Von Träumen und grauen Tagen

Ein langer, hyperrealer Traum heute wieder mal. Die Handlung ist kurz nach dem Aufwachen verblasst, dankenswerterweise, bis auf das letzte Stückchen. Das aber sitzt mir immer noch ein kleines bisschen in den Knochen.

Ich irre durch den Garten meiner Eltern, panisch auf der Suche nach etwas. Jemandem. Nach einem Kind, das entführt worden ist, gestohlen, von werweißwem. Ich weiß, dass ich bei der Suche Hilfe brauche und bin erleichtert, als ich auf der Terasse eine junge Frau treffe. Im Traum halte ich sie für meine Cousine, auch, wenn sie keiner von meinen realen Verwandten auch nur ähnlich sieht. Sie kniet am Boden, spielt mit einer jungen Katze.

„Hilf mir“, sage ich, aber sie schüttelt vorwurfsvoll den Kopf.
„Ihr habt ihn einschläfern lassen“, sagt sie: „Weil er zu wild war.“
Ich erkenne den Kater, mit dem sie spielt: Merlin, einer von Rheas ältesten Söhnen. Er war eine vollkommene Schönheit, Rauch und Dunkelheit, und nebenbei ein kompletter Psychopath. Irgendwann ist er einfach immer seltener und seltener nach Hause gekommen, und schließlich ganz ausgeblieben. Jetzt ist er wieder da, viel jünger, als das letzte Mal, als ich ihn gesehen habe, und viel sanfter.
„Das haben wir nicht“, rufe ich empört: „Er ist eines Tages einfach verschwunden!“
Aber meine Cousine schüttelt nur traurig den Kopf, enttäuscht über meine Lügen, und der Kater schmiegt sich in ihre Hände.
„Ihr habt nicht damit umgehen können, wie wild er ist. Also habt ihr ihn umgebracht.“

Ich sehe ihren Blick und weiß, dass ich hier keine Hilfe zu erwarten habe.

Bin nicht ganz sicher, was mir mein Unterbewusstsein damit sagen möchte, abgesehen von einem eklatanten und langsam besorgniserregenden Katzenmangel. Ich glaub, ich will’s auch gar nicht so genau wissen. Gemeinsam mit ein paar anderen Faktoren – das trübe Wetter; ein widerstrebende Plotproblem, eigentlich eine Lappalie, aber gerade unlösbar; mein Ärger auf gewisse Medien und deren exquisit taktlose Berichterstattung zu bestimmten aktuellen Ereignissen; leichte Spannungskopfschmerzen; sonstige – ist heut ein eigenartig gedämpfter Tag. Einer, wo man eigentlich nur Kakao trinken und mit irgendjemandem von den Lieben auf der Couch eingekuschelt alte Blackadder-Folgen schauen sollte, nicht im etwas zu kalten Arbeitszimmer sitzen und über Morde nachdenken.

Wer weiß, vielleicht, wenn ich Zeit hab… vielleicht erlaub ich mir nachher ja einen Abstecher ins Katzenkaffee, des Schnurrens wegen. Wenn das nicht hilft, weiß ich auch nicht.

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