ist, dass mir noch immer vage schwindelig und kopfwehig ist – aber absolut nicht mehr grummelig ums Herz.

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Von der Leichtigkeit

Lese gerade aus Recherchegründen für ein noch nicht öffentliches Projekt* sehr viel über den späten Ostblock – und eines der Bücher auf meiner Liste war ‚Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins‘. Eine Tschechin, die selbst damals geflüchtet ist, hat es mir ans Herz gelegt, weil es das damalige Lebensgefühl so auf den Punkt bringen würde. Tut es, aber es… es rührt auch an andere Dinge, sehr grundsätzliche Fragen, die ich noch nicht ganz in Worte fassen kann. Ein sehr eigenartiges Buch, und ein eigenartig tröstliches. Und erstaunlicherweise eines, dass ich grad gebraucht habe, ohne es überhaupt zu wissen.

*gemeinsam mit Razor, den ich dieses Mal nicht nur als Autor, sondern auch als Historiker dazugeholt hab

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Die Addams Family

Wenn ich gestresst bin (und das bin ich dieser Tage ziemlich durchgehend einfach nur durch die Nachrichten) hab ich gerne Wohlfühlfilme. Und da wiederum gibt es kaum etwas wohlfühligeres als die Addams Family. Klar explodieren da Dinge und Leute werden geköpft und so, aber vor allem ist es ein wunderschöner Liebesfilm, bei dem mir ganz flauschig ums Herz wird.

Ich meine, Morticia und Gomez Addams:

– sind nach vielen Jahren Ehe immer noch schwer ineinander verknallt
– unterstützen sich gegenseitig in Karriere und Ambitionen, wo es geht
– lieben ihre Kinder und unterstützen sie voll und ganz in ihren Interessen
– sogar dann, wenn die Interessen der Kinder scheinbar völlig unverständlich für sie sind (zum Beispiel) als Wednesday und Pugsley vermeintlich ins Summercamp wollen)
– besprechen alle wichtigen Dinge miteinander, kommunizieren klar und offen
– scheren sich gemeinsam genau nichts darum, was die Außenwelt von ihnen hält
– finden den anderen genau richtig, so wie er/sie ist
– sind bereit, füreinander zu sterben und zu töten – „Either way, what bliss!“

Unterm Strich: es gibt vermutlich in der ganzen Filmwelt keine gesündere, liebevollere Beziehungsdynamik als die der Addams. Und es ist wunderbar und tut der Seele gut.

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